1. Bundesliga 16/17
| 18.07 Uhr

Schalke gegen Dortmund
Randale überschatten erneut Revierderby

Fotos: BVB-Anhänger zünden Bengalos im Revierderby
Fotos: BVB-Anhänger zünden Bengalos im Revierderby FOTO: ap, Frank Augstein
Rund um das 143. Fußball-Revierderby ist es zu Ausschreitungen gekommen. Vor dem Spiel sorgten rund 350 Dortmunder Fans bei der Anfahrt zum Stadion für Randale. In Gelsenkirchen musste das Match wegen Feuerwerkskörpern verspätet angepfiffen werden.

Nach den Ausschreitungen beim 143. Fußball-Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund hat die Deutsche Fußball Liga Strafen für die Täter gefordert. "Angesichts der Bilder muss man sich schämen. Wir verurteilen die Vorfälle aufs Schärfste. Hier werden von Einzelnen Verletzungen Anderer billigend in Kauf genommen", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, nachdem es sogar zu einem verspäteten Anpfiff der Partie gekommen war.

Nachdem im Gäste-Fanblock Feuerwerkskörper gezündet worden waren, beorderte Schiedsrichter Knut Kircher aus Rottenburg beide Teams wieder zurück in die Kabinen der Veltins-Arena. Der Stadionsprecher forderte die BVB-Anhänger auf, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu unterlassen. Andernfalls drohe ein Spielabbruch.

Vorkommnisse auf beiden Seiten

Nach Polizeiangaben gelang es den Dortmunder Fans, große Mengen Pyrotechnik ins Stadion zu bringen und zu entzünden. Mit sogenannten Nothämmern wurden mehrere Glasscheiben im Dortmunder Bereich komplett zerstört. BVB-Anhänger versuchten darüber hinaus, in den Schalker Bereich zu gelangen und schossen Pyrotechnik gezielt in andere Blöcke. Schalker Fans unternahmen ihrerseits ebenfalls Anstrengungen, um in den gegnerischen Block zu kommen.

Die Polizei setzte unter anderem Pfefferspray zur Bewältigung der Lage ein. Ein Polizeibeamter, der ein deeskalierendes Gespräch mit Schalker Fans führen wollte, wurde durch Fußtritte und Faustschläge angegriffen und verletzt. "Jetzt gilt es, dass die Polizei gemeinsam mit den Clubs die Täter schnellstmöglich ermittelt, damit diese gezielt bestraft werden", betonte DFL-Geschäftsführer Rettig.

Auch Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zeigte sich angefressen. "Das ist einfach asoziales Verhalten, gerade wenn man Raketen in andere Blöcke schießt. Das ist total intolerabel und wir werden das auch nicht akzeptieren. Das wird nicht folgenlos bleiben. Mir tut das leid", sagte Watzke und kündigte an: "Wir müssen uns was überlegen und das werden wir auch tun."

Randale auch im Zugverkehr

Bereits vor dem Revierderby, das die Dortmunder mit 3:1 letztlich gewannen, hatten rund 400 BVB-Fans auf dem Weg zum Gelsenkirchener Stadion für Randale gesorgt. Nach Angaben der Polizei Gelsenkirchen durchbrachen die Fans am Bahnhof Essen West die polizeiliche Absperrung und stiegen in einen Zug. Demnach provozierten sie einen Nothalt, stiegen in einen anderen Zug, den sie aber sofort wieder verließen. Die Polizei war mit mehr als 1000 Beamten vertreten, zudem kamen Diensthunde und ein Polizeihubschrauber zum Einsatz. Bei insgesamt 397 Personen wurde die Identität festgestellt.

Die Fans wurden in mehreren Bussen zur Veltins-Arena gebracht. Nach Angaben der Polizei Gelsenkirchen schlugen die BVB-Anhänger in zwei Bussen je eine Scheibe ein, in einem dritten Bus zündeten sie massenweise Pyrotechnik.

(lnw)
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