Noch keine Niederlage in der Allianz-Arena: Kölner Maurer zementieren Auswärtsserie
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 18.09.2010 - 22:01Düsseldorf/München (RPO). Der 1. FC Köln hat gehalten, was er vor dem Spiel beim FC Bayern München versprochen hat. Die Domstädter stellten sich mit Mann und Maus vor dem eigenen Tor auf und ermauerten einen Punkt. Damit bleiben die Kölner in der Allianz weiter ungeschlagen. Wie in den vergangenen Jahren schwören die "Geißböcke" auf den Münchner Beton.
"Wir haben kein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt, aber das war auch nicht unser Ziel. Unser Ziel war es, hier was mitzunehmen, und das haben wir geschafft", brachte es Nationalspieler Lukas Podolski nach dem Schlusspfiff auf den Punkt. Köln baute von Beginn ein einen Riegel auf, zerstörte das Münchner Offensivspiel mit allen Mitteln. Trotz 69 Prozent Ballbesitzes, 20:8 Torschüssen und klarer Überlegenheit schaffte es der Rekordmeister nicht, die Kölner Mauer zu durchbrechen. Die beste Chance hatte WM-Torschützenkönig Thomas Müller in der Nachspielzeit, als er am überragenden Kölner Keeper Faryd Mondragon scheiterte. Bezeichnend: Der Kolumbianer hatte die meisten Kölner Ballkontakte (45).
Mauertaktik hat Tradition
Die Kölner Mauer-Taktik in München hat mittlerweile Tradition. Im vergangenen Jahr erreichte der FC mit ähnlichen Mitteln das gleiche Ergebnis. Vor zwei Jahren, damals noch unter Trainer Christioph Daum, landeten die Kölner sogar einen 2:1-Erfolg, weil sie aus einer stabilen Defensive zweimal gefährlich nach vorne kamen und zweimal das Tor trafen. Daniel Brosinski hieß der gefeierte Held, der dem Kölner Anhang einen fulminanten Start in den Karneval schenkte.
Die letzte Niederlage in München kassierte der dreimalige deutsche Meister am 23. März 2003, als Giovane Elber (2) und Hasan Salihamidzic für einen 3:0-Erfolg der Bayern sorgten. Es folgten zwei torreiche Remis (jeweils 2:2) in den Spielzeiten 2003/2004 und 2005/2006, nachdem der FC in der Zwischenzeit in der 2. Bundesliga kickte.
So langsam entwickeln sich die Kölner zum Angstgegner der Bayern, zumindest, wenn die Kölner auswärts antreten. Anders als beim Auftakt der Champions League gegen den AS Rom am Mittwoch, als die Bayern den Gegner beim 2:0 "kaputt gespielt" haben, wie Trainer Louis van Gaal erklärte, gab es diesmal kein Happy End.
Köln ließ sich nicht kaputt spielen, grätschte und fightete um jeden Zentimeter. Am Ende hatten die "Geißböcke" sogar die Gelegenheit, mit drei Punkten ins Rheinland zurückzufahren, Sebastian Freis vergab aber die große Chance. Ein Sieg wäre aber auch nicht verdient gewesen. Dennoch trauert Trainer Zvonimir Soldo der verpassten Gelegenheit hinterher. "In der zweiten Halbzeit hatten wir auch unsere Möglichkeiten. Die Bayern waren etwas müde. Leider haben wir in einigen Situationen die falschen Entscheidungen getroffen", sagte der Coach.
Kein Rhythmus, keine Kreativität
Während Köln über den ermauerten Punkt jubelt, herrscht bei den Bayern Frust. "Langsam wird es schwer, weil wir schon einen gewaltigen Abstand nach oben haben. Es fehlt an Kreativität, es fehlt an Rhythmus. Wir waren dominant, müssen aber mehr Torchancen erarbeiten", monierte Nationalspieler Philipp Lahm. Van Gaal dagegen sieht die Bayern auf einem guten Weg: "Ich bin nicht enttäuscht von unserem Spiel. Wir müssen diesen Weg weitergehen, dann bin ich sicher, dass wir auch wieder unsere Tore machen. Das ist nur eine Frage der Zeit", so der Niederländer.
Schon am Dienstag sind die Bayern zu Gast bei 1899 Hoffenheim, am kommenden Samstag kommt Sensations-Spitzenreiter Mainz 05 in die Allianz-Arena. Das Positive: Die Mainzer spielen selbst als klarer Außenseiter nach vorne. Anders als der 1. FC Köln. Der kommt aber frühestens im nächsten Jahr zurück nach München.
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