1. Bundesliga 16/17
| 20.23 Uhr

Bundesliga-Kommentar
Mit Leipzig muss gerechnet werden

RB Leipzig knackt den Debütanten-Rekord
RB Leipzig knackt den Debütanten-Rekord FOTO: ap, JM
Meinung Die Bayern sind doch nicht unsterblich, sondern menschliche Wesen aus Fleisch und Blut. Das ist die wesentliche Erkenntnis aus dieser Woche. Eine andere liefert Aufsteiger RB Leipzig. Von Robert Peters

Uninspiriert und ohne Rhythmus verlor der deutsche Rekordmeister in der Champions League bei Atlético Madrid mit 0:1, und zum letzten Wiesn-Wochenende schenkte ihm der Emporkömmling aus Köln beim 1:1 einen weiteren Punktverlust ein. Das verpasst der Bundesliga an der Spitze zumindest mal einen Hauch Spannung. Dafür sind wir alle dankbar.

Das müssten auch die Dortmunder sein, die nach allgemeiner Ansicht am ehesten in der Lage sein dürften, den Bayern auf dem Weg zur nächsten Meisterschaft ein bisschen Ärger zu bereiten. Zum Vergnügen der Münchner aber handelte sich der BVB in Leverkusen ein 0:2 ein. Nachher beklagte Trainer Thomas Tuchel mit bitterer Miene die harte Gangart des Gegners. Er hätte sich auch darüber beschweren können, dass die Feingeister in seiner Mannschaft keine Antwort auf den ruppigen Bayer-Stil hatten. Er hätte sie sogar darauf vorbereiten können. Aber das sah der sonst gewöhnlich so unfehlbare Matchplan nicht vor.

Selbst wenn sich Trainer mit angestrengtem Gesichtsausdruck nach sechs Spielen dagegen wehren, dass allenthalben mal wieder die Trends der Saison ausgerufen werden, kommen sie an einer Feststellung nicht vorbei: Mit RB Leipzig muss ernsthaft in den besseren Etagen der Bundesliga gerechnet werden. Die Firmenmannschaft aus dem Red-Bull-Konzern kann nicht nur besonders schnell laufen, sie kann auch besonders schnell kombinieren. Und ob es den Romantikern und Traditionalisten nun gefällt oder nicht: Hier wird nicht nur anständig Geld in das sogenannte Projekt gepumpt. Hier wird auch ausgezeichnete Arbeit geleistet. Daran ändern weder Sitzblockaden noch Fan-Boykotts irgend etwas.

Fußballerisch belebt dieser Neuling die Liga. Dass er keine richtige Vereinsstruktur hat, ist von der DFL abgesegnet worden. Deshalb muss die Bundesliga mit Leipzig leben. Sie hat das selbst gewollt, denn die DFL ist ja ihre Vertretung.

Quelle: RP
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