1. Bundesliga 17/18
| 14.35 Uhr

Hertha stichelt
Dardai hält Tuchels Foul-Kritik für "grenzwertig"

Pal Dardai hält Thomas Tuchels Foul-Kritik für "grenzwertig"
Hertha-Trainer Pal Dardai sagt, Thomas Tuchel mache den Schiedsrichtern Druck. FOTO: afp, CS
Dortmund. Hertha BSC stichelt vor dem Bundesliga-Spitzenspiel am Freitag (20.30 Uhr/Live-Ticker) in Richtung Borussia Dortmund. Vorwurf: Der BVB wolle die Schiedsrichter beeinflussen.

Pal Dardai stichelt bissig, Michael Preetz piekst Borussia Dortmund mit giftigen Bemerkungen. Vor dem Spiel des Bundesliga-Zweiten Hertha BSC beim Tabellendritten BVB am Freitag stören sich die Berliner heftig an Thomas Tuchel. Der BVB-Trainer wolle mit seiner Klage über vermeintlich überhart einsteigende Gegner die Schiedsrichter beeinflussen.

"Seine Aussage ist grenzwertig", sagte Hertha-Coach Dardai: "Für die Referees ist das schwierig. Wenn wir für unseren ersten Zweikampf Gelb kriegen, dann kann ich mich jetzt beschweren, dass es wegen Herrn Tuchels Aussagen ist." Auf frühe Karten für die ersten Hertha-Fouls habe er "keine Lust".

"Wenn der Gegner an einem Tag besser ist, muss man das akzeptieren"

Tuchel, der nach dem 0:2 bei Bayer Leverkusen vor der Länderspielpause dezidiert Foulstatistiken vorgerechnet hatte, "macht den Referees damit Druck", behauptet Dardai: "Das hätten die Trainer untereinander bereden können." Taten sie aber nicht: Tuchel und Bayer-Coach Roger Schmidt zofften sich bei der Pressekonferenz auf dem Podium.

Der BVB-Trainer reagierte am Donnerstag kühl. "Dardai ist nicht angesprochen, die Schiedsrichter sind es auch nicht", sagte Tuchel: "Unter keinen Umständen. Ich habe nur einen Statistikzettel vorgelesen. Ich weiß nicht, wie Hertha BSC das tangiert."

Hertha-Manager Michael Preetz sieht darin hingegen eine bewusste Aktion: "Möglicherweise ging es darum, abzulenken", sagte er, und er ließ die nächste Spitze folgen: "Wenn der Gegner an einem Tag besser ist, muss man das akzeptieren." Also: gratulieren statt jammern.

Tatsächlich begehen die Dortmunder die wenigsten Fouls der Bundesliga und werden überdurchschnittlich häufig gefoult – sie haben aber oft zu 70 Prozent den Ball und gehen ins Dribbling. Für Tuchel sind dennoch "irgendwann Grenzen überschritten. Da werden Mittel angewendet, die in der Häufigkeit dazu führen müssen, dass man nicht komplett zu Ende spielt." Der Stil werde aber "nicht verändert".

Der BVB hat momentan viele Verletzte, Hertha aber auch

Dass der BVB derzeit viele Verletzte zu beklagen hat, erschwert eine neutrale Sicht auf die Dinge. Drei Leistungsträger kehrten angeschlagen von ihren Länderspielreisen zurück: Innenverteidiger Sokratis (Adduktorenverletzung), Europameister Raphael Guerreiro (Oberschenkelblessur) und Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek (Knieverletzung).

Die schon länger verletzten André Schürrle, Gonzalo Castro, Sven Bender und Erik Durm werden ohnehin fehlen. Marco Reus, seit fünf Monaten verletzt, aber immerhin wieder im Mannschaftstraining, wird in derlei Aufzählungen meist gar nicht erwähnt.

Die Berliner wollen sich nicht blenden lassen. Auch die Verletzungsmisere des Gegners kommentierte Dardai stachelig: "Wir haben sogar noch mehr Sorgen. Aber wir sagen das nicht nach außen. Dortmund ist stark." Das Ziel sei, vor dem BVB zu bleiben, also: "Minimum ein Punkt."

Der Einsatz von Salomon Kalou ist fraglich

Der Hertha fehlt Mittelfeldmotor Vladimir Darida. Fraglich ist Salomon Kalou, der bei der Beerdigung seines Vaters in der Elfenbeinküste weilte. Der Stürmer ist noch ohne Saisonspiel. Peter Pekarik und Fabian Lustenberger sind angeschlagen.

Genki Haraguchi hingegen bekommt von Dardai nach einer strapaziösen Reise mit der japanischen Nationalmannschaft ein Aufbauprogramm der besonderen Art. "Ich werde ihn mit Gulasch vollstopfen", sagte der Ungar lachend.

(sid/jado)
 
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