München zittert um Rang drei: Nur 1:1 – Bayern trotz Elfer-Ärger selbst schuld
zuletzt aktualisiert: 24.04.2011 - 00:19Frankfurt/Main (RPO). Bastian Schweinsteiger stapfte frustriert zum Mannschafts-Bus, Mario Gomez konnte sich nicht mal über seinen 23. Saisontreffer freuen, und Trainer Andries Jonker war einfach nur enttäuscht. Rekordmeister Bayern München droht nach viel Ärger um verwehrte Elfmeter und dem Remis bei Eintracht Frankfurt angesichts von einem Punkt Rückstand auf den neuen Tabellendritten Hannover 96 mehr denn je die Teilnahme an der ungeliebten Europa League.
Ausgerechnet in der kommenden Saison im "Cup der Verlierer" zu spielen, wenn das Finale der Königsklasse in der Allianz-Arena stattfindet, ist für die Münchner ein absolutes Horrorszenario.
"Die Qualifikation für die Champions League ist sehr gefährdet. Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand. Die Situation ist nicht so, wie wir sie uns vor dem Spiel in Frankfurt vorgestellt haben", sagte WM-Torschützenkönig Thomas Müller, in Frankfurt der einzige Bayern-Profi, der Normalform erreichte.
Schweinsteiger meinte zum Rückschlag im Fernduell mit Hannover: "Es ist kein schönes Gefühl, von jemandem abhängig zu sein. Jetzt müssen wir gegen Schalke gewinnen und hoffen, dass Hannover Punkte lässt."
Jonker spricht Klartext
Während die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sowie Sportchef Christian Nerlinger die Frankfurter Arena nach dem Spielschluss wortlos verließen, sprach zumindest Interimscoach Jonker Klartext. "Wir sind sehr enttäuscht. In dieser Situation müssen wir einfach gewinnen. Wenn man zu einem Abstiegskandidaten wie Frankfurt reist, muss man einfach die drei Punkte holen", sagte Jonker. Er betonte zudem, dass die Bayern aufgrund des Spielverlaufs die drei Punkte auch nicht verdient gehabt hätten.
Dabei hätte der oberste Übungsleiter die vergebenen Zähler leicht anders erklären können, denn zumindest zwei klare Elfmeter wurden den Bayern von Schiedsrichter Jochen Drees versagt. Jonker selbst hatte indes keine Erklärung, warum seine Mannschaft nach einer guten ersten Viertelstunde 60 Minuten lang das Fußballspielen einstellte.
Erst in den letzten 15 Minuten agierten die Bayern wieder überzeugend und erzwangen nach der Frankfurter Führung durch das erste Bundesliga-Tor von Sebastian Rode (54.) dank eines dann doch gebebenen und verwandelten Foulelfmeters von Gomez (88.) den Auswärtspunkt. Gegen Schalke am kommenden Samstag müssen sich die Bayern dennoch deutlich steigern, sonst droht der nächste Tiefschlag.
"Für unser Spiel ist es in dieser Saison wichtig, dass wir in Führung gehen. Der Punkt ist natürlich viel zu wenig. Wir hatten vor dem Spiel schon registriert, dass Hannover gewonnen hat. Vielleicht fehlt im Moment einfach das Selbstvertrauen. Wir zeigen derzeit nicht die spielerische Klasse, die wir haben", sagte Toni Kroos, der Mitte der zweiten Halbzeit für den schwachen Anatolij Timoschtschuk ins Spiel gekommen war.
Daum auf Tribüne verbannt
Doch nicht nur die Münchner waren nach dem verpassten Sieg bitter enttäuscht. Auch die Eintracht konnte sich nicht über den zuvor kaum erwarteten Punktgewinn freuen. Vor allem deshalb, weil der Elfmeter kurz vor Schluss kam und weil Frankfurts Torjäger außer Dienst, Theofanis Gekas, aus drei Metern das völlig leere Tor verfehlte.
"Für uns ist das Ergebnis eine ganz große Enttäuschung. Wir hatten Torchancen, bei denen der gegnerische Torhüter nicht mehr hätte eingreifen können. Da hätten wir den Sack zu machen müssen", sagte Daum, der den Glauben an den Klassenerhalt aber trotz nur drei Punkten aus vier Spielen unter seiner Regie noch nicht aufgegeben hat: "Ich bin mir sicher, dass wir die fehlenden Punkte für den Klassenerhalt noch holen werden."
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