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Marco Reus Hände über dem Kopf Panorama afp 2011
  Foto: AFP
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Gladbach im Top-Spiel gegen BVB: Ohne Reus, aber mit Teamwork

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 03.12.2011 - 11:34

Mönchengladbach (RP). Mönchengladbach muss heute im Topspiel gegen Borussia Dortmund auf seinen Superstar verzichten. Der Zehenbruch verhindert einen Einsatz. Die Gladbacher wollen den Meister mit dessen Mitteln besiegen: Mit geordnetem Spiel in der Defensive und schnellem Umschalten.

Sie haben alles getan, die Mönchengladbacher Borussen, um Marco Reus für das Topspiel gegen Borussia Dortmund fit zu bekommen. Es hat nicht geklappt. Gestern wurde der linke kleine Zeh, den sich Reus im Derby in Köln gebrochen hat, noch einmal untersucht. Der geplante Testlauf auf dem Trainingsplatz fiel aus, weil der Zeh noch lange nicht in Ordnung ist. Reus pausiert nicht nur heute im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr), sondern fehlt auch bei Gladbachs letztem Auswärtsspiel des Jahres in Augsburg. Er soll die Verletzung in Ruhe auskurieren.

"Der Ausfall ist schwerwiegend, natürlich. Er ist einer der Spieler, die nicht länger fehlen sollten. Aber jetzt werden andere in die Bresche springen", sagte Sportdirektor Max Eberl. Einer davon ist Raúl Bobadilla, der Reus heute ersetzen wird. "Boba ist heiß", weiß Eberl und erinnert an das 4:1 gegen Wolfsburg, als Bobadilla traf und als mannschaftsdienlicher Vorbereiter in Erscheinung trat. Vor allem aber will Gladbach Dortmund mit organisierter Teamarbeit stoppen.

Wie das geht, das haben die Borussen selbst vorgemacht, als sie den späteren Meister im April 1:0 besiegten (mit Reus). "Da haben wir alles richtig gemacht, wenn wir es wieder so hinkriegen, dann könnte es ein gutes Ergebnis geben", sagt Roel Brouwers. "Wichtig ist, dass man die Dortmunder vom Tor weghält und nicht ins Laufen kommen lässt", erklärt er. Daher beginnt, wie immer im System von Trainer Lucien Favre, die Abwehrarbeit bei den Stürmern.

Gerade Mike Hanke hat sich als fleißiger Arbeiter in beide Richtungen verdient gemacht, die Außen Juan Arango und Patrick Herrmann müssen den offensiven BVB-Außenverteidigern Marcel Schmelzer und Lukas Piszczek die Wege zustellen. "Es werden ein paar Prozent sein, die entscheiden. Wir müssen versuchen, dem BVB unser Spiel aufzudrücken. Das wird Dortmund auch tun wollen, darum werden der größere Wille, die größere Aggressivität und die größere Konzentration entscheiden", sagt Hanke.

Roman Neustädter ist einer der beiden "Sechser" Borussias und somit für Ruhe und Ordnung im Spiel zuständig. "Wir müssen versuchen, Mario Götze und Shinji Kagawa nach außen abzudrängen, mit zwei Mann zu attackieren und den Ball erobern", sagt Neustädter. Wenn der Ball erkämpft ist, "müssen wir schneller zwischen die Linien spielen", betont Favre. Borussia will den Meister mit dessen Mitteln besiegen: Mit geordnetem Spiel in der Defensive und schnellem Umschalten. Das beste Mittel, einen Gegner aus dem Spiel zu nehmen, ist eigener Ballbesitz. "Wir müssen versuchen, den Ball so lange wie möglich zu halten und die Ruhe bewahren, wenn die Dortmunder ihr Pressing spielen", sagt deshalb Neustädter. In Köln gelang das verblüffend gut, Gladbach bestimmte jederzeit das Tempo und ließ die Kölner nach Belieben laufen. Nur: Das Dortmunder Ensemble ist ein anderes Kaliber als Köln. "Wir müssen eine Topleistung abrufen, das ist klar", sagt Favre. Seine überschwängliche Einschätzung des Gegners lässt fast den Schluss zu, Dortmund sei unbesiegbar. Aber Favre hat Klopps Systematik per Videostudium genau untersucht und dürfte sich einen guten Plan gemacht haben.

Dieser wird kaum hohe Bälle beinhalten, denn dieses Stilmittel ist erstens eher sinnlos gegen Dortmund kopfballstarke Defensive und zweitens zu wenig berechenbar. Favres Ansatz ist die Suche nach der entscheidenden Lücke. Er hat mit Arango einen, der mit seinen Pässen einen Defensivverbund zerschneiden kann – wie im April, als er Mo Idrissou auf die Reise schickte, der dann das entscheidende Tor erzielte. Aber auch die Eins-gegen-Eins-Qualitäten von Patrick Herrmann könnten entscheidende Löcher reißen. Favre traut seinem Team zu, dass es den schwarzgelben Stars Paroli bieten kann. "Sicherlich ist Dortmund leichter Favorit, aber ich mache mir keine Sorgen. Ich akzeptiere, dass die Leute sagen, dass wir momentan gut spielen, weil es die Wahrheit ist", sagt er. Dortmund ist ein echter Prüfstein dieser Wahrheit.

Quelle: RP/chk/csr


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