Winterschlussverkauf in der Bundesliga: Nur Wolfsburg räumt die Regale leer
zuletzt aktualisiert: 11.01.2012 - 17:42Abgesehen vom VfL Wolfsburg üben sich die Bundesligisten bei den Wintertransfers bislang in Zurückhaltung. Bis zum 31. Januar bietet sich den 18 Klubs die Möglichkeit, um sich für den Titel- oder Abstiegskampf zu verstärken.
Die Schlagzeilen schrieb ein Transfer, der erst im Sommer über die Bühne geht. Der Wechsel von Nationalspieler Marco Reus von Mönchengladbach nach Dortmund überstrahlte bezeichnenderweise die bisherigen Shopping-Touren der Bundesligisten im Winterschlussverkauf.
Am Wühltisch des Schnäppchenmarkts schlug lediglich der VfL Wolfsburg in den ersten zehn Tagen besonders ausgiebig zu. Trainer Felix Magath hat wie auch die restlichen Bundesligisten noch bis zum 31. Januar Zeit, sich für den Saisonendspurt weiter zu verstärken.
Rund 33 Millionen Euro investierten die 18 Klubs bisher in Neuzugänge, dagegen registrierte das Internetportal transfermarkt.de nur acht Millionen Euro Einnahmen. Teuerster Wintertransfer ist derzeit Bernd Leno. 7,5 Millionen Euro ließ sich Bayer Leverkusen seinen neuen Torhüter kosten, der bis Ende des letzten Jahres vom VfB Stuttgart ausgeliehen war.
Wolfsburg gibt 27,5 Millionen Euro aus
Spitzenreiter in der Winter-Statistik sind die "Wölfe" mit bislang acht Neuzugängen für insgesamt 27,5 Millionen Euro. Teuerster Einkauf ist Ricardo Rodriguez vom FC Zürich. Der 19-Jährige reiste am Mittwoch ins Trainingslager der Wolfsburger nach Dubai und soll einen Vertrag bis 2016 erhalten. Sechs Millionen Euro lässt sich der VfL die Dienste des Abwehrspielers kosten. Es folgen Giovanni Sio (5,8 Mio.) vom FC Sion aus der Schweiz, Vieirinha (4,5/PAOK Saloniki) und der Tscheche Tschechen Petr Jiracek (4,0 Mio./Viktoria Pilsen).
"Ich habe nachgeschaut, was ich in den letzten Monaten so gemacht habe. Ich bin zufrieden, wie sich der Kader entwickelt hat. Bis zum heutigen Tag habe ich mich in dem Etat bewegt, der von unserem Aufsichtsrat im Sommer aufgestellt wurde", erklärte Magath der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung". Es soll sich laut VW-Boss Martin Winterkorn um 20 Millionen Euro handeln. Die Abgänge der aussortierten Stürmer Patrick Helmes und Srdjan Lakic sowie von Abwehrspieler Sotirios Kyrgiakos sollen auf der anderen Seite für Einnahmen sorgen.
Ein weiterer Spieler könnte schon bald ebenfalls nach Wolfsburg wechseln. Der tschechische Meister Viktoria Pilsen erteilte Nationalspieler Vaclav Pilar die Freigabe. Das berichteten tschechische Medien am Mittwoch. Der bisher vom FC Hradec Kralove an Viktoria ausgeliehene Pilar könnte damit bereits vor dem Sommer zum Bundesligisten VfL Wolfsburg wechseln.
Die Verträge seien unterschriftsreif, jetzt gehe es um den Zeitpunkt, sagte Pilars Agent Jiri Stejskal. "Die Frage ist, ob Wolfsburg Vaclav bereits jetzt im Winter haben will, obwohl die Bundesliga in weniger als zehn Tagen in die Rückrunde startet, oder erst wie vorverhandelt im Sommer." Der 23 Jahre alte Offensivspieler dürfte nach tschechischen Medienberichten eine Ablöse von rund einer Million Euro kosten.
Der ehemalige Lauterer Torjäger Lakic wird mit dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht. "Wir beobachten den Markt. Wenn wir meinen, dass ein Spieler ideal zu uns passt und bezahlbar ist, werden wir etwas unternehmen", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic. Verpflichtet hat er bisher lediglich den Japaner Gotoku Sakai für eine Ablöse von 500.000 Euro.
Drei Neue für Nürnberg
Gleich drei neue Akteure begrüßte Nürnbergs Coach Dieter Hecking, unter anderem Hanno Balitsch, von dem er sich mehr Stabilität im Team des abstiegsbedrohten Tabellen-15. erhofft. Balitsch kam ablösefrei aus Leverkusen wie auch Omar Gonzalez von Los Angeles Galaxy. Immerhin eine Million Euro kostete Adam Hlousek vom FK Jablonec.
Insgesamt ist die Zahl der siebenstelligen Ablösesummen für Zu- oder Abgänge äußerst überschaubar. Offensichtlich wurde schon vor der Saison perspektivisch eingekauft. Spektakuläre Wechsel wie jener von Edin Dzeko für 34 Millionen Euro von Wolfsburg zu Manchester City oder von Luiz Gustavo für 15 Millionen von Hoffenheim zu Bayern München vor einem Jahr sind in den kommenden rund drei Wochen nicht zu erwarten.
Selbst für den Dortmunder Lucas Barrios, der mit der Rolle als Torjäger Nummer zwei hinter Robert Lewandowski hadert, liegt beim deutschen Meister noch kein Angebot vor. Der BVB ist bereit, den unzufriedenen Argentinier für eine Ablösesumme von angeblich rund zwölf Millionen kurzfristig ziehen zu lassen. Eine Ergänzung für die Offensive ist in Reus (17,5 Mio.) bereits gefunden - allerdings erst für die neue Saison.
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