Der Gruß ging an Jürgen Klinsmann. "Wenn der Bundestrainer da ist, will man sich als Nationalspieler natürlich besonders zeigen. Das habe ich heute gemacht", sagte Kevin Kuranyi nach seinem Doppelpack beim 2:1 (1:1)-Sieg von Schalke 04 im 126. Revierderby bei Borussia Dortmund.
Vor Klinsmanns Augen präsentierte sich der Neu-Schalker genau so, wie der Bundestrainer ihn aus der Nationalmannschaft kennt: lauffreudig, immer anspielbereit, torgefährlich und treffsicher.
Kuranyi, der unter Klinsmann mit zehn Treffern in 16 Länderspielen zum deutschen Torjäger Nummer eins avancierte, stellte seine Qualitäten gleich im zweiten Bundesliga-Spiel für seinen neuen Arbeitgeber unter Beweis. Nicht in irgendeinem Spiel, in dem Spiel.
Wie schon sein Vorgänger Ailton, der beim 1:0 in der vergangenen Saison in Dortmund als Siegtorschütze zum Derby-Helden wurde, eroberte der Ex-Stuttgarter als Matchwinner im Spiel des Jahres die Herzen der königsblauen Fans im Sturm.
"Ich glaube, ich habe allen Schalkern einen schönen Tag beschert", verwendete Kuranyi dann auch gleich die Diktion, die die Fans des Vizemeisters nach einem Triumph beim Erzrivalen hören möchten: "Ich glaube, ich bin auf Schalke gut angekommen."
Der Nationalspieler, der zuletzt mit dem VfB Stuttgart gegen seinen jetzigen Klub gar drei Tore erzielt hatte, verblüffte sogar seinen Trainer Ralf Rangnick. Das 1:1 per Kopf (23.) hakte der Schalker Coach noch als normal ab, aber über den Siegtreffer (58.) wunderte er sich schon: "Wenn der Kevin jetzt sogar schon aus der Distanz trifft ..."
Auch der Torschütze selbst war überrascht: "Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mal so ein Tor gemacht habe. Aber es gab keine Anspielstation, also habe ich einfach geschossen." Die Schalker Fans im Westfalenstadion hat's ebenso gefreut wie Jürgen Klinsmann auf der Ehrentribüne.