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Kevin Kuranyi, Frank Rost panorama ap 2010
  Foto: AP, AP
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Hamburg - Schalke 2:2: Schalke verpasst Sprung an die Spitze

zuletzt aktualisiert: 21.03.2010 - 17:30

Hamburg (RPO). Nach dramatischen 90 Minuten standen die Spieler von Schalke 04 mit hängenden Köpfen im Mittelkreis. Durch das 2:2 (0:1) beim Hamburger SV hatten die Königsblauen nach den Patzern der Konkurrenz die große Chance auf die Tabellenführung fast schon fahrlässig verspielt.

"Wir sind ein bisschen traurig. Die Möglichkeit auf einen Sieg war sehr groß", sagte Stürmer Kevin Kuranyi, der in der 62. Minute mit seinem 15. Saisontor das zwischenzeitliche 1:1 erzielt hatte: "Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit unsere Chancen nicht genutzt."

Mit 55 Punkten liegen die Schalker weiter auf Platz zwei hinter Bayern München (56) und vor Herbstmeister Bayer Leverkusen (53.). Der HSV büßte dagegen im Kampf um das internationale Geschäft zwei Punkte ein und steht erstmals seit dem ersten Spieltag nicht auf einem Europapokalplatz, durfte angesichts der klaren Schalker Vorteile mit dem Punkt aber zufrieden sein.

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Viele Chancen nicht genutzt

Mehrere hochkarätige Möglichkeiten hatte das Schalker Team von Trainer Felix Magath vergeben: Zweimal retteten die Hamburger teilweise artistisch auf der Linie, bei einem Schuss des eingewechselten Alexander Baumjohann stand nur der Querbalken dem Schalker Sprung an die Spitze im Weg.

Dabei hatten die Schalker das Spiel in sechs Minuten gedreht. Nachdem die Königsblauen, die seit 52 Jahren auf ihren achten Meistertitel warten, in der ersten Halbzeit trotz drückender Überlegenheit wie aus dem Nichts durch den dritten Saisontreffer des niederländischen Stürmerstars Ruud van Nistelrooy (40.) in Rückstand geraten waren, kamen sie im zweiten Durchgang zurück ins Spiel. Erst traf Kuranyi per Kopf, dann verwandelte Ivan Rakitic einen umstritten Foulelfmeter (68.). Doch ein Tor des eingewechselten Jonathan Pitroipa verhinderte den Schalker Sieg (77.).

Magath mahnt "alte Fehler" an

"Leider haben wir dann den alten Fehler gemacht, dass wir uns nach der Führung zu sehr zurückgezogen haben. Es war ein dramatisches Spiel bis zum Ende", sagte Trainer Felix Magath, der wie schon seit Wochen wenig Wert auf die Tabellenführung legte: "Ich kann mit dem Punkt leben. Wir haben ja nicht irgendwo gespielt, sondern beim HSV, die eine sehr gute Mannschaft haben."

In Anbetracht der kommenden "Wochen der Entscheidung" und dem DFB-Pokal-Halbfinale am Mittwoch gegen Bayern München ging der Blick der Schalker allerdings auch schon wieder ein Stück nach vorne. "Das wird sicherlich ein Highlight, aber hoffentlich nicht das Highlight der Saison. Denn danach kommen noch ganz wichtige Spiele", sagte Kuranyi.

Die erste Hälfte des Topspiels war von gegenseitigem Respekt geprägt. Beide Mannschaften wollten auf jeden Fall verhindern, dem Gegner ins offene Messer zu laufen und Konterchancen zuzulassen. Torgelegenheiten gab es zunächst nur nach Fehlern und Freistößen. Die erste große HSV-Chance hatte in der 14. Minute van Nistelrooy, der nach einem Freistoß akrobatisch den Ball knapp am Tor vorbeischoss. Auf der Gegenseite scheiterte Kevin Kuranyi nach Hamburger Ballverlusten im Aufbau zweimal am großartig klärenden Frank Rost.

Van Nistelrooy eiskalt

Anschließend wirkten die Gastgeber völlig verunsichert. Sie verloren gegen die aggressiv pressenden Schalker zahlreiche Bälle im Spielaufbau und die Hintermannschaft wirkte ein ums andere Mal unsortiert. Die HSV-Führung kurz vor der Pause fiel deshalb überraschend. Einen Freistoß von Trochowski aus 18 Metern konnte Neuer nur nach vorne fausten und van Nistelrooy staubte mit seinem einmaligen Torjägerinstinkt gedankenschnell ab.

Nach dem Wechsel erhöhten die Gäste das Tempo, um den Ausgleich zu erzwingen. Reihenweise flogen die Flanken in den Hamburger Strafraum. Teilweise wurde es auf dem Platz zudem giftig, wobei Schiedsrichter Wolfgang Stark Probleme hatte, bei den zahlreichen harten Zweikämpfen das richtige Strafmaß zu finden.

Der Schalker Ausgleich fiel dann aus HSV-Sicht unglücklich, aber verdient. Kuranyi köpfte am langen rechten Pfosten eine Flanke ein, die Rozehnal unabsichtlich verlängert hatte, wodurch Rost nicht mehr an den Ball kam. Nach der Schalker Führung mobilisierten die Gastgeber, die erst am Donnerstag in der Europa League im Einsatz waren, die letzten Kräfte, waren bei ihren Ausgleichsbemühungen aber für Konter anfällig. So musste Tomas Rincon in der 74. Minute im Liegen mit dem Kopf gegen Edu das 1:3 verhindern.


STATISTIK:

Hamburg: Rost - Rincon, Rozehnal, Mathijsen, Jansen - Jarolim, Ze Roberto - Torun (71. Pitroipa), Trochowski - van Nistelrooy (80. Berg), Petric. - Trainer: Labbadia

Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Westermann - Matip (61. Edu) - Kluge (46. Baumjohann), Schmitz - Rakitic - Farfan, Kuranyi. - Trainer: Magath

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)

Tore: 1:0 van Nistelrooy (40.), 1:1 Kuranyi (62.), 1:2 Rakitic (68., Foulelfmeter), 2:2 Pitroipa (77.)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Beste Spieler: Rost, van Nistelrooy - Rakitic, Kuranyi

Gelbe Karten: Jansen (3) - Kluge (3), Höwedes (3)

Quelle: SID/chk

 
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