Bundesliga-Hit: Marin kommt als Bremer nach Gladbach
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 30.01.2010 - 10:06Mönchengladbach (RP). Der frühere Mönchengladbacher Marko Marin kehrt mit Werder Bremen zurück in den Borussia-Park. Der Mittelfeldspieler hat für seine Kollegen Essen bestellt. Das wird aber nur nach einem Sieg richtig schmecken.
Marko Marin will seinen Kollegen die Dienstreise nach Mönchengladbach schmackhaft machen. Er hat bei seinem Lieblingsitaliener in der alten Heimat Essen bestellt. Lasagne gibt es und Pennette mit Gemüse und Putenbruststreifen, dazu Marins favorisiertes Dessert: Millefoglie. All das wird nach dem Spiel Werder Bremens heute bei Borussia angeliefert in die Kabine der Norddeutschen.
Ob die Köstlichkeiten den Bremern munden werden, hängt indes vom Verlauf der 90 Minuten im Borussia-Park ab. Es wird Marins 20. Liga-Einsatz für Werder sein. Und ein "ganz besonderer" für den wuseligen Mittelfeldspieler, der erstmals mit seinem neuen Klub nach Mönchengladbach kommt. Bei der Borussia ist er Profi geworden, hier hat er sein erstes Bundesligaspiel gemacht und in der vergangenen Saison dazu beigetragen, dass es ein glückliches Ende gab. "Ich war an 15 Toren beteiligt – ohne die wären wir wohl abgestiegen", sagt Marin.
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Im Sommer ging er nach Bremen, weil er hier bessere Perspektiven sah, auch für seine Karriere im Nationalteam: Werder spielt als Pokalsieger in der Europa League – und ist in der Bundesliga immer ein Kandidat für das internationale Geschäft. Derzeit aber machen die Bremer "nicht die einfachste Phase durch", wie Gladbachs Trainer Michael Frontzeck vermutet. Seit sechs Spielen sind sie sieglos. "Wir sind abgerutscht", gesteht Marin.
Nun hofft er auf die Trendwende – ausgerechnet in Gladbach. Dort hat er noch viele Freunde. Oliver Neuville zum Beispiel, den Stürmer, der inzwischen zum Joker geworden ist. Oder Birgitt Lintjens, die sich im Borussen-Internat, dessen bekanntester Ex-Bewohner er ist, mütterlich um ihn kümmerte. Persönliche Bande spielen aber keine Rolle, wenn es um Tore und Punkte geht. Für beides würde Marin gern verantwortlich sein an alter Wirkungsstätte.
Trägt Marin (bisher zwei Tore) maßgeblich zum Erfolg der Gäste bei, würde das definitiv den Unmut seiner früheren Verehrer im Gladbach-Block provozieren. Spieler, die Borussia den Rücken kehren, sind nicht gut gelitten, zumal, wenn der Wechsel nicht ohne Trubel abging. Marin hatte sich frühzeitig für Bremen entschieden, obwohl Borussia noch hoffte, er würde bleiben.
Bis die 8,5 Millionen Euro, die sich Werder den 20-Jährigen kosten ließ, den Besitzer wechselten, gab es einiges Hin und Her und am Ende auch unschöne Worte. Sportdirektor Max Eberl war enttäuscht, weil ihm Marin allzu knapp mitgeteilt habe, er werde gehen. Das aber ist ausgestanden. Eberl und Marin haben zuletzt telefoniert, der Neu-Bremer hat um Tickets für Eltern und Freundin nachgefragt.
Trotzdem werde es Pfiffe geben, glaubt Marin. "Das ist doch normal und stört mich nicht", sagt er. Er hat sich in Bremen schnell etabliert, hat kein Ligaspiel verpasst. Mit Mesut Özil bildet er das kreative Herz der Mannschaft. Dass es in Gladbach nicht leicht wird, weiß Marin. "Borussia hat sich gut verstärkt, tolle Spiele abgeliefert und spielerisch überzeugt", sagt er. Dennoch will er seinen Ex-Verein mit Werder vernaschen – damit das Essen vom Lieblingsitaliener ihm und den Kollegen auch wirklich schmeckt.
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