1. Bundesliga 17/18
| 20.48 Uhr

Rampenlicht statt Rente
Trochowski, Kuranyi und Co. kämpfen um Karriere

Fotos: Piotr Trochowski in Sevilla vorgestellt
Fotos: Piotr Trochowski in Sevilla vorgestellt FOTO: AFP
Rampenlicht statt Fußball-Rente: Vertragslose Ex-Nationalspieler wie Kevin Kuranyi, Piotr Trochowski oder Cacau kämpfen um die Fortsetzung ihrer Karriere.

Sie sind deutscher Meister geworden, waren Europacupsieger und standen im EM-Finale - doch nun kämpfen Kevin Kuranyi, Piotr Trochowski, Cacau und Co. um ihre Karriere. Anstatt die Fußball-Rente zu genießen, hoffen zahlreiche vertragslose Ex-Nationalspieler auf die Rückkehr ins Rampenlicht.

"Ich telefoniere nun fast jeden Tag mit meinem Berater, warte auf ein Angebot", sagte Trochowski dem Hamburger Abendblatt: "Ich will in die Erste Liga, aber ich bin auch offen für andere Länder wie England, Frankreich oder Italien."

Der langjährige Bundesliga-Profi und WM-Dritte von 2010 befindet nach seinem Engagement beim spanischen Topklub FC Sevilla, mit dem er noch vor einem Jahr die Europa League gewonnen hatte, und einer langwierigen Knieverletzung zurzeit auf Jobsuche - und ist damit beileibe nicht der einzige alternde deutsche Star, der auf dem Transfermarkt einen Monat vor dem Bundesligastart zum Nulltarif zu haben ist. Derzeit absolviert Trochowski ein Probetraining beim FC Augsburg.

Porträt: Heiko Westermann: Ex-Nationalspieler und Ex-Hamburger FOTO: dpa, hm hak

Und auch Kevin Kuranyi wartet auf seine nächste, die wohl letzte große Herausforderung seiner Profi-Karriere. Dem 33-Jährigen, der sich aktuell beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken fit hält, liegen nach eigenen Angaben zwar "einige interessante Anfragen von reizvollen Klubs" vor, eine Entscheidung, wo der streitbare Stürmer in der kommenden Saison auf Torejagd geht, steht allerdings noch aus.

Nach fünf Jahren bei Dinamo Moskau könnte sich der Vize-Europameister von 2008 sogar eine Rückkehr nach Gelsenkirchen vorstellen. "Schalke ist ein Verein, der einen festen Platz in meinem Herzen hat", sagte Kuranyi, der bereits von 2005 bis 2010 das königsblaue Trikot getragen hatte, kürzlich bei Sky.

Die fetten Jahre sind für die früheren Hoffnungsträger vorbei. Trochowski, der das Versprechen einer ganz großen Karriere nach Meisterschaft und Pokalsieg mit dem FC Bayern (2003) nie richtig einlösen konnte, hält sich zurzeit mit individuellem Training in Hamburg fit – immer in der Hoffnung, noch einmal bei einem Bundesligisten vorspielen zu dürfen. Nach Informationen der "Sport Bild" bietet sich ab Donnerstag die Chance, Trochowski soll demnach ein zweitägiges Probetraining beim FC Augsburg absolvieren.

Fotos: Diese Spieler sind noch ohne Verein FOTO: dpa, Hannibal Hanschke

"Einige würden nach 35 Länderspielen vielleicht sagen, ich muss mir das nicht mehr antun, ich mache kein Probetraining. Aber ich bin gerne dazu bereit, weil ich nichts mehr will, als weiter Fußball zu spielen", sagte Trochowski, dessen Marktwert vor sechs Jahren noch auf zehn Millionen Euro taxiert wurde.

Auch Spieler wie Heiko Westermann und Cacau warten noch auf das passende Angebot. Während Verteidiger Westermann, der 2010 für 7,5 Millionen Euro von Schalke 04 zum Hamburger SV gewechselt war und dort keinen neuen Vertrag bekommen hatte, kaum Probleme bei der Vereinssuche haben dürfte, könnte Cacau beim großen Stühlerücken leer ausgehen.

Der Torjäger, der elf Jahre für den VfB Stuttgart spielte, dort 2007 den Meistertitel holte und zuletzt ein Jahr in Japan lebte, sehnt sich nach einer Rückkehr in die deutsche Eliteklasse. "Wenn man die Stadien sieht, die Stimmung, die Fans und welche Emotionen da sind, dann vermisst man die Bundesliga", sagte Cacau kürzlich im Interview mit Transfermarkt.de.

Die Hoffnung auf einen Verein hat der Angreifer mit brasilianischen Wurzeln wie seine prominenten Mitstreiter noch nicht aufgegeben: "Ich werde mich fithalten, bis etwas Interessantes kommt."

(sid)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Piotr Trochowski, Kevin Kuranyi und Co. kämpfen um Karriere


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.