Last-Minute-Sieg des FC Bayern: Ribery reißt das Ruder rum
zuletzt aktualisiert: 20.03.2011 - 11:05Freiburg (RPO). Als Franck Ribery nach seinem Siegtreffer zwei Minuten vor Schluss über den halben Platz sprintete, gab es auch für seine Mitspieler kein Halten mehr. Am Ende des Wettrennens Richtung Ersatzbank war der Franzose in Diensten von Fußball-Rekordmeister Bayern München unter seinen überschwänglich jubelnden Teamkollegen begraben und nicht mehr zu sehen.
Nachdem Ribery wieder ans Tageslicht gekommen war, hatte er die große Bedeutung des 2:1 (1:1) am 27. Bundesliga-Spieltag beim SC Freiburg bereits erkannt.
"Es ist scheiße, wenn du Europa League spielen musst. Das war ein ganz wichtiger Sieg für die Fans, die Spieler und den ganzen Klub. Natürlich muss Bayern im nächsten Jahr in der Champions League spielen", sagte Ribery, der aufgrund der Jubelorgien auch Minuten nach Abpfiff noch ein wenig außer Atem war. "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft und dem ganzen Verein mit dem Tor helfen konnte", erklärte der 27-Jährige, der unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw auch die Führung durch Nationalstürmer Mario Gomez (9.) vorbereitet hatte.
Die ungewohnt große Euphorie der sonst so abgeklärten Bayern-Profis kam nicht von ungefähr. Schließlich hatte Ribery dafür gesorgt, dass die Münchner vier Tage nach dem bitteren Aus im Achtelfinale der Champions League gegen Inter Mailand weiter auf eine Teilnahme an der Königsklasse hoffen dürfen. Die Bayern liegen nach wie vor nur zwei Punkte hinter dem Tabellendritten Hannover 96.
"Ich bin wirklich sehr froh. Das war ein ganz wichtiger Sieg nach dieser schweren Woche. Wir haben das große Ziel immer noch vor Augen. Wir wollen die Qualifikation zur Champions League schaffen", erklärte Trainer Louis van Gaal nach dem elften Sieg der Bayern gegen Freiburg in Folge: "Meine Mannschaft hat wie immer gekämpft bis zum Schluss - das macht micht glücklich."
Der nach Saisonende aus dem Amt scheidende Niederländer hat nach wie vor den Anspruch, seinem Nachfolger eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. "Es direkt in die Champions League zu schaffen, wäre eine super Sache. Aber der dritte Platz ist das Mindeste für uns, denn dann kann mein Nachfolger auch in der Champions League weitermachen", sagte der Coach, der vermutlich durch Jupp Heynckes ersetzt wird.
Van Gaal musste aber zugeben, dass er in den vergangenen Tagen Aufbauarbeit leisten musste. "Wir waren zu Beginn des Spiels mental noch nicht richtig da. Diese Niederlage gegen Inter war ein schwerer Schlag für uns alle. Wir mussten im Training wieder für gute Stimmung sorgen, das war nicht einfach", erklärte der Niederländer, der seinen Landsmann Arjen Robben nach einer halben Stunde wegen Adduktorenproblemen vom Platz nehmen musste.
Ob Robben auch zukünftig für die Bayern auflaufen wird, hängt nicht zuletzt vom Erreichen der Königsklasse ab. Kapitän Philipp Lahm ist sicher, dass die Münchner dem niederländischen Vize-Weltmeister die nötigen Argumente liefern werden. "Der Sieg war extrem wichtig, weil wir jetzt in der Länderspielpause zwei Wochen Ruhe haben. Ich bin sicher, dass wir es am Ende in die Champions League schaffen werden", sagte der Außenverteidiger, dessen Abwehrkollegen aber erneut große Schwächen zeigten.
Die Freiburger Mannschaft von Trainer Robin Dutt, der bei einem möglichen Wechsel zum Ligarivalen Bayer Leverkusen offenbar durch A-Juniorencoach Christian Streich ersetzt werden soll, konnte daraus aber kein entscheidendes Kapital schlagen und kassierte die vierte Pleite in Folge. Das lag auch an Torjäger Papiss Cisse. Der Senegalese erzielte vor den 24.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion mit seinem 18. Saisontor zwar den zwischenzeitlichen Ausgleich (17.), drei Minuten zuvor war er aber mit einem Foulelfmeter an Bayerns Torwart Thomas Kraft gescheitert.
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