1. Bundesliga 14/15 Bundesliga
| 17.03 Uhr
1. FC Köln im Abstiegskampf
Schaefer setzt auf befreiten Podolski
Bundesliga 11/12: Podolskis erstes Training nach der Wechsel-Bestätigung
Bundesliga 11/12: Podolskis erstes Training nach der Wechsel-Bestätigung FOTO: dpa, Henning Kaiser
Köln. Lukas Podolskis Wechsel zum FC Arsenal ist perfekt. Nachdem "Prinz Poldi" seinen Abschied bekannt gegeben hatte, begann am Dienstag beim Training am Geißbockheim seine Abschiedstournee. Seine letzte kölsche Mission: Den FC vor dem Abstieg retten.

Nachdem Lukas Podolski seinen Abflug nach London persönlich gezwitschert hatte, säumten am Dienstag so viele Kiebitze wie selten den Trainigsplatz des 1. FC Köln. Alle wollten einen Blick auf den scheidenden Prinzen erhaschen, der konzentriert seine letzte kölsche Mission in Angriff nahm. Die "Operation Klassenerhalt" begann am Geißbockheim mit freundlichem Applaus für Podolski und dessen Teamkollegen. Die Sorge der Fans, neben ihrem Liebling auch noch die Erstklassigkeit zu verlieren, war dennoch greifbar.

Die Nachricht kam per Twitter

"Hi Leute, ab der kommenden Saison werde ich beim FC Arsenal spielen", hatte der deutsche Fußball-Nationalspieler am Montag via Twitter mitgeteilt und damit die Hängepartie um seine Zukunft beendet. Für rund 13 Millionen Euro verlässt die Klub-Ikone seinen "Eff-Zee" und wird seine Karriere nach der EM beim FC Arsenal in der englischen Premier League fortsetzen.

"Dieser Wechsel gibt mir die Möglichkeit, auf internationaler Ebene in einem europäischen Top-Klub zu spielen. Ich habe mich nicht gegen den FC, sondern für diese tolle Chance entschieden", ließ Podolski seine Fans wissen und stellte klar: "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, da der 1. FC Köln, die Fans und die Stadt für mich etwas ganz Besonderes sind. Ich werde den FC immer in meinem Herzen tragen."

Arsenals Teammanger Arsene Wenger lobt den Neuzugang. "Er ist ein wichtiger Teil unserer Zukunft. Er ist ein Spitzenspieler mit großer Qualität im Torabschluss", wird der Franzose auf der Homepage der Gunners zitiert. Nationalmannschaftskollege Per Mertesacker freut sich schon auf Poldi. "Ich bin hier sehr glücklich", sagte der frühere Bremer in einer Video-Botschaft und versprach: "Ich werde dich so gut wie möglich unterstützen, werde mit dir auch zur ersten Englischstunde gehen. Ich hoffe, wir werden zusammen viele Erfolge bei diesem Verein haben."

Wie es in Köln ohne Podolski weitergehen wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Im Fernduell mit Hertha BSC muss der FC zunächst am letzten Spieltag am Samstag (15.30 Uhr/Live-Ticker) im Heimspiel gegen Rekordmeister Bayern München den Relegationsplatz sichern, um dann im Duell gegen den Zweitliga-Dritten - möglicherweise sogar gegen den rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf - die Klasse zu halten. Daran will Podolski noch einmal entscheidenden Anteil haben. "Wir müssen gemeinsam alle Kräfte bündeln und uns ausschließlich auf den Klassenerhalt konzentrieren", sagte der 95-malige Nationalspieler.

"Klarheit setzt viele Kräfte frei"

Trainer Frank Schaefer ist überzeugt, dass die Bekanntgabe des Transfers zu diesem Zeitpunkt richtig war. "Es ist so, dass ich immer für Klarheit bin. Ich glaube, dass Klarheit viele Kräfte freisetzt. Die haben wir jetzt. Ich glaube, dass es speziell auch für Lukas wichtig ist. Er wirkt befreit", sagte Schaefer, der durch die frühe Bekanntgabe schon zu Beginn der Woche genügend Zeit hat, seine Spieler wieder auf das Bayern-Spiel zu fokussieren. "Natürlich ist es ein Thema in der Mannschaft, aber das Hauptthema ist unser Spiel am Samstag gegen Bayern München", sagte er.

Vor allem Podolskis Klasse wird dann noch einmal gebraucht. "Lukas ist ein Spieler mit Weltklasseformat. Gerade in dieser Saison hat er das immer wieder unter Beweis gestellt", sagte der FC-Trainer: "Er hat Spiele fast im Alleingang entschieden, und ich hoffe, dass sich das auch jetzt noch fortsetzt - in diesem und den hoffentlich noch folgenden Spielen."

Dass Podolski für die Gunners ein Gewinn sein wird, davon ist der frühere englische Nationalstürmer Tony Woodcock überzeugt. "Die Fans sollten sich sehr freuen. Ich bin sicher, dass er sich in der Premier League gut machen wird, denn es ist der perfekte Zeitpunkt für den Wechsel von Deutschland nach England", sagte Woodcock, der erfolgreich für den FC und die Gunners gespielt hat, bei goal.com: "Er ist erst 26, aber er hat schon eine große Erfahrung aus seiner Zeit in Köln, München und der Nationalmannschaft. Er hat fast 100 Länderspiele, ist aber noch jung. Und das aufregendste ist, dass er seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat."

Quelle: sid
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