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Lob und Respekt vor dem Topspiel: Selbst Großkreutz übt sich in Zurückhaltung

zuletzt aktualisiert: 19.11.2011 - 11:00

München (RPO). Kevin Großkreutz ist bekannt für seine große Klappe: "Jetzt schlagen wir München, Bayern ist reif", hatte der Dortmunder Mittelfeldspieler im vergangenen Jahr vor dem Gipfeltreffen bei Bayern München noch posaunt - neun Monate später traut sich aber selbst das Sprachrohr nicht mehr aus der Reserve.

Überhaupt ist von verbalen Kampfansagen vor dem Topspiel zwischen Rekordmeister und Meister am Samstag (18.30 Uhr/Live-Ticker) nichts zu hören.
Lobhudeleien aus Dortmund, Respektbekundungen aus München - nur innerlich brennt wohl jeder auf das "Spiel des Jahres".

"Wir verlieren nicht, Punkt, aus", sagte der 23-Jährige in dieser Woche ganz brav, und überraschte sogar seinen eigenen Trainer Jürgen Klopp: "Das Spiel wurde bisher gar nicht großartig aufgebauscht. Und wir werden den Teufel tun und irgendwelche Parolen raushauen", sagte der 44-Jährige. Ganz ähnlich ging es am Freitag in München zu:
"Dortmund ist zurecht Meister geworden, sie spielen erstklassigen Fußball. Aber wir sind diese Saison eine andere Bayern-Mannschaft", sagte Trainerkollege Jupp Heynckes zurückhaltend und konnte sich ein müdes Lächeln nicht verkneifen.

Bayern unbezwingbar? "Die ganze Liga drückt uns die Daumen"

Dabei wäre dieses "Imagespiel", wie es immerhin Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vor wenigen Wochen noch genannt hatte, eigentlich prädestiniert für die Abteilung Attacke.
Ein Duell der ewigen Rivalen, Tabellenführer gegen Verfolger, Meister gegen Rekordmeister: "Wenn wir 100 Prozent geben, gewinnen wir", hört man stattdessen aber etwa von Mario Gomez. Es scheint, als wisse inzwischen jeder, dass die Bayern sich in dieser Saison nur selbst schlagen können.

"Die ganze Liga drückt uns die Daumen", glaubt immerhin Großkreutz angesichts der Vorzeichen, die sich im vergangenen dreiviertel Jahr wieder verschoben haben. Damals, am 26. Februar, war Dortmund als Tabellenführer und 13 Punkte vor den strauchelnden Bayern an die Isar gereist und hatte 3:1 gewonnen. Jetzt schauen die Münchner von oben herab, "eine ganz andere Situation", sagt Heynckes. Immerhin 50 Prozent glauben laut einer Umfrage des Fachmagazins "kicker" dennoch an einen BVB-Sieg, nur 35 Prozent hingegen an die Bayern: "Es lesen wohl mehr Dortmund-Fans den kicker", sagte Klopp schmunzelnd.

Auch acht Punkte Vorsprung keine "Vorentscheidung"

Gewinnt Bayern heuer, droht der Meisterkampf schon von der Winterpause langweilig zu werden. Ein Münchner Sieg würde den Vorsprung des "Topfavoriten auf alles in der Liga", wie Klopp den kommenden Gegner liebevoll umschreibt, auf acht Punkte wachsen lassen. Das wäre zwar "noch keine Vorentscheidung", sagte Gomez:
"Aber wir wissen alle, dass es ein sehr wichtiges Spiel gegen den ärgsten Konkurrenten ist". Heynckes bezeichnete die Partie als "richtungsweisend für die kommenden Wochen, aber nicht für den Rest der Saison". Sowieso haben die Bayern aber auch einen Fünf-Punkte-Vorsprung erst zweimal (92/93 und 95/96) verspielt.

Genau daraus ziehen die Dortmunder aber ihre Motivation. Neun Heimspiele in Folge haben die Bayern gewonnen, dazu 36:2 Tore erzielt. "Das ist reizvoll", sagt Klopp, allerdings auch "sehr schwer. Wir sind uns völlig im Klaren, dass Bayern in einer Topverfassung und mit einer überragenden Einstellung mit uns zu Werke geht."

Die Kompensation von Bastian Schweinsteigers Ausfall (Schlüsselbeinbruch) im ersten Spiel gegen einen Top-Gegner dürfte der Schlüsselpunkt im Bayern-Spiel werden. Zumal Heynckes in der Defensive auch noch auf den rot-gesperrten Anatolij Timoschtschuk verzichten muss. Sogar Kapitän Philipp Lahm sei nun als Alternative ins Gespräch.

Robben wieder im Kader, aber zunächst auf der Bank

Auch Dortmund muss ein wenig improvisieren: Für Neven Subotic (Mittelgesichtsbruch) spielt Felipe Santana, zudem droht der Ausfall von Linksverteidiger Marcel Schmelzer. Immerhin würde aber auch der mögliche Ersatzmann Chris Löwe nicht gleich auf den rekonvaleszenten Münchner Dauerpatienten Arjen Robben treffen. Der Niederländer steht zwar im Kader steht, wird aber zunächst auf der Bank Platz nehmen.
"Aber auch von da kann er richtig stark sein", weiß Klopp.

Auch wenn Gomez beteuert, dass das Gipfeltreffen für ihn "eine ganz normale Liga-Partie" sei, heiß auf das Duell sind beide Mannschaften. Nur einen Satz hörte man wohl deshalb von beiden Trainern: "Es wird ein richtig gutes Fußballspiel. Ein Knaller." Immerhin.

Quelle: DAPD

 
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