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DFB soll handeln: Schiris fordern Schutz vor Internet-Attacken

zuletzt aktualisiert: 04.12.2011 - 14:33

Stuttgart (RPO). Rund zwei Wochen nach dem Selbstmordversuch von Bundesliga-Referee Babak Rafati verlangen die deutschen Spitzenschiedsrichter vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) Maßnahmen gegen Online-Attacken auf die Unparteiischen.

Schiedsrichter Knut Kircher fordert vom DFB einen besseren Schutz der Referees im Inernet. Foto: ddp
Schiedsrichter Knut Kircher fordert vom DFB einen besseren Schutz der Referees im Inernet. Foto: ddp

"Ein Problem sind Beschimpfungen im Internet. Ich kenne Kollegen, die sich Beleidigungen von sogenannten Fans richtig zu Herzen nehmen. Wir Schiedsrichter haben die Internet-Problematik beim DFB angesprochen und den Verband aufgefordert zu überlegen, was er tun kann, um uns zu schützen", sagte FIFA-Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg) im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten (Montag-Ausgabe).

Eine nach Rafatis Verzweiflungstat in die Diskussion gekommene Betreuung der Schiedsrichter durch Psychologen zur Bewältigung des hohen Leistungsdruckes steht der 42-Jährige, der seit 2001 in der Bundesliga pfeift, mit gemischten Gefühlen gegenüber.

"Ich brauche keinen Psychologen. Wenn jemand solch ein Angebot nutzen möchte, dann ist es gut, wenn es die Möglichkeit gibt, aber ich kann das niemandem überstülpen und zur Pflicht machen", sagte Kircher. Generell sei der Druck auf die Referees enorm hoch: "Nur die Schiedsrichter, die mit dem Druck zurechtkommen, schaffen es in die Bundesliga. Alle anderen hören vorher auf, obwohl sie vielleicht genügend Talent und Können hätten."

Für den Druck macht Kircher teilweise Trainer und Spieler verantwortlich. "Ich vermisse den gegenseitigen Respekt, wenn sich ein Trainer aufführt wie Rumpelstilzchen und das ganze Stadion gegen den Schiedsrichter aufbringt", sagte der Diplom-Ingenieur.

Der vieldiskutierte Video-Beweis zur Auflösung strittiger Situationen und damit auch zur Verhinderung von eklatanten Fehlentscheidungen der Referees oder andere technische Hilfsmittel allerdings könnten nach Kirchers Ansicht nur bedingt Abhilfe schaffen: "Bei einem Torerkennungssystem, das funktioniert, würde ich sagen: Sofort her damit. Dem Videobeweis stehe ich absolut skeptisch gegenüber. Er würde den Fußball nicht ehrlicher machen."

Quelle: sid

 
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