Mainzer Strategie in München - Ribery Joker: "Mannschaftsbus vor Bayern-Tor parken"
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 07:21Mainz (RPO). Mit einem ungewöhnlichen Einfall und viel Respekt im Gepäck reist Trainer Thomas Tuchel Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 zum Auswärtsspiel bei Rekordmeister Bayern München. "Helfen würden uns ein schnelles Tor und ein schneller Abpfiff", sagte Tuchel und fügte verschmitzt hinzu: "Wir können ja vielleicht den Mannschaftsbus vor unserem Tor parken. Mit zwei Torhütern können wir ja leider nicht antreten."
Trotz des 2:1-Heimsieges zu Saisonbeginn sieht Tuchel den FSV in München am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) in der klaren Außenseiterrolle. Zudem haben die Rheinhessen, die von 5000 Fans begleitet werden, auf der linken Verteidigerposition Personalprobleme. Florian Heller fällt nach seinem Bruch des Augenhöhlenbodens ebenso aus wie Zsolt Löw, der zurzeit über schlechte Blutwerte verfügt.
Als direkter Gegenspieler von Bayern-Star Arjen Robben kommt der eigentlich offensiver ausgerichtete Chadli Amri in Betracht. Auch Elkin Soto könnte laut Tuchel auf der Position spielen. Offen ließ der Coach, ob der vom Afrika-Cup zurückgekehrte Aristide Bance oder wie zuletzt beim 1:0 gegen Hannover 96 Winterneuzugang Adam Szalai als einzige Sturmspitze von Beginn an auflaufen.
Unterdessen ist klar, dass Heller um eine Augen-Operation herum kommt. Heller, bei dem auch die Netzhaut in Mitleidenschaft gezogen wurde, hat aber zehn Tage lang absolutes Sportverbot und muss am 5. Februar nochmal zur Nachuntersuchung zum Augenarzt.
Ribery erneut nur Joker
Bayern Münchens Mittelfeldstar Franck Ribery muss sich trotz überstandener Zehenverletzung weiter in Geduld üben. Trainer Louis van Gaal wird den 26 Jahre alten Franzosen auch am Samstag gegen Mainz 05 nur als Joker aufbieten.
"Er hat wieder eine Woche trainiert, aber es muss noch besser werden. Ich denke, dass er noch nicht fit ist. Das dauert noch", sagte van Gaal am Donnerstag und fügte leicht genervt an: "Ich will nicht ständig nur über Ribery reden. Das ist nicht gut für ihn, für mich und die Mannschaft."
Der Niederländer vertraut auch gegen Mainz seiner zuletzt siegreichen Elf: "Wenn wir gewinnen und so spielen, habe ich keine Lust, etwas zu ändern."
Ribery, der wochenlang verletzt ausgefallen war, hatte beim 3:2 in Bremen am vergangenen Samstag einen ersten Kurzeinsatz. Am Dienstag spielte er dann gegen den Drittligisten FC Ingolstadt (2:0) 60 Minuten. "Es war ein guter Test für mich. Im Knie habe ich nichts gespürt, das ist das Wichtigste", sagte Ribery anschließend.
Ribery selbst sieht sich auch "noch nicht bei 100 Prozent. Ich arbeite hart, um wieder von Beginn an spielen zu können. Jetzt brauche ich einfach den Wettkampf." Gegen Mainz hofft der Nationalspieler deshalb, "zumindest eine Halbzeit zu spielen".
An Mainz hat van Gaal keine gute Erinnerung. Das 1:2 gegen das Team von Trainer Thomas Tuchel war die erste Niederlage der Münchner unter seiner Regie gewesen. "Das ärgert mich immer noch. Das war das einzige Spiel, bei dem bei einigen Spieler der Einsatz und der Fokus nicht da waren. Das hat mich sehr enttäuscht", sagte der Bayern-Coach im Rückblick.
Nach acht Pflichtspielsiegen in Folge sieht van Gaal seine Mannschaft aber nun "in einer ganz anderen Verfassung. Alle haben sich gesteigert." Dennoch warnt er sein Team. Mainz habe "Mut und Laufbereitschaft. Sie sind stärker, als viele denken."
Derweil bewertete der 58-Jährige den Wechsel seines Landsmanns Ruud van Nistelrooy von Real Madrid zum Hamburger SV sehr positiv: "Das ist gut für die Bundesliga. Er hat immer seine Tore gemacht und einen unvorstellbaren Schnitt. Wenn er fit ist, ist er eine unglaubliche Verstärkung für den HSV."
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