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Karl-Heinz Rummenigge FC Bayern Panorama dapd 2011
  Foto: dapd, dapd
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"Korruptionsstadel" Fifa: Rummenigge stellt Zwanziger an den Pranger

zuletzt aktualisiert: 25.07.2011 - 20:03

Frankfurt/Main (RPO). DFB-Präsident Theo Zwanziger kommt nicht zur Ruhe. Nach Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat nun auch Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge den Juristen aus Altendiez wegen der Unterstützung für Fifa-Boss Joseph S. Blatter gerügt. Doch der wehrt sich.

Fifa-Präsident Joseph S. Blatter gerät unter Druck, DFB-Boss Theo Zwanziger steht am Pranger: Nach Präsident Uli Hoeneß kritisiert nun auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Rekordmeister Bayern München, dass Zwanziger den skandalumwitterten Blatter gebetsmühlenartig verteidigt.

"Theo Zwanziger muss aufpassen. Die Politik, die er gegenüber dem Fifa-Präsidenten Sepp Blatter verfolgt, finde ich nicht sehr klug: Blatter stets zu verteidigen, obwohl die ganze Welt weiß, wie es wirklich ist. Die Fifa ist ein Korruptionsstadel - dafür gibt es genug Beweise -, das wird auch Zwanziger nicht ändern", sagte Rummenigge dem Fachmagazin kicker.

"Runder Tisch" im August

Nach Hoeneß ist Rummenigge der zweite Bayern-Verantwortliche, der Zwanziger dafür attackiert, dass er auch während der Frauen-WM Blatters Wirken als Fifa-Präsident positiv bewertete. Vor dem Hintergrund, dass im August ein "Runder Tisch" zu den Fifa-Themen stattfindet, an dem auch Rummenigge teilnehmen soll, konnte Zwanziger die erneut öffentliche Kritik am Montag nicht nachvollziehen.

"Ich finde es befremdlich, dass nach Uli Hoeneß nun auch Karl-Heinz Rummenigge in dieser Sache den Weg über die Öffentlichkeit sucht, statt zunächst einmal persönlich mit mir zu sprechen. Die Vorwürfe sind für mich nicht nachvollziehbar, schließlich waren die geforderten Punkte Transparenz, Demokratie und eine stärkere Einbindung der Klubs von Beginn an im von mir erarbeiteten Diskussionspapier, dem so genannten Fünf-Punkte-Plan, enthalten", sagte Zwanziger.

Der DFB-Präsident will zwar als Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees die Korruption im Weltverband bekämpfen und die WM 2022 in Katar überprüfen lassen, sein Vertrauen in Blatter scheint jedoch ungebrochen. "Er ist viel zu klug, um sich korrumpieren zu lassen. Damit würde er sich nämlich in Abhängigkeiten begeben, erpressbar werden und genau das kann er nicht wollen. Aber er ist auf jeden Fall ein sehr guter Netzwerker und Strippenzieher", sagte Zwanziger nach den Attacken von Hoeneß.

"Der Sache nicht förderlich"

Auch DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach verteidigte die Haltung von Zwanziger. "Wer unseren Präsidenten kennt, der weiß, dass ihm sehr an den geforderten Veränderungen gelegen ist und er seit seiner Berufung in das Exekutivkomitee der Fifa intensiv daran arbeitet. Weil genau dies eine seiner Stärken ist, hat ihn das DFB-Präsidium einstimmig, also auch mit Vertretern des Ligaverbandes, aufgefordert, diese für den deutschen Fußball enorm wichtige Position zu übernehmen. Gegen seinen ursprünglichen Willen hat er sich der Wahl gestellt und wird sich nun aber mit aller Kraft aktiv einbringen. Insofern ist die Kritik von Karl-Heinz Rummenigge unangebracht und der Sache nicht förderlich", sagte Niersbach.

Rummenigge hält Zwanzigers Vorgehen jedoch für populistisch und sieht in Blatter zudem nur noch einen "König ohne Reich." "Das Reich ist nicht mehr von ihm abhängig, sondern von Kontinentalfürsten, die ihn gewählt haben. Irgendwann kommt der neue König", sagte Rummenigge, der sicher ist, dass Uefa-Präsident Michel Platini bei der Fifa auf Blatter folgen wird: "Man kann davon ausgehen, dass er irgendwann kommen wird. Ich persönlich werde nicht aufhören, den Finger in die Wunde zu legen."

"Wegschauen heißt akzeptieren"

Im Zuge der Fifa-Präsidentenwahl am 1. Juni hatte bereits Bayern-Präsident Hoeneß die Haltung von Zwanziger zu Blatter angemahnt. Der DFB hatte Blatter trotz der anhaltenden Bestechungsvorwürfe im Fifa-Exekutivkomitee seine Stimme gegeben. "Herr Zwanziger ließ keinen Zweifel daran, dass man Blatter wählen wird. Ganz nach dem Motto: Augen zu und durch. Ich bin enttäuscht, dass der DFB vor diesen unseriösen Machenschaften die Augen verschließt und nicht gegen Blatter Druck macht. Wegschauen heißt auch akzeptieren. Wer das tut, ist mitschuldig", hatte Hoeneß erklärt.

Druck auf Blatter macht derweil der am Samstag vom Fifa-Exekutivkomitee lebenslang suspendierte Mohamed Bin Hammam. Der Katarer will Blatter in die Enge zu treiben und wird deshalb auch den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen. "Das Urteil ist eine reine Rache-Aktion Blatters. Die Vorwürfe sind vor keinem Gericht der Welt zu halten. Die Gerechtigkeit wird siegen, wenn es einen fairen Prozess vor dem CAS oder einem anderen ordentlichen Gericht gibt", erklärte Bin Hammam.

Quelle: SID/jaso

 
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