Kommentar: Reife Leistung, "Borussia Barcelona"!
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 26.11.2011 - 10:57Köln (RPO). Borussia Mönchengladbachs Fans hatten es in den vergangenen Jahren nicht leicht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der eine oder andere die Tabelle übervorsichtig interpretiert: 29 Punkte, das heißt noch elf Zähler, bis der Klassenerhalt sicher ist. Nein, nein, um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga muss Gladbach in dieser Saison nicht bangen. Die Frage ist vielmehr: Wie weit vorn landet die Borussia bei der Endabrechnung am 5. Mai 2012? Das obere Tabellendrittel wird zum realistischen Ziel.
Zu Beginn der Saison ergab sich schon einmal das interessante Tabellenbild, das die Elf vom Niederrhein an der Spitze und den 1. FC Köln ganz unten zeigte. Das war für Borussias Fans eine hübsche Momentaufnahme und Anlass für viele, sich das Tableau auszuschneiden und ins Sammelalbum zu kleben. Verbunden war das Ganze aber auch mit der Furcht: Vielleicht sehen wir dieses Bild so schnell nicht wieder. Nach nun 14 Spieltagen aber hat die Tabelle eine ganze andere Aussagekraft. Am ersten Adventswochenende hat sie nichts mit Glück, einem Formhoch oder günstigen Ansetzungen zu tun. Sie ist viel mehr der Ausweis monatelanger guter und effektiver Arbeit und eines zielführenden Entwicklungsprozesses.
In Köln bot das Team von Trainer Lucien Favre eine reife Leistung. Bestens organisiert, bissig, konzentriert und voller Selbstvertrauen, ohne dabei nur einen Momente überheblich zu wirken. Dass es nach 40 Minuten mucksmäuschenstill in Müngersdorf wurde, war Gladbachs Verdienst. Die Gäste kontrollierten den FC, der sich einen Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten leistete.
Der Ball kreiselte zeitweise durch die Reihen, als stünde da „Borussia Barcelona“ auf dem Platz.
Im Gegensatz zum 1. FC Köln hat die ortsansässige Polizei nach dem rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach eine zufriedenstellende Bilanz gezogen. "Es gab 26 freiheitsentziehende Maßnahmen", sagte Polizeisprecher Ralf Bojack auf dapd-Anfrage im typischen Polizeijargon. "Das ist nicht soviel, wie man es für das Spiel erwarten konnte. Es gab die üblichen Rangeleien, ein bisschen Pyrotechnik. Insbesondere auf der Anfahrt gab es einige Ausschreitungen, aber wir hatten keine Verletzten zu verzeichnen", sagte Bojack. Nach dem Spiel sei es weitgehend ruhig geblieben. Insgesamt waren mehr als 1.000 Polizisten im Einsatz, was zehnmal soviel ist wie üblich bei Bundesligaspielen in Köln. In der Vergangenheit war es bei den Spielen zwischen dem FC und Gladbach des Öfteren zu heftigen Krawallen gekommen.
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