Allofs weist Spekulationen zurück: Pizarro denkt an Wechsel zu Inter
zuletzt aktualisiert: 06.12.2011 - 17:49Bremen (RPO). Torjäger Claudio Pizarro vom Bundesligisten Werder Bremen scheint einen Wechsel bereits in der Winterpause forcieren zu wollen. Nachdem italienische Medien vom Interesse des Pokalsiegers und Vizemeisters Inter Mailand an dem 33-Jährigen berichtet hatten, ist auch der Peruaner nicht abgeneigt.
"Ja, ich habe daran Interesse", sagte er "Welt Online" und bestätigte zudem die Möglichkeit eines Wechsels im Januar. Pizarro, dessen Vertrag bei Werder am Saisonende ausläuft, ist in der aktuellen Saison mit elf Treffern der beste Torschütze des Tabellenfünften.
Sportdirektor Klaus Allofs wies die Spekulationen über einen Abschied Pizarros zurück. "Nein, das kann ich komplett ausschließen", sagt Allofs dem Weser-Kurier. Zuletzt war spekuliert worden, dass Italiens Pokalsieger und Vizemeister Inter Mailand den Peruaner verpflichten wolle.
Es habe kein Signal des Spielers gegeben, den Verein im Winter verlassen zu wollen, erklärte indes Allofs. Pizarro, so der Sportdirektor, soll unbedingt - zumindest bis zum Sommer - gehalten werden. Dann läuft sein Vertrag aus, er hat allerdings eine Option auf ein weiteres Jahr. Mit elf Saisontoren ist Pizarro Bremens bester Torjäger.
153 Treffer in 316 Bundesligaspielen
Claudio Pizarro ist mit 153 Treffern in 316 Spielen schon jetzt der erfolgreichste ausländische Torschütze in der Geschichte der Bundesliga. In der deutschen Elite-Liga gibt es kaum einen Stürmer, der im gegnerischen Strafraum für so viel spielerischen Glanz sorgt.
Das scheint auch Mehmet Scholl so zu sehen. "Claudio Pizarro", hat der ehemalige Bayern-Profi einmal geantwortet, als er nach dem besten Fußballer gefragt wurde, mit dem er je zusammengespielt hat. Eine bemerkenswerte Wahl, hat Scholl in seinen 15 Profijahren bei den Bayern doch mit zahlreichen Ausnahme-Könnern zusammengespielt.
Sechs Jahre lang ging Pizarro für die Bayern auf Torejagd, brachte es zwischen 2001 und 2007 auf 71 Treffer in 174 Spielen. Mit dem Rekordmeister gewann er neben drei Meisterschaften (2003, 2005, 2006) auch dreimal den DFB-Pokal (2003, 2005, 2006) und holte einmal den Weltpokal (2001).
Bremen, München, London und wieder Bremen
Seine sportliche Heimat ist aber Bremen. Unter dem jetzigen Trainer Thomas Schaaf war Pizarro 1999 in die Bundesliga gewechselt. Als völlig unbekannter Spieler kam er als damals 20-Jähriger für eine Ablösesumme von umgerechnet 1,5 Millionen Euro von Alianza Lima zunächst für zwei Jahre nach Bremen – und schoss in seiner ersten Saison auf Anhieb zehn Tore. Im folgenden Jahr wurde Pizarro bei Werder Stammspieler und erzielte 19 Treffer. Es folgte das Gastspiel bei den Bayern.
Pizarros Rückkehr nach Bremen gelang erst über einen Umweg. Denn nach seinen sechs Jahren in München unterschrieb der Stürmer 2007 zunächst einen Vier-Jahres-Vertrag beim englischen Spitzenklub FC Chelsea. Weil er dort aber nicht über die Rolle eines Ersatzspielers hinauskam, wechselte er nur ein Jahr später zurück an die Weser – und fand dort sein Glück.
Nun könnte der zweite Wechsel zu einem internationalen Top-Klub folgen. Der italienische Pokalsieger, der 2010 die Champions League im Finale gegen den FC Bayern gewann, steckt derzeit in der Krise, belegt nach nach zwölf Spieltagen mit 14 Punkten und 14 Treffern lediglich den enttäuschenden 16. Tabellenplatz.
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