Gefoult, gepöbelt, Plastikstuhl zerstört: Maik Franz rastet aus
VON TIM RÖHN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008 - 07:30Karlsruhe (RPO). Mario Gomez bezeichnete ihn einst öffentlich als "Arschloch", von seinen Gegenspielern wird er für sein oft grenzwertiges Verhalten auf dem Platz kritisiert: Jetzt ist Maik Franz wieder ausgerastet. Beim 0:3 gegen Schalke verlor der Karlsruher Kapitän wieder einmal die Nerven.
Das war passiert: Sieben Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, und Franz war schon mit Gelb verwant, als er am eigenen Strafraum seinen Gegenspieler Jefferson Farfan regelrecht umrannte. Eine Aktion ohne Konsequenzen, denn Schiedsrichter Herbert Fandel hatte die Attacke nicht gesehen.
Nur eine Minute später revanchierte sich Farfan an der Seitenlinie im Mittelfeld und senste den Karlsruher um. Ein klares Foulspiel, Franz, bekannt als Theatraliker, wälzte sich am Boden.
Dann stand er wieder auf - die Gelbe Karte für Farfan hatte offenbar eine Wunderheilung bewirkt - und legte sich mit der Schalker Bank an. Franz brüllte, Franz gestikulierte wild.
Irgendwann hatte Fandel genug gesehen und pfiff die Partie wieder an. Die Gemüter schienen sich beruhigt zu haben, aber Franz, der den Freistoß ausführen sollte, hatte immer noch nicht genug: Wieder drehte er sich zur Schalker Bank und zur Tribüne und fuchtelte mit den Armen herum. Die Folge: Der Schiedsrichter zückte Gelb-Rot.
Platz eins in der Anti-Fairplay-Liste
Wer dachte, damit ist der Auftritt vorbei, hatte sich geirrt. Denn nun legte der 27-Jährige erst richtig los: Wütend stürmt er den Schalker Reservisten entgegen, KSC-Betreuer können ihn gerade noch in Richtung Kabine schieben. Auf dem Weg dorthin schubste er den Linienrichter und trat einen Plastikstuhl kaputt, die Teile flogen durch die Luft.
Dann war er weg. Was bleibt, ist ein weiteres Kapitel im schon ziemlich dicken Buch der Franzschen Undiszipliniertheiten. Franz führt die Anti-Fair-Play-Liste in dieser Saison mit fünf Gelben und einer Gelb-Roten Karte an, auch in der Vorsaison war er immer wieder negativ aufgefallen.
Gomez war nicht der Einzige, der sich über Franz beschwerte. Auch andere Spieler klagten über seine teils überharte Spielweise, über Nickeligkeiten hinter dem Rücken des Schiedsrichters.
Dazu gilt der Karlsruher, der von den eigenen Fans geliebt wird, als "Trash-Talker". Als einer, der seine Gegner mit Provokationen und sinnlosem Gerede aus der Konzentration bringen will.
Dass es auch einen anderen Maik Franz gibt, den symphatischen von nebem Platz, bewies er vor zwei Wochen beim "Sportstudio", als er über sein Privatleben plauderte und für seine Aussetzer geradestand. Ja, er spiele anders als die meisten seiner Kollegen, und ja, er wolle sich auch nicht großartig ändern.
Franz ist eine ehrliche Haut, dafür gebührt ihm Respekt. Und so wird er sich auch über diese Szenen gegen Schalke im Nachhinein nicht den Kopf zerbrechen. Er ist eben keiner dieser angepassten Spieler, die sich um ihr Image scheren. Maik Franz ist einfach Maik Franz, und danach wird sich auch nichts ändern.
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