1. FC Kaiserslautern - Schalke 04 2:0 (0:0): Schalke lässt Federn auf dem Betze
zuletzt aktualisiert: 29.01.2005 - 17:28Kaiserslautern (rpo). Die Serie von Bayern-Verfolger Schalke 04 hat im Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern ein jähes Ende gefunden. Die Gastgeber kauften den Spielern von Trainer Ralf Rangnick schnell den Schneid ab und gewannen am Ende verdient 2:0.
Schon gut zehn Minuten vor Schluss lagen beim Titelanwärter die Nerven blank. Gefrustet von der absehbaren Niederlage gingen Schalkes Torwart Frank Rost und Torjäger Ailton aufeinander los. Nach der Partie war das kurze Handgemenge der beiden Teamkollegen zwar kein Thema mehr im Schalker Lager, doch genau die in dieser Szene an den Tag gelegte Aggressivität vermissten die Verantwortlichen der "Königblauen" während des Spiels.
"Wir waren einfach nicht entschlossen genug. Ich hätte mir einen Schuss mehr Aggressivität gewünscht. Wir hatten zwar eine optische Überlegenheit, aber am Ende kam nichts Zählbares dabei raus", meinte der sichtlich angefressene Schalker Trainer Ralf Rangnick, dessen Team durch die unerwartete Pleite vor 37.850 Zuschauern auf dem Betztenberg die Chance verpasst hatte, erstmals seit dem 5. Mai 2001 die Tabellenführung zu übernehmen.
"Hallo wach" für Schalke?
Sauer war auch Teammanager Andreas Müller. "Die letzte Entschlossenheit hat gefehlt. Wir müssen uns jetzt an die eigene Nase packen und den Schalter umlegen. Die Mannschaft hat hoffentlich gemerkt, dass ihr nichts geschenkt wird. Ich hoffe, die Niederlage war das nötige 'Hallo wach' für die Spieler", sagte Müller im Anschluss an die erste Pleite der Schalker nach zuletzt fünf Partien ohne Niederlage.
Doch die Schalker, die erstmals unter Rangnick auswärts verloren, waren nicht nur über die Pleite verärgert. Vor allem der von Schiedsrichter Stefan Trautmann (Florstadt) nicht geahndete Ellbogenstoß des Griechen Ioannis Amanatids gegen den eingewechselten Innenverteidiger Tomasz Waldoch zehn Minuten vor Spielende erregte die Gemüter. "Das war dunkelrot. Das war eine ganz hässliche Szene, und das habe ich ihm auch gesagt", sagte der wütende Rangnick.
Persönliche Genugtuung für Blank
Zuvor war es ausgerechnet Amantidis, der den FCK mit seinem vierten Saisontor auf die Siegesstraße gebracht hatte (56.). "Es war keine Absicht, und ich habe mich sofort bei Waldoch entschuldigt", verteidigte sich der Grieche. Den zweiten Treffer für den FCK steuerte Stefan Blank per Strafstoß bei (74.). Für den Neuzugang vom Zweitligisten Alemannia Aachen war es nicht nur das zweite Tor im zweiten Spiel im Dress der "Roten Teufel", sondern auch eine ganz persönliche Genugtuung.
"Natürlich ist es etwas Besonderes, gegen seinen Heimatverein zu treffen. Aber noch wichtiger war der Sieg für die Mannschaft, denn so bewegen wir uns immer weiter von unten weg", erklärte der gebürtige Gelsenkirchener. Erfreut über die anhaltende Erfolgsserie der Pfälzer, die nunmehr seit fünf Spielen ungeschlagen sind, war natürlich auch Trainer Kurt Jara. "Jeder Spieler erfüllt zu 100 Prozent seine Aufgabe und stellt sich in den Dienst der Mannschaft", nannte der Österreicher das Erfolgsgeheimnis der vergangenen Wochen.
In die Erfolgsspur zurückkommen wollen die Schalker, die den Rückschlag im Titelkampf nicht überbewerten wollten. "Es liegen noch so viele Spiele vor uns. Wir müssen jetzt einfach bei Hansa Rostock gewinnen. Was Bayern München macht, ist uns egal", meinte Nationalspieler Gerald Asamoah. In Rostock müssen die "Königsblauen" allerdings auf Asamoah und den Georgier Lewan Kobiaschwili verzichten, die beide ihre fünfte gelbe Karte sahen.
STIMMEN ZUM SPIEL:
Trainer Kurt Jara (1. FC Kaiserslautern): "Wir haben heute gewonnen, weil die Mannschaft sehr diszipliniert in der Abwehr gestanden hat. In der ersten Halbzeit hatten wir auch das nötige Glück, um nicht in Rückstand zu geraten. In der Mannschaft hat jeder seine Aufgabe hundertprozentig erfüllt und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt."
Trainer Ralf Rangnick (Schalke 04): "Ich bin nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit dem gesamten Spiel nicht zufrieden. Wir waren nicht entschlossen genug und haben aus unserer optischen Überlegenheit nicht die entsprechenden Torchancen herausgespielt. Das 2:0 hat dann das Spiel entschieden."
STATISTIK ZUM SPIEL:
Kaiserslautern: Ernst - Lembi, Hertzsch, Mettomo, Blank - Riedl (68. Teber) - Sforza, Zandi (60. Seitz), Engelhardt - Amanatidis (88. Wenzel), Halil Altintop
Schalke: Rost - Hamit Altintop, Bordon (53. Waldoch), Krstajic, Pander - Poulsen (66. Hanke), Kobiaschwili (87. Rodriguez) - Lincoln - Asamoah, Sand, Ailton
Schiedsrichter: Trautmann (Florstadt)
Tore: 1:0 Amanatidis (56.), 2:0 Blank (74., Foulelfmeter)
Zuschauer: 37.850
Beste Spieler: Riedl, Sforza - Asamoah, Sand
Gelbe Karten: Teber (3), Amanatidis (2), Sforza (2), Blank - Asamoah (5), Kobiaschwili (5), Krstajic (3)
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