Pro und Kontra: Ruud van Nistelrooy: Transfer mit Risiken
zuletzt aktualisiert: 26.01.2010 - 16:49Düsseldorf (RPO). Der Hype um den neuen Bundesliga-Star Ruud van Nistelrooy hat auch die Wettbüros erreicht. Bwin bietet bereits eine mit 10:1 notierte Wette darauf, dass der neue Stürmer des Hamburger SV in der kommenden Saison die Torjäger-Kanone in der Fußball-Bundesliga gewinnt.
Der von Real Madrid zu den Norddeutschen gewechselte Niederländer ist damit der einzige Spieler, auf den man bereits für die kommende Spielzeit setzen kann.
In der laufenden Saison ist der derzeit in der Torschützenliste führende Leverkusener Stefan Kießling mit einer Quote von 2,25 der Top-Favorit auf die Kanone. Dahinter folgen Mario Gomez (Bayern München/5,5), Lucas Barrios (Borussia Dortmund), Edin Dzeko (VfL Wolfsburg/beide 6) und Kevin Kuranyi (Schalke 04/8).
Ist dieser Hype gerechtfertigt? Für den HSV ist es ein Transfer mit Risiken. Unsere Redakteure haben die Personalie Ruud van Nistelrooy abgewogen.
Pro - von Gianni Costa
Die üblichen Reflexe sind schnell aktiviert. Der Hamburger SV verpflichtet Ruud van Nistelrooy. Toll. Aber ist der nicht zu alt, zu verletzungsanfällig, birgt so ein Transfer nicht unheimlich viele Gefahren?
Natürlich ist van Nistelrooy in die Jahre gekommen, natürlich sind seine sportlich erfolgreichsten Zeiten Vergangenheit. Beim Hamburger SV hat man sich dennoch zu Recht für eine Verpflichtung entschieden - und das Risiko ist überschaubar. Auch weil der Niederländer einen leistungsbezogenen Kontrakt erhält. Tatsächlich geht es van Nistelrooy ums Spiel.
Um die große Fußballbühne, um Tore. In seiner ganzen Karriere ist er nie als Stinkstiefel aufgefallen. Er war überall Leistungs- und Sympathieträger. Ein junges Team wie das des HSV kann durch einen seiner Güteklasse weiter wachsen und womöglich Ansprüche auf höhere Ziele anmelden.
Und auch wenn er nur wenig spielt, der HSV macht allein durch den Verkauf von Trikots mit seinem Namen ordentlich Kasse. Ein gutes Geschäft also.
Kontra - von Friedhelm Körner
Keine Frage, die Fußballkarriere von Ruud van Nistelrooy ist glanzvoll, insbesondere weil der Stürmer sich in den starken Ligen Englands und Spaniens behauptet hat und dreimal Torschützenkönig der Champions League war.
Doch nach seiner Knieoperation im November 2008 hat er für Real Madrid kein volles Spiel mehr in der spanischen Primera Division bestritten, er wurde nur einmal in der 79. Minute eingewechselt.
Die fehlende Spielpraxis ist eine schwere Bürde, die er nach Hamburg mitbringt. Und die Tatsache, dass er durch eine Verletzung so lange außen vor war, lässt befürchten, dass er schon aus körperlichen Gründen nicht mehr auf absolutem Topniveau spielen kann - zumindest nicht über einen längeren Zeitraum.
Außerdem: van Nistelrooy ist bereits 33 Jahre alt. Er befindet sich also schon im Spätherbst seiner Profi-Laufbahn. Im Sinne einer perspektivischen Entwicklung der Mannschaft ist die Verpflichtung deshalb eher nicht. Der HSV geht mit dem Kauf des Niederländers ein Risiko ein. Wohl doch ein zu hohes.
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