17 Erstligisten legten schlüssige Finanzkonzepte vor: Nur Kaiserslautern bekommt Lizenzprobleme
zuletzt aktualisiert: 20.04.2004 - 15:04Frankfurt/Main (rpo). Durchatmen ist angesagt bei den Fußball-Bundesligaklubs. Mit einer Ausnahme: Der 1.FC Kaiserslautern muss als einziger Verein der deutschen Eliteklasse nachsitzen, um von der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Spielgenehmigung für die kommende Saison zu erhalten.
Die Pfälzer müssen bis zum 16. Juni den Nachweis über die Realisierung geplanter Zahlungen erbringen, um die Lizenz "per Nachschlag" zu erhalten. Erleichterung herrschte bei den übrigen Erstligaklubs, insbesondere bei Borussia Dortmund, denen die DFL trotz der wirtschaftlich angespannten Lage die Lizenzen zumindest unter Auflagen erteilte.
In Kaiserslautern reagierte die Führungsetage trotz des deutlichen Warnschusses gelassen. "Die von der DFL aufgetragenen Bedingungen sieht der 1. FC Kaiserslautern für die Bundesliga bereits zum jetzigen Zeitpunkt als erfüllt an", erklärte FCK-Vorstanschef Rene C. Jäggi in einer Pressemitteilung. Im Falle eines Abstiegs sprach der Schweizer jedoch unverblümt von einem "enormen Kraftakt", der dem Klub bevorsteht.
Dortmund muss mit Auflagen leben
Bereits im Vorjahr waren die Pfälzer wegen Verfehlungen in der Vergangenheit mit dem Abzug von drei Punkten und einer Geldstrafe von 125.000 Euro belegt worden. Bei einem Abstieg in die Zweite Liga müsste der Verein zusätzliche Einsparungen von rund acht Millionen Euro bei der Lizenzspieler-Abteilung vornehmen. Dazu wären wohl auch Kündigungen von über den 30. Juni 2004 hinaus laufenden Verträgen erforderlich.
Bei Borussia Dortmund nahmen die Verantwortlichen die positive Nachricht trotz zuletzt erheblicher finanzieller Probleme entspannt entgegen. "Ich habe immer gesagt, dass wir keine Angst vor dem Brief der DFL haben müssen. Auch in der kommenden Saison wird es im Westfalenstadion Bundesliga-Fußball geben, und das auf hohem Niveau", erklärte BVB-Manager Michael Meier.
Klar ist aber auch, dass die Dortmunder, die im vergangenen Halbjahr einen Verlust von 29,4 Millionen beklagten, mit Auflagen leben und zur Sicherung der Liquidität rund 25 bis 30 Millionen Euro einsparen müssen. "Mit dem, was wir bis jetzt schon realisiert haben, liegen wir in unserem Kostensenkungsprogramm nicht weit davon entfernt", sagte Meier. Zusätzlichen Einnahmen könnte der BVB über Spielerverkäufe (Meier: "Wir werden aber keinen Profi verschenken.") oder die geplante Anleihe beim Investor Stephen Schechter erzielen.
Osnabrück und Union vor dem Absturz
Den Gürtel enger schnallen müssen auch der Hamburger SV und Hertha BSC Berlin. Neuen Schulden und damit wohl auch spektakulären Neuzugängen hat die DFL einen Riegel vorgeschoben.
Prekärer ist die Situation im deutschen Fußball-Unterhaus. Dem VfL Osnabrück und Union Berlin droht im Falle des Abstiegs sogar der Sturz in die Oberliga und damit das gleiche Schicksal wie im Vorjahr dem SSV Reutlingen. Auflagen müssen ohnehin nahezu alle Zweitligisten erfüllen.
Nach Zugang der Entscheidungen bleibt den Klubs eine Woche Zeit, um unter Vorlage neuer Tatsachen Beschwerde bei der DFL einzulegen. Ist die Beschwerde erfolglos, bleibt ihnen als letzte Möglichkeit, den Vorstand des Ligaverbandes anzurufen.
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