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FC Schalke 04 Felix Magath Arena Panorama dapd2010
  Foto: dapd, dapd
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Noch keine Wende für Schalke 04: Magaths trügerischer Sieg

VON SEBASTIAN HUPPERTZ - zuletzt aktualisiert: 05.12.2010 - 18:02

Düsseldorf (RPO). Beim 2:0-Heimsieg des FC Schalke 04 gegen Bayern München am vergangenen Wochenende stellten Jose Manuel Jurado und Benedikt Höwedes mit ihren Treffern den Spielverlauf auf den Kopf. Für das Team von Trainer Felix Magath waren das zwar drei immens wichtige Punkte, von einem Befreiungsschlag oder gar einer Wende braucht man indes aber nicht zu sprechen – zu deutlich wurde die Hilflosigkeit der Schalker gegen den über weite Strecken klar überlegenen deutschen Meister.

Es dauerte bis zur 48. Minute, ehe Bayern-Torhüter Jörg Butt gegen Ivan Rakitics Volley-Abnahme zum ersten Mal spielentscheidend eingreifen musste, exakt zehn Minuten später stand es 1:0 für die Hausherren – und niemand wusste warum.

Die 61.673 Zuschauer in der Gelsenkirchener Veltins-Arena sahen eine muntere erste Halbzeit, an deren Ende sich die Königsblauen mit einem schmeichelhaften 0:0 in die Kabine retteten. Schon nach wenigen Minuten bestimmten die Gäste aus München das Spiel, hatten mehr Ballbesitz und sorgten immer wieder mit schnell und präzise vorgetragenen Angriffen für Gefahr im Schalke-Strafraum. Dem Münchner Kombinationsfußball hatte die Magath-Elf außer ihrem überragenden Torhüter Manuel Neuer, der die Bayern-Angreifer gleich mehrmals zur Verzweiflung brachte, nicht viel entgegenzusetzen. Lediglich der quirlige Spanier Jurado sorgte zumindest in Ansätzen für Probleme auf der rechten Abwehrseite von Nationalverteidiger Philipp Lahm. Die beiden einzigen Torschüsse der Schalker setzten Stürmer Klaas-Jan Huntelaar und Mittelfeldmann Rakitic weit über das Tor.

Tor aus dem Nichts

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit fanden die Schalker nicht ins Spiel – bis zu Neuers Geistesblitz in der 58. Spielminute: Der Keeper fischte eine Flanke souverän aus der Luft und überbrückte geistesgegenwärtig mit einem 80-Meter-Abschlag das Mittelfeld. Stürmer Raul konnte sich daraufhin erst etwas glücklich gegen Verteidiger Breno durchsetzen und scheiterte dann bei seinem Schussversuch am langen Bein von Anatoli Timoschtschuk. Trotzdem erreichte der Ball irgendwie den nachgerückten Jurado, der mit Hilfe des rechten Pfostens für die Schalke-Führung aus dem Nichts sorgte.

Nach dieser Szene entwickelte sich in den letzten 30 Minuten ein komplett anderes Spiel als noch in der ersten Halbzeit. Mit der 1:0-Führung und dem heimischen Publikum im Rücken fand das Team von Trainer Magath dann endlich besser ins Spiel und konnte die sichtlich geschockten Gäste weiter unter Druck setzen. Zehn Minuten später gelang Innenverteidiger Höwedes nach einer schönen Flanke von Peer Kluge dann sogar noch das 2:0.

"Er hat das Spiel totgemacht"

Magath stellte danach um auf Total-Defensive: Im Brasilianer Edu und dem Torschützen Jurado nahm er zwei Offensivkräfte vom Platz, brachte stattdessen zwei Verteidiger: den 18-jährigen Kyriakos Papadopoulos und den nach langer Verletzungspause wiedergenesenen Christian Pander. Diese Maßnahme sorgte zwar nicht für eine besonders attraktive Schlussviertelstunde, war aber effektiv: Der Rekordmeister aus München biss sich an der 20-beinigen Verteidigung der Knappen bis zum Schlusspfiff die Zähne aus. Das erkannte auch Bayern-Trainer Louis van Gaal neidlos an: "Er hat das Spiel totgemacht, das war sehr schlau."

Für den Ruhrgebietsverein versteckt sich im Erfolg gegen die Bayern aber dennoch ein gewisses Gefahrenpotenzial, weil das Ergebnis über Schalker Defizite hinwegtäuschen könnte. Magaths Team steht trotz der drei Punkte vom Samstag weiterhin auf dem 15. Tabellenplatz, der Abstand auf den zweiten Platz, der direkt zur Teilnahme an der Champions League berechtigt, beträgt 14 Zähler.

Probleme auf den Außenpositionen

Viel entscheidender ist aber, dass auch die Leistung gegen Bayern mitnichten überzeugend war. Vor allem auf den Außenpositionen hatten die Königsblauen ihre Probleme: Linksverteidiger Lukas Schmitz wirkte gegen Thomas Müller häufig unsicher, ließ sich teilweise regelrecht düpieren. Der Japaner Atsuto Ushida verteidigte auf der rechten Seite gegen den schwachen Franck Ribery zwar besser – doch nach vorne gelang auch ihm nicht viel.

Nach der Führung bot Schalke in der zweiten Halbzeit eine überzeugende kämpferische Leistung – davor allerdings nicht. Noch in der ersten Halbzeit hatte man den Eindruck, dass sich die Magath-Elf gegen den überlegenen Gegner nur halbherzig zur Wehr setzt. Daran konnte auch die Tatsache, dass der bei Magath in Ungnade gefallene Jermaine Jones nicht mehr im Kader war, nichts ändern. Jones war letzte Woche zusammen mit Hans Sarpei und Alexander Baumjohann zu den Amateuren strafversetzt worden. Der Grund: mangelnde Einstellung.


 
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