Rücktritt vom Rücktritt?: Lehmann: "Vielleicht spiele ich wieder"
zuletzt aktualisiert: 30.06.2010 - 15:24München (RPO). Der ehemalige deutsche Fußball-Nationaltorhüter Jens Lehmann denkt an einen Rücktritt vom Rücktritt. "Ich werde nach der WM in Urlaub fahren und dann sehen, was mir fehlt. Vielleicht spiele ich auch wieder Fußball", sagte er in München.
Der 40-Jährige hatte seine Karriere zum Ende der vergangenen Saison beim Bundesligisten VfB Stuttgart beendet. Kürzlich habe er einen Anruf aus dem Trainingslager der Schwaben erhalten - und ein komisches Gefühl gehabt, weil um diese Zeit des Jahres eigentlich immer die Trainingsarbeit losgehe, berichtete Lehmann.
Derzeit ist Lehmann als Sky-Experte bei der WM in Südafrika im Einsatz und vermisst das runde Leder. "Es ist schwierig für mich, wenn man den Rasen riecht. Ich darf nicht über die Linie treten - das ist komisch", sagt Lehmann und bekannte: "Ich hab noch keinen Abstand und fühle mich mehr als Spieler."
Vor seinem Abschied hatte er mit einem erneuten Wechsel ins Ausland geliebäugelt - zum Beispiel in die USA.
Elfmetertöter Lehmann gab der deutschen Nummer eins, Manuel Neuer, vor der emotionalen Revanche für das WM-Viertelfinale von 2006 gegen Argentinien einen Tipp. "Nimm einen Zettel mit", rät der deutsche Nationaltorhüter im Ruhestand vor dem Duell am Samstag (16 Uhr/Live-Ticker): "Das ist kein Running Gag, sondern eine Notwendigkeit." Lehmann würde am liebsten selbst noch einmal im Tor stehen: "Jeder Fußballspieler will eine WM spielen."
Aber Bundestrainer Joachim Löw hat den 40-Jährigen nicht für die WM nominiert. Und so wird er als Glücksbringer und Sky-Experte in Kapstadt an der Seitenlinie stehen - aber den Zettel mit Tipps zu den argentinischen Elfmeterschützen soll wie vor vier Jahren in Berlin lieber der deutsche Torhüter-Trainer Andreas Köpke schreiben. "Dafür sind die Trainer da", sagt Lehmann und ergänzt: "Ich hoffe, es gibt wieder ein Elfmeterschießen und dann ist meine Geschichte passe."
Lehmann gegen Videobeweis
Lehmann sprach sich derweil gegen die Einführung eines Videobeweises im Fußball aus. "Ich finde nicht, dass sie technische Hilfsmittel zulassen sollten", sagte Lehmann: "Wir hätten nichts mehr zu sprechen. Es gäbe keine Mysthik im Fußball mehr."
Über das legendäre Wembley-Tor werde seit 44 Jahre gesprochen, und über das nicht gegebene 2:2 der Engländer im WM-Achtelfinale gegen Deutschland werde man vermutlich genauso lange reden.
Lehmann spricht sich stattdessen für den ausschließlichen Einsatz von Top-Schiedsrichtern aus: "Man sollte besser Schiedsrichter wählen, die das Tempo in den europäischen Topligen kennen."
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