Lewis Holtby: Schalke hat ein neues Juwel
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 14.07.2009 - 11:15Düsseldorf (RP). Der 18 Jahre alte Erkelenzer Lewis Holtby, von Alemannia Aachen ins Revier geholt, gilt als eines der größten deutschen Fußballtalente. Trainer Magath will ihn bei den Königsblauen zu einem A-Nationalspieler formen.
Fünf Jahre lang hat Lewis Holtby das Trikot der Kartoffelkäfer getragen, wie die Spieler von Alemannia Aachen wegen ihres schwarzgelben Trikots genannt werden. Es war eine schöne Zeit, sagt er im Blick zurück auf die Begegnungen in der Jugend und in der Zweitligamannschaft. "Doch jetzt", erklärt er, "fängt meine Karriere erst an."
Schalke 04 ist seine neue Station als Fußballer und Felix Magath der Trainer, von dem er auf dem Weg zu einem gestandenen Profi noch sehr viel lernen kann. Wie der 55 Jahre alte ehemalige Meistercoach des VfL Wolfsburg hat der Mittelfeldspieler und Stürmer bei den Gelsenkirchenern einen Vertrag bis 2013 unterzeichnet.
Vergleiche mit Marin
Es ist nicht Magaths Art, jungen Spielern Honig um den Bart zu schmieren. Doch er macht keinen Hehl daraus, dass er auf den Sohn eines Engländers und einer Deutschen große Stücke hält. "Unser Ziel ist es, ihn zu einem A-Nationalspieler zu machen", sagt der neue Schalker Trainer, "er soll eine feste Größe im bezahlten internationalen Fußball darstellen."
Magath hatte bereits im November 2008 mit Holtby verhandelt. Er wollte das Talent nach Wolfsburg holen. Kein Zweifel – der junge Mann war ein Wunschspieler des Fußballlehrers. Nicht nur in seiner Statur, sondern auch in seiner Spielweise erinnert der Blondschopf an den Bremer Marko Marin, der im vergangenen Jahr als Mönchengladbacher ins Nationalteam aufstieg.
Das Trikot der Borussia trug Holtby früher ebenfalls, drei Jahre lang, außerdem war er Balljunge bei den "Fohlen". Doch zum Durchbruch langte es für ihn bei den jungen Fohlen nicht. Er sei sehr schmächtig und nicht schnell genug gewesen, heißt es bei den Gladbachern heute.
Umso größer wird sein Ehrgeiz sein, im November zu beweisen, welch vielversprechenden Weg er inzwischen als Fußballer eingeschlagen hat. Dann treffen Borussia und Schalke in Mönchengladbach erstmals in der neuen Bundesligasaison aufeinander.
Schalke und Magath sind für Lewis Holtby, wie er sagt, "eine Hausnummer in Deutschland". Sein Zuhause, wörtlich genommen, ist immer noch das der Eltern im Erkelenzer Land. Dort lebt Schalkes neue Nummer 7, der U19-Nationalspieler will jedoch so schnell wie möglich in den Großraum Gelsenkirchen umziehen. Seine sportliche Heimat war Sparta Gerderath. Über Mönchengladbach landete Holtby 2004 in Aachen. Bereits mit 17 Jahren gab er sein Debüt in der Zweiten Liga, als Alemannias früherer Manager Jörg Schmadtke am Tivoli vorübergehend auch Trainer war.
"Ich bin ein Spieler, der mit Emotionen spielt, deshalb passt das mit Schalke gut zusammen", findet Lewis Holtby, der brav "Herr Magath" sagt, wenn er – der Lehrling – über seinen neuen Chef spricht. Rund 2,5 Millionen Euro Ablösesumme soll er nach monatelangem Transferpoker gekostet haben.
Das ist kein Pappenstiel für einen 18-Jährigen, doch erscheint dieser Betrag angesichts der ausufernden Summen auf dem internationalen Transfermarkt realistisch. Denn zum einen gilt der dribbelstarke Youngster, der gefährliche Freistöße spielen kann, als eines der größten deutschen Offensivtalente, zum anderen soll fast die halbe Liga hinter ihm her gewesen sein: Schalkes großer Rivale Dortmund, Hoffenheim, Leverkusen, Köln, Berlin.
Borussia Mönchengladbach, in deren U14 Lewis' Bruder Joshua kickt, erklärte, sie habe zwar Kontakt mit einem Berater Holtbys gehabt, dem Spieler aber kein Angebot unterbreitet.
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