Bayer 04 Leverkusen: Reinartz: "Im Mittelfeld spiele ich lieber"
zuletzt aktualisiert: 05.01.2010Leverkusen (RP). Stefan Reinartz (21), Bayers Allzweckwaffe im Defensivbereich, über seine Lieblingsposition, den Einfluss von Jupp Heynckes auf seine Entwicklung und eine berufliche Alternative als Restaurant-Besitzer.
Herr Reinartz, was war schwieriger am 28. Dezember: mit dem individuellen Trainingsplan zu beginnen oder den Verwandten eilig Ideen zu liefern, was Sie sich zum Geburtstag an Neujahr wünschen?
Reinartz (lacht) Ich habe vor Weihnachten einen Wunschzettel bei meiner Familie abgegeben. Alles, was davon an Heiligabend nicht unter dem Baum lag, galt auch für den Geburtstag.
. . . und der Trainingsplan?
Reinartz Ach, der war zwar schon ziemlich hart, aber ich hatte zuvor eine Woche einmal komplett auf Sport verzichtet. Da ist man dann doch irgendwie froh, sich wieder zu bewegen.
Fast alle Bundesligisten fahren ins Trainingslager in den Süden. Bayer trainiert hier bei Minusgraden – neidisch?
Stefan Reinartz
Geboren 1. Januar 1989
Geburtsort Engelskirchen (Oberbergischer Kreis)
Bisherige Vereine Heiligenhauser SV, SSG Bergisch Gladbach, Bayer Leverkusen, 1. FC Nürnberg
Einsätze 12 Bundesligaspiele (1 Tor), 16 Zweitligaspiele, 26 Regionalligaspiele, 4 Spiele U 21-Nationalelf, 4 Spiele U 20-Auswahl
Erfolge Aufstieg in die Bundesliga mit dem 1. FC Nürnberg 2009, Deutscher A-Jugend-Meister mit Bayer Leverkusen 2007, U 19-Europameister 2008
Reinartz Ich wusste es ja vorher und war deswegen nach den Feiertagen ein paar Tage auf Gran Canaria. Am Strand machten die Dauerläufe auch irgendwie mehr Spaß. Insofern hatte ich meinen Trip in den Süden schon.
Zwölf Einsätze und ein Tor sind keine schlechte Hinrundenbilanz für einen Nachwuchsspieler, oder?
Reinartz Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem ersten Halbjahr der Saison. Ich kann sagen: Wenn ich fit war, habe ich auch gespielt – meist sogar von Beginn an. Wenn der Muskelfaserriss im September nicht gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich noch mehr Spielzeit vorzuweisen.
Jupp Heynckes schwärmt von ihrem großen Potential. Welche Bedeutung hat er für ihre Entwicklung?
Reinartz Ich habe noch nie einen Trainer erlebt, der so viel mit seinen Spielern spricht, in der Trainingswoche, aber auch rund um das Spiel. Er gibt einem das Gefühl, wichtig für die Mannschaft zu sein.
Sie pendeln zwischen Abwehr und Mittelfeld. Wo spielen sie denn nun am liebsten?
Reinartz Ich glaube, dass ich langfristig auf der Innenverteidiger-Position landen werde. Dabei finde ich es im defensiven Mittelfeld interessanter, weil ich dort einfach mehr Ballkontakte habe.
Simon Rolfes und Renato Augusto kehren in den Kader zurück. Befürchten Sie, wieder vermehrt ins zweite Glied rücken zu müssen?
Reinartz Ich sehe es nicht zwangsläufig so, dass ich aus der Startelf heraus rotieren werde. Das wird der Trainer entscheiden. Es ist auf jeden Fall gut, dass die beiden wieder fit sind. So sind wir qualitativ noch besser besetzt und haben wieder mehr personelle Alternativen.
Wie sehr hat Sie das halbe Jahr beim 1. FC Nürnberg im Rückblick vorangebracht? Der Ex-Präsident des FCN hat jedenfalls vor kurzem gesagt, Sie seien eine von zwei Säulen der Aufstiegsmannschaft aus dem Sommer gewesen.
Reinartz Hat er das gesagt? Das freut mich natürlich. Ich bin als Regionalligaspieler nach Nürnberg gegangen und war dann Stammspieler beim Aufstieg. Es war eine sehr wichtige Etappe für mich.
Sie haben mal gesagt, wenn Sie nicht Fußballprofi geworden wären, hätten Sie gerne ein Restaurant aufgemacht. Pizzeria oder gut bürgerlich?
Reinartz Wenn, dann ein schönes Steakhouse, wo man auch einen guten Cocktail bekommt. Vielleicht hätte ich aber auch studiert, um das Studentenleben einmal kennenzulernen.
Stefan Klüttermann führte das Gespräch.
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