Schalkes irres Transferfinish: Magath hält Wort und spielt mit dem Feuer
VON ROLAND LEROI - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 10:35Düsseldorf (RPO). Schalke 04 hat kurz vor Transferschluss noch einmal heftig zugeschlagen. Dem Vernehmen nach investierten die "Knappen" somit für die neue Spielzeit über 35 Millionen in neue Spieler – ein risikoreiches Unterfangen.
Wenn Felix Magath etwas verspricht, dann hält er sich auch daran. Als Schalke 04 vor rund einem Monat mit lautem Gebimmel die Verpflichtung von Raul bekannt gab und den Fußballstar aus Spanien in Gelsenkirchen mediengerecht präsentierte, kündigte der Trainer weitere Transfers an.
"Raul ist das Highlight, das wir nicht toppen können, aber wir müssen noch mehr Spieler holen", sagte Magath damals. Ein Stürmer, der "dafür sorgt, dass Raul noch mehr Tore schießen kann", stand ganz oben auf seiner Liste. Weitere Wechsel wollte er ebenfalls angehen.
Die Vorhaben hat Magath umgesetzt. Klaas-Jan Huntelaar wurde zwar "erst" nach dem 2. Spieltag, an dem Schalke bereits seine zweite Saisonpleite kassierte, vom AC Mailand für 14 Millionen Euro verpflichtet, doch davor und danach lotste der Coach noch mehr Personal nach Gelsenkirchen.
Schalkes irres Transferfinish: Unmittelbar bevor alle Wechselaktivitäten in der Nacht zum 1. September beendet sein mussten, schlug Magath mächtig zu. Ciprian Deac vom rumänischen Verein CFR Cluj wurde für rund drei Millionen Euro geholt. Dazu kamen in beinahe letzter Sekunde Jose Manuel Jurado (Atletico Madrid) für elf Millionen Euro und der Franzose Nicolas Plestan (OSC Lille). Eine Woche zuvor hatte sich Hans Sarpei von Bayer Leverkusen den Schalkern angeschlossen.
Viel Geld investiert
Zusammen mit den bereits zu Sommerbeginn transferierten Profis wie Christoph Metzelder (Real Madrid) oder Erik Jendrisek (1. FC Kaiserslautern) sind zu dieser Saison ein rundes Dutzend Profis nach Schalke gekommen. Geld spielte dabei offenbar nur eine sekundäre Rolle. Über 35 Millionen Euro wurden geschätzt in die Ablösesummen investiert, hinzu kommen die Gehälter und Handgelder für die Superstars Raul und Co..
Trotz des zweiten Platzes der Vorsaison und der Qualifikation für die Champions League nahm Magath somit eine erneute Generalüberholung vor und gab 15 Profis ab. Darunter Heiko Westermann für rund 7,5 Millionen Euro zum Hamburger SV und Rafinha (FC Genua) für neun Millionen Euro.
Während der Niederländer Huntelaar und der Spanier Jurado dessen Landsmann Raul in der Offensive unterstützen sollen, ist der Franzose Plestan als Stütze für die in den ersten Saisonspielen wacklige Abwehr vorgesehen. Der 29-Jährige erhält nach Angaben der Schalker einen Vertrag bis 2013.
Bei Magath hat das Methode. Als er vor einem Jahr die "Königsblauen" übernahm, hielt er sich auf dem Transfermarkt zunächst zurück und setzte auf damals unbekannte Talente wie Lukas Schmitz oder Joel Matip. Doch bereits in der vergangenen Winterpause schlug der Meistermacher wie ein Irrwisch zu.
Neun Neue im Januar 2010
Neun neue Spieler wurden im Januar 2010 geholt. Darunter befanden sich Stürmer Edu und Alexander Baumjohann. Die meisten Profis konnten so wie Tore Reginiussen oder Besart Ibrahimi aber nur sporadische Einsätze feiern.
Das dürfte bei den Kalibern Raul und Huntelaar nicht der Fall sein. Die beiden Neuen sollen den künftigen Schalker Traumsturm bilden. Ihre Kollegen Jendrisek oder Tim Hoogland dürften es aber schwer haben. Und Metzelder suchte an den ersten beiden Spieltagen noch seine Form. Er muss sie angesichts des stahlharten Konkurrenzkampfes schnell finden.
"Schon die Spiele in Aalen und Hamburg hatten gezeigt, dass wir im Abwehrzentrum nicht so sicher stehen", sagte Magath dem Magazin "Kicker". Der Schalker Trainer vertraut aber weiter auf eine Steigerung von Metzelder. "Ich bin davon überzeugt, dass er seine Verunsicherung ablegen wird. Aber man muss abwarten, wann das sein wird", sagte er.
Erfolgsdruck wächst
Magath rüstet sein Team für den Tanz auf drei Hochzeiten. Dass er den "Etat im Auge habe", hatte ihm S04-Boss Tönnies schon beim Raul-Transfer bescheinigt. Klar ist aber auch, dass Schalke angesichts der aktuellen Investitionen auch in Zukunft Einnahmen aus der Champions League benötigt. Mittelfristig soll zudem ein Titel her - Magath hat einiges vor.
Ob die Rechnung aufgeht, ist ungewiss. Schon Borussia Dortmund erlitt vor einigen Jahren mit überhöhten Ausgaben Schiffbruch und musste lange Jahre kleinere Brötchen backen. Magath will sein Bestreben, in die Schalker Gesichtsbücher einzugehen, aber mit aller Macht verfolgen. Und er ist noch nicht fertig. Im Januar öffnet die Transferliste schon wieder.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

























