1. Bundesliga 15/16 Bundesliga
| 15.35 Uhr

Spieltagsterminierung erst am Dienstag
DFL nimmt auf Fans keine Rücksicht

Die Borussia-Choreos des Jahres 2015
Die Borussia-Choreos des Jahres 2015 FOTO: Dirk Päffgen
Düsseldorf. Deutschlands Fußballfans sind auf dem Baum. Grund dafür ist die Deutsche Fußball Liga – besser gesagt, deren Gleichgültigkeit. Von Bernd Jolitz

Denn nach der am Dienstag beginnenden "englischen Woche" mit zwei Punktspielen bis zum Wochenende endet die feste Terminierung der Partien. Anders gesagt: Die Fans wissen heute noch nicht, wann genau ihr Verein am übernächsten Spieltag antritt, obwohl es bis dahin unter Umständen nur noch zehn Tage sind. Nach Informationen des "kicker" wird die DFL die Terminierungen am Dienstag bekanntgeben, allerdings "nicht lückenlos".

Warum die DFL sich für die Terminierung so viel Zeit lässt? Die Spielplanmacher wollten in aller Ruhe abwarten, wie viele deutsche Klubs das Achtelfinale der Europa League erreichen. Denn wer in diesem Wettbewerb noch vertreten ist, spielt dort donnerstags – und kann schlechterdings nicht freitags oder samstags in der Bundesliga aktiv werden. Und von der Ansetzung der Erstligaspiele wiederum hängt auch die 2. Bundesliga ab, da die Polizei Begegnungen benachbarter und womöglich rivalisierender Klubs zeitlich nicht zu nah beieinander postiert sehen möchte.

Gut und schön – aber wer in der Europa League weitergekommen ist, steht seit vergangenem Donnerstag fest. Spätestens tags darauf hätten die Erst- und Zweitligapartien ab dem 26. Spieltag angesetzt werden müssen, aber die DFL ging offenbar lieber ins Wochenende. Und warum hat man bei der vergangenen Terminierung nicht wenigstens die Spieltage 26 und 27 hinzugenommen, um etwas Luft zu gewinnen? Das liegt wohl auch an der Polizei, die sich mit der Abstimmung der Reisewege schwer tut.

Die Leidtragenden sind die Fans. Wann genau spielt Schalke bei Hertha? Oder Bremen bei Bayern? Es gibt drei Optionen, Freitag bis Sonntag. Noch ärger trifft es die Zweitligisten: Die reiselustigen Anhänger von Union Berlin müssen sogar mit vier verschiedenen Möglichkeiten für ihre Tour zum MSV Duisburg planen, Freitag bis Montag. Ebenso die Düsseldorfer für Fortunas Spiel in Sandhausen oder Braunschweigs Fans für das ihrer Eintracht in Fürth.

Die Ziele liegen nicht um die Ecke. Es müssen Zugtickets gekauft, Reisebusse gechartert, Hotelzimmer gebucht werden. Und zumindest für Freitag- oder Montagspiele müssen die Anhänger Urlaub nehmen. Auf all das nimmt die DFL keine Rücksicht. Für viele Fußballfreunde ein Beweis dafür, wie wenig die Liga sich um sie schert.

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