Borussia Mönchengladbach: Lehrjahr für Leckie, Neustart für Mandiangu
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 20.06.2012 - 07:42Borussia Mönchengladbach (RP). Mathew Leckie soll Erfahrung sammeln. Das hat er auch in der vergangenen Saison bei Borussia getan, vor allem aber als Beobachter von der Bank aus – oder im Regionalliga-Team.
Neunmal durfte er kurzzeitig in der Bundesliga mitmachen, zehnmal spielte er für die U23. Nun soll der Kraftprotz aus Australien in der Zweiten Liga die Praxis ausführlicher kennenlernen. Borussia leiht ihn für ein Jahr an den FSV Frankfurt aus.
Ausleih-Geschäfte sind für Sportdirektor Max Eberl das Prinzip für Spieler, die auf dem Sprung sind, aber noch zu weit weg vom Bundesligakader. In Gladbach wäre Leckie wohl Bankangestellter geblieben, beim FSV "möchte ich den nächsten Schritt in meiner Entwicklung machen", sagt Leckie, dessen Vertrag bei Borussia bis 2014 läuft. Eberl glaubt nach wie vor an das Talent: "Wir sind weiter von Mathew überzeugt, sind aber der Meinung, dass für ihn zum jetzigen Zeitpunkt Spielpraxis auf hohem Niveau sehr wichtig ist. Dies bietet ihm und uns FSV Frankfurt."
Einen jungen Spieler anderswo zwischenparken, das kann ein guter Lerneffekt sein. So ging Lukas Rupp, den Gladbach vor einem Jahr aus Karlsruhe holte, im Januar für ein halbes Jahr zum SC Paderborn. Dort machte er 15 Spiele und zwei Tore – und schaffte mit den Ostwestfalen fast sogar den Aufstieg. Nun kehrt Rupp (21) mit gehörigem Selbstvertrauen zurück.
Auch Elias Kachunga hat die sechsmonatige Ausleihe nach Osnabrück genutzt, um sich Spielpraxis und Erfolgserlebnisse zu holen. Zehn Tore schoss er für den Drittligisten und setzte damit fort, was er zuvor bei Borussias U23 (zwölf Tore in der Hinrunde) angedeutet hatte: seinen Aufwärtstrend. Kachunga war früher schon nah dran an der Bundesliga, kam 2010 beim 2:3 bei 1899 Hoffenheim zu seinem Erstliga-Debüt. Dann aber gab es einen Bruch.
"Elias musste wieder lernen, sich zu fokussieren", sagt Borussias Nachwuchsdirektor Roland Virkus. "Das letzte halbe Jahr ist gut gelaufen. Auch wenn wir mit Osnabrück den Aufstieg nicht geschafft haben, kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein", sagt Elias Kachunga. Noch ist offen, ob der 20-Jährige eventuell noch mal ausgeliehen wird. Hertha BSC ist als Leih-Interessent im Gespräch. Und Kaiserslautern, wie Berlin abgestiegen in Liga zwei.
Einer, dem beste Perspektiven nachgesagt wurden, muss sich neu orientieren: Christopher Mandiangu. Er ist auf Vereinssuche. Dabei war Mandiangu 2007 sogar beim FC Chelsea im Gespräch. In der B-Jugend legten sich er und Kachunga die Bälle gegenseitig auf. Mandiangu schoss 18 Tore, Kachunga 17. Doch ist Mandiangu (20) auf halbem Weg hängengeblieben, hat auch vergangene Saison in der Regionalliga nicht überzeugt. "Ich habe ihm früh gesagt, dass er ein Problem bekommt, wenn er sich nicht weiterentwickelt. Es war seine letzte Chance. Für ihn ist es ein Neustart bei einem anderen Klub, dann wird sich zeigen, ob es an Christopher lag oder am Umfeld", sagt Virkus. Für Mandiangu ist das Kapitel Borussia also zu Ende.
Für Mathew Leckie indes soll es am Bornheimer Hang in Frankfurt ein Lehrjahr werden. Danach soll er vielleicht gestärkt nach Mönchengladbach zurückkehren. Dann wäre es das optimale Leihgeschäft.
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