Abschied unter Tränen: Raul ist frei für Schalke
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 27.07.2010 - 07:39Madrid/Düsseldorf (RP). Der Stürmerstar Raul hat tränenreichen Abschied von Real Madrid genommen. Seine Zukunft lässt der 33-jährige Spanier noch offen. Ein Wechsel von den Königlichen zu den Königsblauen wird immer wahrscheinlicher.
Raul sitzt da und schluchzt ganz hemmungslos. Im Hintergrund flimmern bewegte Bilder aus seiner Zeit bei den Königlichen. Neben ihm auf dem Podium hat Florentino Perez Platz genommen. Der Bauunternehmer und Real-Präsident sagt Sätze wie diese: "Raúl hat die Legende von Real Madrid maßgeblich mitgeschrieben. Er ist eines der größten Symbole dieses Klubs. So wie Alfredo die Stefano." Raúl wischt sich Tränen aus dem Gesicht. Das große Jaulen nimmt seinen Lauf.
Nach 18 Jahren und 228 Toren in 550 Ligaspielen wird der langjährige Kapitän im Bernabeu-Stadion mit viel Tamtam verabschiedet. "Danke für alles. Madrid wird für immer mein Zuhause bleiben", versichert er artig. Was er nicht sagt – für ein paar Jahre würde er seinen Wohnsitz doch noch einmal gerne verlegen, in die Nähe eines zahlungskräftigen Vereins mit internationalen Ambitionen.
Schalke 04 könnte eine gute Adresse für Raúl und seine Familie sein. Die Königsblauen suchen noch Verstärkung für den Angriff und sind angeblich bereit, dem 33-Jährigen für seine Dienste sechs Millionen Euro pro Jahr zu überweisen. Da Gelsenkirchen allerdings nicht gerade zu den Schmuckstücken deutscher Architektur zählt, soll Gattin Mamen im rund 45 Minuten entfernten Düsseldorf bereits eifrig auf der Suche nach einer passenden Immobilie für die Großfamilie sein.
Ein Haus mit viel Platz zum Toben für die Kinder Jorge (10 Jahre), Hugo (7), Héctor und Mateo (Zwillinge/4) sowie María (acht Monate) im Nobel-Stadtteil Oberkassel ist wohl schon in Aussicht. Raul selbst beschreibt seine Lebensplanung so: "Ich bin heute noch in Madrid – über alles andere können wir morgen reden. Ich muss mich erst mit meiner Familie besprechen."
Besonders aufmerksame Zeitgenossen wollen indes einen versteckten Hinweis entdeckt haben, wo er in Zukunft spielen wird. Als Raúl angesprochen wird, ob er sich vorstellen könne, demnächst für die Knappen in der Bundesliga aufzulaufen, lächelt er, hebt die Arme und spricht von einem "sehr interessanten Angebot". Allerdings habe er noch einige andere Optionen, entschieden sei nichts. "Schalke 04 hat sich für mich interessiert, und es hat sehr ernsthafte Gespräche mit ihnen gegeben. Die Möglichkeit, dass ich nach Schalke gehe, besteht", erklärt Raúl. Sein neuer Lebensmittelpunkt liege auf jeden Fall in Deutschland oder England, dort wolle er eine neue Kultur kennenlernen.
Gestern Mittag um kurz nach 13 Uhr klickten so viele Fans von Schalke in freudiger Erwartung der erhofften Wechsel-Botschaft auf die Seite des Revierklubs, dass diese unter dem virtuellen Andrang zusammenbrach. Trainer Felix Magath, der gestern in München im Kreise seiner Familie den 57. Geburtstag feierte, muss also weiter auf eine Zusage des Spaniers warten. Vielleicht findet man ja schon heute zusammen.
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