Attacke statt Ergebnisfußball: Schalker Spielsystem wird für Raul verändert
zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 20:42Gelsenkirchen (RPO). Attraktives Angriffsspiel statt langweiligem Ergebnisfußball, hohe Spielkultur statt Kampfkraft pur: Nach der Verpflichtung von Raul wird Trainer Felix Magath beim Vizemeister Schalke 04 das Spielsystem ändern und rund um den spanischen Superstar die Mannschaft weiter verändern.
"Seine Verpflichtung bedeutet für mich die Verpflichtung, dass er Tore schießen und seine Fähigkeiten voll ausspielen kann. Auch Raul ist davon abhängig, wie er in Szene gesetzt wird. Wenn eine solche Karriere bei uns einen Knick bekäme, würde ich mir das persönlich anlasten", sagte Magath und fügte mit Blick auf die Vergangenheit selbstkritisch an: "Wir müssen was ändern im Spielsystem und besser Fußball spielen."
Damit Rauls Qualitäten zur Geltung gebracht werden können, plant Trainer/Manager Magath weitere Verstärkungen. "Es bedarf noch Spieler, die das neue System besser ausfüllen können als die Spieler, die bisher da sind", so der 57-Jährige. Ein "gefährlicher Stürmer" steht ganz oben auf Magaths Wunschliste. Zudem soll noch ein Spielmacher zu den Königsblauen gelockt werden, um den königlichen Neuzugang von Real Madrid mit den richtigen Pässen zu versorgen.
Geld für weitere Neue da
Trotz klammer Kassen und Rauls Jahreseinkommen von rund sechs Millionen Euro, von denen sein Ex-Klub angeblich ein Drittel zahlt, ist bei den Schalkern noch Geld für weitere Verpflichtungen verhanden. "Magath befindet sich voll im Rahmen des Budgets. Er geht vernünftig mit den Finanzmitteln um", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies, der Magath grünes Licht für weitere Investitionen auf der Jagd nach dem ersten Meistertitel seit 1958 gegeben hatte.
Angesichts der geplanten Transfers muss Magath seinen aufgeblähten Kader aber weiter verkleinern. Sollte noch ein Stürmer verpflichtet werden, wäre wohl auch Jefferson Farfan ein Kandidat für einen Vereinswechsel. "Es muss ein Stürmer gefunden werden, der neben Raul die Aufmerksamtkeit auf sich zieht", meinte Magath.
Raul will Deutsch lernen
Raul interessieren die Spielsystem- und Personalplanungen seines Vorgesetzten anscheinend wenig. Er freue sich auf die gemeinsame Arbeit. Um sich so schnell wie möglich zu integrieren, wolle er die deutsche Sprache schnell lernen, auch wenn diese schwierig sei, so der 33-Jährige.
Während er seine ersten Trainingseinheiten für den Champions-League-Teilnehmer absolvierte und von den Fans bejubelt wurde, gingen im Schalker Fan-Shop die ersten Trikots mit seiner Nummer sieben und spanische Flaggen über die Ladentheke. Die Anhänger freuen sich auf den neuen Star und das versprochene Offensiv-Spektakel.
Metzelder: "Raul besticht durch Killerinstinkt"
Neuzugang Christoph Metzelder hat seinen alten und neuen Kollegen Raul in höchsten Tönen gelobt. "Er ist läuferisch sehr stark und besticht durch eine regelrechte Killermentalität vor dem gegnerischen Tor. Wir sind überzeugt, dass er unser Team bereichern wird", sagte der Abwehrspieler auf der Vereinshomepage des Vizemeisters. Der ehemalige deutsche Nationalspieler war wie der spanische Superstar zur neuen Saison von Real Madrid zu den Königsblauen gewechselt.
Metzelder, der in Madrid drei Jahre an der Seite von Raul gespielt hatte, macht sich dabei keine Sorgen um Motivationsprobleme bei dem 33-Jährigen. "Wer glaubt, Raul wäre zu Schalke gewechselt, um seine Karriere in Ruhe ausklingen zu lassen, der irrt gewaltig. Er will immer gewinnen und ist heiß darauf, international zu spielen", sagte der Vizeweltmeister von 2002.
Allerdings werde Raul in der Bundesliga "eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchen, denn es ist schon ein anderer Fußball, der hier gespielt wird. Zudem sind wir bereits fünf Wochen in der Vorbereitung und er kommt jetzt erst dazu", sagte Metzelder.
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