Zoff bei der Eintracht: Skibbe und Bruchhagen nähern sich an
zuletzt aktualisiert: 12.01.2010 - 15:54Frankfurt/Main (RPO). Michael Skibbe darf wohl doch Trainer bei Eintracht Frankfurt bleiben. Der Trainer der Hessen hat sich mit Vorstandsboss Heribert Bruchhagen vertragen, nachdem es in den vergangenen Tagen zu Auseinandersetzungen gekommen war.
In einem anderthalbstündigen Krisengespräch am Dienstag räumten beide Seiten im Rahmen einer Vorstandssitzung die Missverständnisse aus und kamen auf einen Konsens.
"Der Vorstand teilt die Auffassung des Trainers zu 100 Prozent. Es wird schwer, aufgrund unserer personellen Situation unser Saisonziel von 46 Punkten zu erreichen", erklärte Bruchhagen, erteilte Skibbe aber doch noch einen Rüffel: "Künftig sollten solche kritischen Auseinandersetzungen im internen Kreis geführt werden."
Auch Skibbe ruderte nach seinen Verbalattacke vom Wochenende und seinen indirekten Rücktrittsdrohungen zurück. "Ich wollte mit meiner Kritik nur verdeutlichen, dass es in der Rückrunde sehr schwer wird, unsere Ziele zu erreichen. Ich arbeite sehr gerne für Eintracht Frankfurt und mit Heribert Bruchhagen zusammen", sagte der 45 Jahre alte Coach, der am Dienstag allerdings erneut einen Dämpfer hinnehmen musste.
Bruchhagen hat nur noch wenig Hoffnung auf eine zeitnahe Verpflichtung für den Offensivbereich, der nach den Verletzungen der Angreifer Ioannis Amanatidis (Knie-OP) und Martin Fenin (Hüft-OP) fast brachliegt. "Wir sondieren den Markt. Aber ich bin nicht gerade optimistisch, dass es uns gelingt, adäquaten Ersatz zu finden", erklärte der Frankfurter Vorstandsboss, der die wirtschaftliche Konsolidierung der Eintracht durch teure Neuzugänge nicht gefährden will. Vor dem Rückrundenauftakt am Samstag gegen Werder Bremen und nach 17 Spielen liegen die Hessen mit 24 Punkten allerdimgs mehr als im Soll.
Skibbe hatte am vergangenen Sonntag am Rande des Wintertrainingslagers im türkischen Belek erneut für Unruhe gesorgt, als er wegen fehlender Neuzugänge scharfe Kritik übte und dabei sogar seine eigene Zukunft beim Tabellenzehnten in Frage stellte.
Bruchhagen ("Ich habe kein Verständnis für seine provokanten Äußerungen") hatte sich genervt von den Äußerungen Skibbes gezeigt und den Coach zum Rapport am Dienstag gebeten. An dem Treffen nahmen auch die Vorstandsmitglieder Thomas Pröckl sowie Klaus Lötzbeier teil.
Gerüchten zufolge soll sich der Vertrag von Skibbe nur beim Erreichen einer bestimmten Punktzahl automatisch bis 2011 verlängern. Bereits im November hatte der frühere Bundestrainer überraschend offen und medienwirksam "eine Verbesserung in vielen Bereichen" bei der Eintracht gefordert. Zuletzt war der Transfer des Algeriers Rafik Djebbour (AEK Athen) geplatzt. Zuvor hatten sich die Wechsel von Stürmer Theofanis Gekas (Hertha BSC Berlin) und des Ex-Schalkers Lincoln zerschlagen.
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