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Bayer 04 Leverkusen Kießling panorama ddp 2009
  Foto: ddp, ddp
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Interview: Kießling: "Der Meistertitel ist unser Ziel"

VON STEFAN KLÜTTERMANN FÜHRTE DAS GESPRÄCH - zuletzt aktualisiert: 26.02.2010 - 12:41

Leverkusen (RP). Bayer Leverkusens Stürmer Stefan Kießling spricht mit unserer Redaktion über die Bedeutung des Derbys gegen Köln, seine Chancen, bei der WM dabei zu sein und die Verlässlichkeit seines zweijährigen Sohnes.

Herr Kießling, Sie gelten als guter Pokerspieler. Hat Bayer 04 in dieser Saison ein Blatt, um bis zum Ende um den großen Gewinn mitzuspielen?

Stefan Kießling Natürlich. Wir stehen zu Recht auf Platz eins. Wer nach 23 Spieltagen immer noch ungeschlagen ist, hat sich die Tabellenführung verdient. Es ist ein Ziel, auch am Saisonende ganz oben zu stehen – nur ein Anspruch ist es nicht. Das ist ein Unterschied.

Hat Jupp Heynckes bei seinem Amtsantritt im Sommer einfach die richtigen Schalter umgelegt oder wie er klärt sich der Leverkusener Höhenflug?

Kießling Es ist schwierig zu sagen. Dass wir Fußball spielen können, haben wir ja auch in den Jahren zuvor bewiesen. Fakt ist, dass jeder Spieler sich weiterentwickelt und reifer wird. Es tut sehr gut, dass Jupp Heynckes mit jedem Einzelnen spricht, ihm klar macht, dass er seiner Chance bekommt und wichtig für die Mannschaft ist.

Welchen Anteil hat Sami Hyypiä?

Kießling Sami ist für uns enorm wertvoll – als Abwehrchef und als Typ. In ihm und Manuel Friedrich halten die zwei alten Hasen den Laden bei uns hinten zusammen. Davon profitiert das Spiel der gesamten Mannschaft.

In der Vorrunde haben Sie zwölfmal getroffen, in der Rückserie kam bislang nur ein Treffer hinzu. Haben sich Ihre Ansprüche an sich selbst gesteigert? Ist der Druck größer?

Kießling Die gute Vorrunde war eine Bestätigung für mich. Ich wusste, dass es schwer würde, dieses Level zu halten. Ich selbst mache mir dabei gar nicht so viel Druck, der kommt von außen. Natürlich würde ich gerne nochmal zwölf Treffer erzielen, aber man muss doch das Ganze sehen. Im Moment treffe ich nicht, dafür aber Toni Kroos und Eren Derdiyok. Wenn mir kein Tor mehr gelänge, wir aber Meister würden, wäre ich überglücklich.

Die von vielen erwartete Niederlage in Bremen ist ausgeblieben. Jetzt steht das Derby gegen den 1. FC Köln an. Was erwarten Sie für ein Spiel?

Kießling Ich kann mich noch gut an heiße fränkische Derbys mit Nürnberg gegen Fürth erinnern. Insofern weiß ich, welche Bedeutung dieses Spiel immer wieder aufs Neue für die Fans hat. Es herrscht halt eine besondere Atmosphäre. Trotzdem gibt es auch am Samstag nur drei Punkte für einen Sieg.

Englische Wettbüros bieten eine Quote von 5:1, dass sie bei der WM dabei sind. Würden Sie Geld setzen?

Kießling Nein. Ich hoffe natürlich, dass ich in Südafrika dabei bin, aber sicher bin ich nicht. Ich muss einfach weiter gut spielen und wieder treffen. Dann wird man sehen. Die Weltmeisterschaft ist mein großes Ziel. Ganz klar.

Arsenal, Juventus, Milan – fast alle großen Klubs in Europa sollen Interesse an Ihnen haben. Ist das Ausland irgendwann ein Ziel?

Kießling Ich denke eher in kleineren Etappen: an das nächste Training, das nächste Bundesligaspiel. Ich weiß nicht, was in ein paar Jahren ist. Im Fußball geht alles sehr schnell. Aber im Moment fühle ich mich pudelwohl in Leverkusen. Ich habe noch einen Vertrag bis 2012 und spiele in einer erfolgreichen Mannschaft. Warum sollte ich daran etwas ändern?

Sind Sie eigentlich stolz, dass Sie es in die Bundesliga-Spitze und ins DFB-Team geschafft haben, auch ohne ein Lautsprecher zu sein?

Kießling Ja, ehrlich gesagt, freut mich das schon. Ich bin halt eher ein ruhiger Mensch. Das große Tam-Tam liegt mir nicht.

Stimmt es, dass Ihr zweijähriger Sohn Tayler sie im Fernsehen mit Ihrem Mitspieler Simon Rolfes verwechselt?

Kießling Nein, nein, das ist falsch. Journalisten mag das vielleicht passieren, Tayler erkennt mich sofort. Und nicht nur im Fernsehen, auch auf kleinen Fotos in der Fernsehzeitung.

Wenn Sie nicht Fußballprofi geworden wären, dann wohl Koch. Wie oft stehen Sie heute noch am Herd?

Kießling Ehrlich gesagt, kocht meine Frau meistens. Und das sehr gut. Ein-, zweimal im Monat koche ich selbst. Wenn wir Besuch bekommen zum Beispiel. Was es dann gibt, hängt vom Tagesgeschmack ab. Da bin ich flexibel.

Quelle: RP

 
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