Nationaltorhüter Robert Enke ist tot.
Der DFB trauert auf seiner Homepage um den 32-Jährigen, der Selbstmord begangen hat.
Der Spieler von Hannover 96 starb am Dienstagabend auf einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenberge bei Hannover.
Wir blicken auf die Karriere des Sportlers zurück.
In den vergangenen Monaten lief der Vierkampf um die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft auf Hochtouren. Mit dabei: Robert Enke.
Der Hannoveraner hatte gute Karten als Stammkraft nach Südafrika zu fahren.
Hannovers Keeper wurde am 24. August 1977 in Jena geboren. Er war mit seiner Frau Teresa verheiratet. Das Paar hatte eine Tochter, die im Alter von zwei Jahren wegen eines Herzfehlers starb.
Im Mai 2009 adoptierte das Paar ein zwei Monate altes Mädchen.
Enkes Karriere begann in seiner Geburtsstadt bei Carl Zeiss Jena in der 2. Liga. Dort brachte er es in einer Spielzeit auf drei Einsätze. Daraufhin wechselte der 31-Jährige in Richtung Niederrhein zu den "Fohlen" aus Mönchengladbach, für die er von 1996-1999 immerhin 32 Saisonspiele bestritt.
In seiner letzten Saison bei Borussia Mönchengladbach gelang ihm der sportliche Durchbruch. Enke wechselte nach Portugal zu Benfica Lissabon, wo ihm unter Jupp Heynckes sein Durchbruch gelang.
Portugal hatte ihm so gut gefallen, dass er sich vorstellen könnte, dort seine Karriere ausklingen zu lassen. Doch seine Karriere zog ihn in Portugals Nachbarland Spanien zum FC Barcelona.
In Spanien erhielt seine Karriere einen Bruch. Der junge Victor Valdez wurde Enke vorgezogen und Enke wurde an Fenerbahce ausgeliehen. Kurios: Dort wurde er nach seinem ersten Spiel mit Feuerzeugen und Flaschen beworfen, sodass Enke aus der Türkei zurück nach Spanien flüchtete. Dort hatte er ein neun Spieltage dauerndes Intermezzo bei CD Teneriffa, ehe die 96-Bosse auf den Schlussmann aufmerksam wurden.
Seit 2004 war Enke, der für die Organisation PETA gegen den Import von Hunde- und Katzenfelle aus China demonstrierte, bei Hannover unter Vertrag und bestritt 160 Pflichtspieleinsätze. In seiner Zeit bei den Niedersachsen wurde er insgesamt fünf Mal von der Fachzeitung "kicker" zum besten Bundesliga-Torwart gewählt.
Da er in Hannover in einer bestechenden Form aufpielte, hatte sich Enke in die deutsche Nationalmannschaft gespielt. Am 27. März feierte er sein Debüt im Spiel gegen Dänemark und kam danach auf weitere sieben Einsätze.
Zuletzt hatte ihn eine hartnäckige Bakterienentzündung des Darms außer Gefecht gesetzt, erst am Wochenende war Enke aber wieder ins Tor von Hannover 96 zurückgekehrt.