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Borussia Mönchengladbach: Reus fürchtet keine negativen Fan-Reaktionen

zuletzt aktualisiert: 08.01.2012 - 18:02

Belek (RPO). Zum ersten Mal hat Marco Reus auch vor Journalisten über seinen bevorstehenden Wechsel zu Borussia Dortmund gesprochen. Der Gladbacher Nationalspieler gab sich sehr zurückhaltend, kein Vergleich zu dem großen Wirbel, den sein Weggang entfacht hat.

Vier Tage lang war Marco Reus jedem Mikrofon ausgewichen. Vier Tage lang hatte ihn sein Noch-Verein Borussia Mönchengladbach im Trainingslager im türkischen Belek abgeschirmt.

"Dortmund ist für mich der beste Klub"

Am Sonntag aber sprach der Nationalspieler dann doch zum ersten Mal vor laufenden Kameras über seinen viel diskutierten Wechsel im Sommer zu Borussia Dortmund. "Ich sehe dort die bessere Perspektive, international zu spielen. Dortmund ist für mich der beste Klub", sagte der auch von Bayern München umworbene Stürmer.

Warum er zum deutschen Meister geht und nicht zu den Bayern, war in dieser Antwort ebenfalls schon enthalten. Deutlicher wollte Reus nicht werden. So frech und kreativ der Dribbelkünstler auf dem Platz ist, so zurückhaltend äußert er sich in der Öffentlichkeit. Reus' Auftritt im feudalen Gladbacher Mannschaftshotel war der trockene Gegenentwurf zu dem großen Wirbel, den sein 17-Millionen-Transfer verursacht hat. Er selbst hätte sich am liebsten gar nicht geäußert. Fragen zu seiner Zukunft in Dortmund ließ sein Noch-Verein nicht zu.

Ihm persönlich sei es egal, "ob ich 5 oder 17 Millionen koste", meinte der 22-Jährige. "Aber für den Club ist es besser, wenn er ein paar Millionen mehr bekommt. So können sie jetzt ein paar Monate im vorausplanen und Gespräche mit neuen Spielern führen".

"Ich kann da ganz gut abschalten"

Ob ihn das Wechsel-Theater belaste, wurde Reus gefragt. "Das Thema hat mich in meinen Leistungen nicht beeinflusst. Ich kann da ganz gut abschalten", antwortete er. Ob er negative Reaktionen der Fans befürchte, lautete eine andere Frage? "Nein, ich bin auch hier im Trainingslager ganz normal empfangen worden".

Dass es in der Rückrunde auch ganz normal weitergeht mit Reus überragenden Leistungen und dass die Borussia nicht einbricht nach ihrem überraschend starken Halbjahr, das ist nun die Hoffnung der Verantwortlichen. Und es gibt an seinen Aussagen und an seinem Verhalten in Belek auch nichts, was sie daran zweifeln lässt. "Wir sind eine tolle Truppe, harmonieren sehr gut zusammen und werden eine gute Rückrunde spielen", meinte Reus. Er gibt beim Training auch weiterhin den Spaßvogel, als wäre nichts passiert.

Nur öffentlich allzu forsch klingen, das möchte er nicht. Die Gladbacher und ihr Star stehen im Pokal-Viertelfinale, liegen als Tabellenvierter der Bundesliga nur vier Punkte hinter dem FC Bayern und spielen zu Beginn der Rückrunde am 20. Januar gleich zu Hause gegen den Rekordmeister. Es wäre also noch nicht einmal vermessen, davon zu träumen, sich mit einem Titel zu verabschieden. Doch Reus sagte auch dazu nur: "Das ist noch lange hin. Aber es könnte uns einen Schub geben, wenn wir genauso starten würden wie in die Hinrunde." Da gewann die Borussia gegen die Bayern 1:0.

"Habe dem Verein viel zu verdanken"

Dass seine Familie und seine Freundin in Dortmund leben, habe übrigens nichts mit seiner Entscheidung für den BVB und gegen die Münchener zu tun. "Das ist unabhängig davon", erklärte der gebürtige Dortmunder. "Ich habe mich in meinen drei Jahren in Gladbach besser kennengelernt und ein Gefühl dafür entwickelt, was für mich am besten ist. Ich habe dem Verein sehr viel zu verdanken."

Welchen Nachfolger die Gladbacher mit den vielen Reus-Millionen holen, ist noch nicht absehbar. Am Samstag beim 3:2-Testspielsieg gegen den 1. FC Nürnberg brachte sich aber schon einmmal der Finne Alexander Ring in Stellung. Der 20-Jährige erzielte in seinem ersten Spiel für die Borussia zwei Tore. "Im defensiven Mittelfeld fühle ich mich am wohlsten", meinte er. "Aber wenn der Trainer es will, kann ich aber auch auf den Flügeln spielen. Ich bin ein aggressiver Spieler, recht schnell und habe meine Stärken im Spiel nach vorne."

Quelle: dpa

 
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