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Jürgen Klopp rastet aus ap 2011 panorama
  Foto: AP, AP
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Hitzige Schlussphase in Dortmund: Klopp geht auf jubelnden Tuchel los

zuletzt aktualisiert: 20.03.2011 - 12:57

Dortmund (RPO). Jürgen Klopp kochte und keifte, Thomas Tuchel konterte. Borussia Dortmund hat im Titelkampf wieder Punkte verloren - aber das geriet beim 1:1 gegen Mainz 05 völlig in den Hintergrund.

Nach dem Ausgleich kannte Klopp keine Freunde mehr. Wild gestikulierend beschimpfte der Trainer von Borussia Dortmund die einstigen Kollegen auf der Mainzer Bank. Es folgte der verbale Schlagabtausch mit FSV-Coach Tuchel vor den Sky-Kameras um Fair Play, Ethik und Moral im Fußball - und besonders jene Szene in der 89. Minute, die den Bundesliga-Tabellenführer beim 1:1 (1:0) zwei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft kosteten.

"Aber das war euch scheißegal"

Was war geschehen? Nach einem Schuss aus kurzer Distanz in den Unterleib krümmte sich Neven Subotic vor dem Dortmunder Strafraum am Boden liegend vor Schmerzen. Doch die Mainzer schlugen den Ball nicht ins Aus, spielten weiter und kamen durch Petar Sliskovic zum Ausgleichstreffer. Das brachte Klopp, der bis 2008 Trainer in Mainz war und dort noch immer Kultstatus genießt, auf 180. "Ihr habt Subotic am Boden liegen sehen, aber das war euch scheißegal! Besonders der anschließende Jubel auf der Bank hat mich aufgeregt. Ich wäre beschämt", wetterte Klopp.

Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke machte seinem Ärger Luft: "Das Tor war eine Sauerei! Die Mainzer haben das Fair Play mit Füßen getreten. Das ist ein Skandal bei einem Spiel zwischen zwei Klubs, die befreundet sind." Tuchel wehrte sich vehement: "Es ist unfair zu unterstellen, meine Spieler hätten Subotic liegen sehen." Das war allerdings am Ende das schwächste Argument, zumal sich fast alle Mainzer nach einer Balleroberung an der Mittellinie in Richtung Dortmunder Tor bewegten. Ob Klopp selbst in dieser Situation den Ball ins Aus befohlen hätte - der BVB-Coach konnte es nicht beantworten.

Schiri Brych verteidigt sich

Nationalspieler Sven Bender machte spontan Schiedsrichter Felix Brych (München) für den Aufreger verantwortlich: "Neven liegt zwei Minuten am Boden. Wenn die Spieler nichts machen, dann ist es die Aufgabe des Schiedsrichters zu unterbrechen. Wir haben ihn mehrfach darauf hingewiesen." Der Referee fühlt sich hingegen im Recht und verweist auf die Regel 5, nach der ein Spiel nur dann zu unterbrechen ist, wenn eine schwere Verletzung oder Gesundheitsgefährung vorliegt. "Und diese Meinung hatte ich nicht", erklärte Brych. Es habe ja nicht einmal ein Foul vorgelegen, erklärte er bei der Beschreibung seiner Bewertungskriterien.

Selbst Mainzer Profis und auch Franz Beckenbauer als Sky-Experte nahmen Brych in die Verantwortung. "Es ist ganz klar die Aufgabe des Schiedsrichters, dort einzugreifen. Das ist ärgerlich für die Dortmunder", sagte der "Kaiser".

"Haben uns das Ding selbst eingebrockt"

Doch Klopp wollte nach den durchaus unterhaltsamen Diskussionen nicht als schlechter Verlierer dastehen. "Wir haben uns das Ding selbst eingebrockt. Wir haben einen Elfer verschossen und gegen einen unangenehmen Gegner 1:1 gespielt. Diese großartige und hochtalentierte Mannschaft hat bisher 62 Punkte geholt. Ich habe schon Schlimmeres erlebt", resümierte er." Ob nun die Meisterschaft nach zwei Spielen ohne Sieg noch einmal spannend werden könnte, davon wollte der 43-Jährige nichts wissen: "Wir werden weiterhin alles investieren, was wir haben. Dann werden wir sehen."

Eine Konsequenz wird Klopp nach dem Spiel ziehen. Nach seinem dritten und saisonübergreifend vierten verschossenen Elfmeter in Folge wird Nuri Sahin, der an Torhüter Christian Wetklo scheiterte (15.), als Schütze abgesetzt. Bei einer 2:0-Führung wäre die kampfbetonte und intensive Begegnung sicherlich vorzeitig entschieden gewesen - und den Klubs das Nachspiel vermutlich erspart geblieben.

So freuten sich die Mainzer über den 13. Zähler aus den letzten fünf Auswärtsspielen, der den Tabellenfünften weiterhin vom Einzug in die Europa League träumen lässt. "Ich bin glücklich über den glücklichen Punkt, aber nicht über die Umstände", sagte FSV-Coach Tuchel, dessen Freundschaft zum Vorgänger Klopp nach dem turbulenten Samstagabend arg gelitten haben dürfte.

Quelle: SID/can

 
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