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Felix Magath ap 2009 panorama
  Foto: AP, AP
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Schalke träumt von der Schale: Meistermacher Magath mahnt und stapelt tief

zuletzt aktualisiert: 10.03.2010 - 10:19

Düsseldorf (RPO). Die Spieler von Schalke 04 schielen immer mehr auf die Schale, die Fans träumen längst vom ersten Meistertitel seit 52 Jahren. Selbst Bundestrainer Joachim Löw traut den Königsblauen den großen Coup zu - nur Felix Magath will von alldem weiter nichts wissen.

Auch nach dem beeindruckenden 4:1 (2:0) bei Eintracht Frankfurt am Samstag sieht der Trainer und Manager seine Mannschaft weder als Titelanwärter noch als Bayern-Jäger. "Ich bin froh, dass wir uns in der Tabelle stabilisiert haben", sagte Magath in seiner gewohnt nüchternen Art.

Eine Woche nach dem engen 2:1 im Revierderby gegen Borussia Dortmund präsentierten sich die Schalker vor 51.500 Zuschauern in Frankfurt über weite Strecken wie eine Spitzenmannschaft – ruhig, ballsicher, abgeklärt, effektiv und einmal mehr vor allem bei Standardsituationen brandgefährlich.

Doch Magath würde seiner Rolle als Mahner nicht gerecht, wenn er den Finger nicht in die Wunde legen würde. "Nach dem Anschlusstor sind wir ins Rudern geraten und haben die Kontrolle über das Spiel verloren", sagte Magath und übte lieber Kritik an den schwächeren 20 Minuten nach der Pause: "Der Sieg erscheint klarer, als er letztlich war."

S04 vor "Wochen der Wahrheit"

Auf zwei Punkte ist Schalke an die Tabellenspitze herangerückt, doch Magath verwies auf die "Wochen der Wahrheit" mit den Spielen gegen den VfB Stuttgart, beim Hamburger SV, bei Bayer Leverkusen und letztlich gegen seinen Ex-Klub aus München. "Erst danach können wir sagen, wohin wir uns orientieren können", sagte der 56-Jährige.

Es könnte sein, dass die königsblauen Wunschträume dann Realität werden. Für die Spieler ist der Titel jedenfalls kein Tabu mehr. "Wir sind noch nicht ganz oben, aber da wollen wir hin. Wir haben Fortschritte gemacht", sagte Torhüter Manuel Neuer, und Kevin Kuranyi ergänzte: "Wir werden in den nächsten Wochen und bis zum Saisonende alles geben."

Auch Joachim Löw traut den Königsblauen die Meisterschaft zu. "Schalke kann eingreifen. Sie kommen aus dem Hinterhalt, das macht sie gefährlich", sagte der Bundestrainer und erinnerte an den Meister des vergangenen Jahres: "Das war ja letzte Saison mit Wolfsburg auch so. Mit denen hat keiner gerechnet."

Beste Abwehr statt bester Sturm

Magath indes spielt die offensichtlichen Parallelen zu seinem Meisterstück mit den Wölfen in der vergangenen Saison herunter. "Dort hatten wir eine andere Grundlage, weil wir schon im zweiten Jahr zusammengearbeitet haben. Außerdem hatten wir mit Dzeko und Grafite den besten Sturm und mit Misimovic den besten Vorbereiter der Liga. Jetzt haben wir vielleicht den besten Torjäger, aber das allein reicht nicht", sagte Magath. Dafür hat der auch als "Quälix" bekannte Fußballlehrer mit Schalke die beste Verteidigung der Liga.

Magath holte zwar auch Jugendspieler in die Autostadt, setzte dann aber im Endeffekt doch auf gestandene Profis. In Gelsenkirchen machte der 56-Jährige aus der finanziellen Not eine Tugend und gab den jungen Christoph Moritz, Lukas Schmitz, Joel Matip sowie dem verletzten georgischen Talent Lewan Kenia eine Chance. Diese zahlten es ihm mit Leistung zurück und sind nun, wenn sie fit sind, aus dem 18-köpfigen Kader nicht mehr wegzudenken.

Ganz Gelsenkirchen lächzt nach der Schale und neun Spieltage vor Schluss stehen die Titelchancen für Königsblau einmal mehr gut. Wenn sich der Spruch "Offense wins games, defense wins championships" am 8. Mai bewahrheitet, sollte sich Magath für die folgenden Wochen besser nichts vornehmen.

Quelle: SID/chk

 
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