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Thomas Müller Jubel FC Bayern Panorama dapd 2011
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Analyse: So nehmen die Bayern den Titel ins Visier

VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 10.06.2011 - 14:39

(RP). Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat sich für die neue Saison mit Nationaltorhüter Manuel Neuer erheblich verstärkt. Rafinha ist der neue Rechtsverteidiger. Nun wollen die Münchner auch noch Jerome Boateng und Arturo Vidal an die Isar holen.

Wenn für den FC Bayern bei der Einkaufstour zur neuen Saison alles nach Wunsch läuft, präsentiert er eine Mannschaft, mit der er nach dem Titelgewinn von Borussia Dortmund die Kräfteverhältnisse im deutschen Fußball wieder zu seinen Gunsten verschieben kann. Zwei wichtige Personalien sind noch ungeklärt. Im Fall Jerome Boateng haben die Münchner noch keine Einigung mit Manchester City erzielt. Der Premier-League-Klub soll rund 20 Millionen Euro fordern.

Für Arturo Vidal hat der 22-malige deutsche Meister angeblich knapp zehn Millionen Euro geboten. Bayer Leverkusen will verhindern, dass der Chilene Trainer Jupp Heynckes an die Isar folgt – so stellt es der Werksklub jedenfalls dar. "Unser Grundsatz steht", betont Sportchef Rudi Völler im "Kicker": "Arturo ist so wichtig für uns, dass wir ihn auf jeden Fall halten wollen, zumal die Angebote, ob aus München oder vom SSC Neapel, nicht im Ansatz hoch genug sind, um uns zum Umdenken zu bewegen." Es darf weiter gepokert werden. Bis zur Schmerzgrenze, an der Bayer 04 vielleicht doch schwach wird.

Neuer kann Ära prägen

Zwei Wunschspieler fehlen dem Rekordmeister also noch für eine Wunschelf, die seine Fans wieder mit der Zunge schnalzen lassen. In Manuel Neuer haben die Bayern für die nächsten fünf Jahre den Torhüter verpflichtet, den sie nach ihrem Selbstverständnis holen mussten: den besten deutschen Schlussmann, womöglich den besten der Welt. Einen Profi, der nach Sepp Maier (von 1962 bis 1979) und Oliver Kahn (1994 bis 2008) für eine neue große Torwart-Ära bei den Roten sorgen kann.

In Rafinha trifft Neuer einen guten Bekannten aus gemeinsamen Schalker Jahren wieder. Der Brasilianer verteidigt auf der rechten Außenbahn, so dass Philipp Lahm auf seinen früheren Stammplatz links zurückkehren kann. Boateng wäre der Mann neben Holger Badstuber für das Abwehrzentrum, kann notfalls aber auch auf den Außenpositionen eingesetzt werden. Ob der gebürtige Berliner tatsächlich allerhöchsten Ansprüchen genügt, bleibt abzuwarten. Thomas Helmer äußerte sich skeptisch und dürfte mit seiner Einschätzung nicht alleinstehen. "Jerome Boateng hat mich noch nie überzeugt", schrieb der frühere Münchner Nationalspieler in seiner "Kicker"-Kolumne.

Die Bayern jedenfalls erhoffen sich von Boateng und Rafinha eine Verstärkung der Abwehr, darauf haben sie bei der personellen Ausrichtung für die neue Saison und die mittelfristige Zukunft das Hauptaugenmerk gelegt. Stürmer Nils Petersen (bisher Energie Cottbus), in der vergangenen Saison mit 25 Treffern erfolgreichster Torjäger der Zweiten Liga, muss sich im offensiven Bereich auf eine Rolle im zweiten Glied einrichten. Mit 22 Jahren vergleichsweise jung, ist er noch Lehrling eines Kaders, der in den Augen der Bayern-Chefs wieder ein Meisterbetrieb werden soll.

Gleiches gilt für den 19 Jahre alten Japaner Takashi Usami (Mittelfeld/Angriff), den die Münchner von Gamba Osaka ausleihen möchten – ein Geschäft, das den Klub für den fernöstlichen Markt noch interessanter machen kann. In der Offensive ist der Branchenprimus erstklassig besetzt mit Arjen Robben, Franck Ribéry, WM-Torschützenkönig Thomas Müller und Bundesliga-Torschützenkönig Mario Gomez. Miroslav Klose (zu Lazio Rom) hatte in den beiden vergangenen Jahren keinen festen Platz mehr.

Meister nach Jahren ohne Turnier

Der FC Bayern war die erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde. Mit drei Siegen (4:1 gegen Schalke, 8:1 auf St. Pauli, 2:1 gegen Stuttgart) beendete er die Serie als Tabellendritter – für die Münchner ein versöhnlicher Ausklang nach turbulenten Monaten. Zum Happy End fehlt allerdings noch die Qualifikation für die Champions League, sonst wäre das Spieljahr 2010/11 doch noch eine völlig missratene Saison.

Hält man sich an das Gesetz der Serie, sind die Bayern Titelfavorit Nummer eins. In den Spielzeiten unmittelbar nach den letzten Weltmeisterschaften (2006, 2010) und nach der EM 2008 konnten sie nie Meister werden, anders als in den Jahren dazwischen. Unter den physischen Auswirkungen der Turniere hatten sie als ein Klub, der besonders viele Nationalspieler stellte, erheblich zu leiden – wie im vorigen Jahr, als das Team aus den ersten sieben Spielen nur acht von 21 möglichen Punkten holte. Diesmal, ohne WM oder EM, geht es wieder ausgeruht in die neue Runde.

Quelle: RP

 
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