Schiri-Schelten in der Fußball-Bundesliga: Machtwort vom "Kaiser", Kovac gesperrt
zuletzt aktualisiert: 11.11.2008 - 11:30München (RPO). Franz Beckenbauer hat nach der zunehmenden Kritik an den Schiedsrichtern das Benehmen von Offiziellen und Spielern in der Fußball-Bundesliga scharf kritisiert und härtere Strafen gefordert. "Das Erscheinungsbild ist eine Katastrophe."
"Wir brauchen in der Liga andere, bessere Manieren den Schiedsrichtern gegenüber. Es kann nicht sein, dass bei jeder noch so kleinen Aktion alle mitmischen. Spieler, Trainer, Betreuer. Mit einem solchen Verhalten bringen sie auch das Publikum gegen die Schiedsrichter auf", sagte der "Kaiser" der "Bild"-Zeitung.
Deshalb plädierte der Präsident von Bayern München für ein konsequenteres Vorgehen der Unparteiischen. "Wenn ich Schiedsrichter wäre und so angemacht würde - der Betreffende würde sofort vom Platz fliegen. Wir müssen den Beteiligten mehr Respekt beibringen. Mit Roten Karten!", betonte Beckenbauer.
Für den kommenden Montag (17. November) ist in München bereits ein Runder Tisch geplant. Dort sollen sich die Vereine sowie Vertreter der Unparteiischen und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über die Vorkommnisse der vergangenen Wochen austauschen. Beckenbauer sieht allerdings wenig Erfolgschancen: "Das ist ja nicht der erste Runde Tisch. Bisher hat es nicht sehr viel gebracht, wie man leider sieht."
Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger äußerte sich über die "Motzki-Liga" sehr kritisch. Emotionen würden zwar zum Fußball dazu gehören. "Was nicht akzeptabel ist: Wenn Beteiligte noch nach Spielschluss über Schiedsrichter herziehen. Da müssen einige noch lernen."
"Haben gute Schiris"
Zwanziger stellte sich in der "Bild" gleichzeitig vor die DFB-Referees: "Wir haben sehr gute Unparteiische. Ich wundere mich, wie viel die Schiedsrichter richtig machen. Es unterlaufen ihnen kaum gravierende Fehler."
DFB-Vizepräsident Rainer Koch forderte deshalb, "dass wir unbedingt den gegenseitigen Respekt wieder brauchen". Man habe über das ständige Kritisieren der Schiedsrichter und das Angehen auf dem Platz bereits im Frühjahr mit den Vereinen gesprochen, "es hat nicht ganz ein halbes Jahr gehalten".
Der Kontrollausschuss des DFB hatte nach den Vorfällen vom Wochenende bereits Ermittlungen wegen des Verdachts des unsportlichen Verhaltens gegen Dortmunds Trainer Jürgen Klopp und Bremens Torjäger Claudio Pizarro aufgenommen. Zudem attackierte Stuttgarts Torwart Jens Lehmann Schiedsrichter Babak Rafati verbal.
BVB-Verteidiger Robert Kovac wurde derweil am Dienstag wegen "fortgesetzter Beleidigung des Schiedsrichters und der Schiedsrichter-Assistenten" zu drei Spielen Sperre verurteilt. Der Spieler hatte nach dem Schlusspfiff der Partie beim Hamburger SV (1:2) von Schiedsrichter Jochen Drees die Rote Karte gesehen. Gegen das Urteil des Einzelrichters kann binnen 24 Stunden eine mündliche Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht beantragt werden.
Besserung gelobte BVB-Coach Klopp. "Wie das auf den Bildern rüberkam, war das weit weg von dem, was ich vorhatte", sagte Klopp der "Westfälischen Rundschau".
"Es war nicht geplant. Es tut mir leid, was da jetzt entstanden ist. Mich wird niemand in Zukunft in der Nähe eines Schiedsrichters sehen", so Klopp weiter. Der ehemalige "TV-Bundestrainer" hatte sich wie Kovac nach eine verbale Auseinandersetzung mit Drees geliefert.
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