Hoffenheim ist Herbstmeister: Schalke rastet aus
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 15.12.2008 - 09:52Mannheim (RP). Aufsteiger TSG Hoffenheim hat die Hinrunde der Fußball-Bundesliga mit einem 1:1 gegen Schalke 04 abgeschlossen und in einer überaus hitzigen Begegnung die Spitze vor dem FC Bayern München verteidigt.
Ralf Rangnick hatte in den vergangenen Tagen keine Gelegenheit ausgelassen, zu betonen, wie unwichtig ihm dieser Titel sei. Dementsprechend energisch verweigerte sich der Trainer den Gratulationen zum erreichten Etappenziel. Ein kleines Lächeln, mehr gestattete er sich nicht an öffentlicher Freude. Er hätte allen Grund dazu gehabt, diesen Arbeitstag euphorischer zu beschließen.
Die TSG Hoffenheim hat es als erster Bundesliga-Neuling überhaupt geschafft, sich die so genannte Herbstmeisterschaft zu sichern. Mit einem 1:1 gegen den FC Schalke 04 steht die Mannschaft aus dem Kraichgau punktgleich mit Rekordmeister Bayern München an der Spitze. Die Schalker dagegen liegen mit Rang sieben weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück.
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Das mag auch an den zahlreichen Disziplinlosigkeiten der "Knappen" liegen, die in dieser Saison bereits fünf Platzverweise kassierten, alleine zwei beim Auftritt in der Kurpfalz. Obendrein mussten die Assistenten von Schalke-Trainer Fred Rütten, Youri Mulder und Mike Büskens, auf die Tribüne.
Für Rangnick begannen die Probleme schon vor dem Anpfiff. Er musste auf Carlos Eduardo im defensiven Mittelfeld verzichten, der wegen einer Grippe seinen Dienst nicht antreten konnte. Für den Brasilianer beorderte er zunächst Tobias Weis in die Mitte, doch der Trainer korrigierte seine Entscheidung bereits nach wenigen Minuten und stellte taktisch um.
Isaac Vorsah sollte fortan das Spiel der TSG etwas besser ordnen, das bis dahin recht zerfahren wirkte. Immer wieder versuchten es die Hoffenheimer mit hohen Bällen ins Abwehrzentrum – mit wenig Aussichten auf Erfolg bei den zwei groß gewachsenen Innenverteidigern Mladen Krstajic und Benedikt Höwedes.
Übermotivierte Gäste
Die Schalker wiederum setzten weniger auf kreative Momente, vielmehr versuchten sie mit ihrer aggressiven Spielweise, den Hoffenheimern die Lust am Kombinieren zu nehmen. Bisweilen gingen sie dabei etwas übermotiviert an ihr Tagwerk.
Jermaine Jones zum Beispiel. Der leistete sich binnen 45 Sekunden gleich zwei Fouls und war gut bedient, dass ihn Schiedsrichter Peter Gagelmann aus Bremen zunächst weiter mitwirken ließ. Zu einem Zeitpunkt, als die TSG sich besser in Szene setzen konnte, schlugen die Gäste aus dem Ruhrgebiet zu.
Gerald Asamoah traf fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff zur Führung nach schöner Vorarbeit von Halil Altintop – Nationalspieler Marvin Compper und Matthias Jaissle sahen dabei nicht gut aus.
Die Schalker schlugen sich selbst. Der vielfach auffällige Jones flog mit Gelb-Rot vom Platz (58.). Danach bedrängte der Nationalspieler zudem Gagelmann. Engelaar handelte sich Gelb-Rot ein, als er seinen Gegenspieler am Trikot zog.
Die Hoffenheimer nahmen den robusten Kampf immer besser an und erarbeiteten sich einige Chance. Selim Teber traf per Freistoß zum Ausgleich. Top-Torjäger Vedad Ibisevic hatte in der 85.Minute den Siegtreffer auf dem Fuß. Doch Manuel Neuer im Tor des Klubs aus Gelsenkirchen parierte glänzend.
Gefeiert wurde dennoch. Der Dorfverein aus Hoffenheim verabschiedete sich unbesiegt aus Mannheim – sieben Siege, zwei Unentschieden. Die Heimspiele der Rückrunde tragen sie in ihrer neuen Arena in Sinsheim aus.
Die Bilder der Schalker Undiszipliniertheiten finden Sie hier.
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