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Start in die Bundesliga-Rückrunde: Krise in Bremen, Glückseligkeit in München

VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 01.02.2010 - 11:39

Düsseldorf (RPO). Während Bayer Leverkusen und Bayern München Spiel um Spiel gewinnen, warten gleich mehrere Mannschaften noch auf den ersten Punktgewinn in der Rückrunde. Wir haben uns den Start in die zweite Saisonhälfte angesehen und zeigen die Tops und Flops.

Problemfall Hoffenheim: Vor gut einem Jahr war 1899 Hoffenheim die Mannschaft der Stunde. Der damalige Aufsteiger feierte die Herbstmeisterschaft und ärgerte die "großen" Klubs der Liga, am Ende reichte es wegen einer schwachen Rückrunde aber nur zu Platz sieben. In der laufenden Spielzeit scheint sich die Geschichte der Kraichgauer zu wiederholen.

In den ersten drei Spielen der Rückrunde holte Hoffenheim null Punkte und erzielte als einzige Mannschaft keinen einzigen Treffer. Trainer Ralf Rangnick fehlen derzeit viele Stammspieler, der jungen Mannschaft fehlt es auf dem Platz an Führungsqualitäten. In der Rückrundentabelle steht Hoffenheim auf Rang 18. Nur gut, dass die Mannschaft mit 25 Punkten aus den ersten 17 Spielen ein Polster hat, von dem sie zehren kann.

Problemfall Hannover: Die Niedersachsen erleben derzeit einen beispiellosen Absturz. Seit dem tragischen Tod von Robert Enke konnte Hannover neun Spiele in Serie nicht mehr gewinnen und steht mit 17 Punkten auf dem Relegationsplatz. Auch der neue Trainer Mirko Slomka brachte noch nicht die Wende. 96 ist ein reiner Torso, Slomka schon nach zwei Spielen mit den Nerven am Ende.

"Ich brauche Spieler, auf die ich mich verlassen kann. Der Wille allein reicht nicht. Man muss manchmal auch Entscheidungen treffen, die weh tun. Damit werden wir jetzt beginnen", kündigte Slomka nach dem peinlichen 1:3 gegen Nürnberg an. Durchhalteparolen? Oder der Anfang von der Wende?

Problemfall Bremen: Acht Gegentore in drei Spielen – die Defensivprobleme von Werder Bremen sind fatal. Bei den bislang offensiv nicht überragenden Gladbachern kassierte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf in den ersten 30 Minuten drei Gegentreffer. Die Abwehr leistete sich dabei einen Offenbarungseid, war wie schon in den Spielen zuvor viel zu leicht auszuspielen.

Null Punkte stehen 2010 auf dem Bremer Konto, der Abstand auf die Europa-League-Plätze beträgt bereits sieben Punkte. Schaaf steht trotz fünf Pleiten in Serie nicht zur Diskussion. "Unruhe muss nicht bedeuten, dass man verrückte Dinge macht", sagte Sportdirektor Klaus Allofs demonstrativ. Bremen muss die Kurve kriegen, sonst droht in der kommenden Saison einmal mehr der Verlust der Stars.

Glücksfall Bayern: Endlich wissen die Bayern, was ihr Trainer von ihnen verlangt. Louis van Gaal hat sein System durchgesetzt, der Rekordmeister spielt wie aus einem Guss. Drei Siege in drei Spielen 2010 sind der Lohn. Und die Art und Weise, wie die Bayern ihre Gegner beherrschen, lässt die Konkurrenz erzittern. Allein in Bremen und gegen Mainz hätte das Starensemble 15 Tore schießen können. Aufgrund der überragenden Leistungen glaubt van Gaal, dass sich der FCB nur selbst schlagen kann. "Wir selbst sind die größte Gefahr für uns, nicht der Gegner", sagte der Niederländer nach dem 3:0 gegen Mainz.

Glücksfall Leverkusen: Noch immer ist Bayer Leverkusen ungeschlagen. Experten vermuteten, die Werkself würde wie so oft in der Rückrunde einbrechen und die Meisterschale aus den Augen verlieren. Falsch gedacht. Die jungen Leverkusener spielen weiterhin attraktiven Fußball und beherrschen ihre Gegner. Achtung, Bayern: Leverkusen ist in diesem Jahr mehr als stabil.

Glücksfall Köln: Auch der rheinische Nachbar ist gut aus der Winterpause gekommen. Nach einem unglücklichen 2:3 gegen Dortmund holte der FC zwei Siege in Serie. Und das ohne Lukas Podolski. Die treuen Fans vermissen ihren Nationalspieler im Moment nicht, die anderen springen in die Bresche. So wie Sebastian Freis in Wolfsburg. So wie Maniche in Frankfurt. Und in Zoran Tosic hat der FC einen offensiven Kreativspieler geholt, den Experten als große Verstärkung einschätzen. Beim 2:1 in Frankfurt hat er seine Klasse bereits aufblitzen lassen. Vielleicht kann der FC mit ihm und dem neuen Schwung auch endlich den Heimfluch besiegen.


 
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