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Ex-Borusse im Rhein gefunden
Eberl und frühere Mitspieler bestürzt über Tod von Gohouri

Steve Gohouri tot im Rhein aufgefunden – frühere Mitspieler bestürzt
Die Leiche von Steve Gohouri wurde an Silvester im Rhein gefunden. FOTO: Dieter Wiechmann
Düsseldorf. Der frühere Bundesliga-Profi Steve Gohouri ist tot. Gohouri war am 12. Dezember von seiner Familie als vermisst gemeldet worden. Frühere Mitspieler zeigen sich bestürzt.

Die Polizei in Düsseldorf, wo Gohouri zuletzt gewohnt hatte, bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion den Tod Gohouris. Die Leiche des Fußballers wurde am 31. Dezember nach Angaben eines Polizeisprechers im Rhein bei Krefeld gefunden. Eine Obduktion habe keine Hinweise auf Gewalteinwirkung durch Dritte ergeben. Weitere Angaben zu den Umständen des Todes machte die Polizei nicht. Der "Express" berichtet derweil, es gebe Hinweise darauf, dass Drogen im Spiel waren.

Erst vor Kurzem hatte der 34-jährige Gohouri beim Regionalligisten TSV Steinbach unterschrieben und war dann spurlos verschwunden. "Wir sind auch alle sprachlos. Steve und ich haben uns noch am Freitag verabschiedet", hatte Steinbach-Trainer Thomas Brdaric am 16. Dezember nach Gohouris Verschwinden im Gespräch mit "Reviersport" gesagt. 

Die Fußball-Welt trauert um Steve Gohouri

"Es sind jetzt alles Spekulationen, aber ich hoffe nicht, dass er private Probleme hat uns sich aus der Verantwortung nimmt und deshalb vielleicht untergetaucht ist. Das sollte er seiner Familie und seinem Arbeitgeber nicht antun", hatte Brdaric weiter gesagt. Auch Freunde von Gohouri hatten sich große Sorgen gemacht und via Facebook nach dem frühren ivorischen Nationalspieler gesucht. Nun hat ihre Suche ein trauriges Ende gefunden.

Borussia trauert um Gohouri

Der Verteidiger trug von 2007 bis 2009 das Trikot von Borussia Mönchengladbach. In der 1. und 2. Bundesliga absolvierte er 46 Spiele für die Borussen und erzielte zwei Tore. Der Verein reagierte mit Bestürzung auf Gohouris Tod. "Das ist eine schreckliche Nachricht. Ich habe Steve als lebensfrohen Menschen kennengelernt und werde ihn so in Erinnerung behalten. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind nun bei seiner Familie", sagte Sportdirektor Max Eberl in einer Mitteilung. Hertha-Profi Alexander Baumjohann, der mit Gohouri in Gladbach gespielt hatte, twitterte: "R.I.P. Steve Gohouri". Auch Gohouris letzter Klub drückte sein Mitgefühl aus. "Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seinen Angehörigen", teilte der TSV Steinbach mit. "Ruhe in Frieden, mein Bruder Steve Gohouri. Für solch ein Drama gibt es keine Worte", twitterte Borussia-Profi Ibrahima Traoré

Viele Fans liebten Gohouri für seinen fast schon martialischen Einsatz, auch wenn er es bisweilen übertrieb. Nach gelungenen Aktionen hallte oft ein langgezogenes "Steeeeve" durch den Borussia-Park, noch bevor das "Roooooooel" für Brouwers erfunden wurde.

Porträt: Steve Gohouri: Bilder aus seiner Zeit bei Borussia FOTO: Dieter Wiechmann

Doch neben dem Rasen häuften sich die Undiszipliniertheiten. So wurde Gohouri einst suspendiert, weil er zwei Nächte vor dem Derby gegen den 1. FC Köln gemeinsam mit Sammy Coulibaly in einer Kölner Diskothek feierte. Das war im Herbst 2007, in der Rückrunde der Zweitliga-Saison kämpfte er sich zurück ins Team.

Nach seiner Zeit bei der Borussia war Gohouri zu Wigan Athletic nach England gewechselt, zu späteren Stationen des Innenverteidigers gehörte auch der Drittligist Rot-Weiß Erfurt. Vor seinem Wechsel nach Steinbach hatte er kurzzeitig beim KFC Uerdingen mittrainiert. Wigans Trainer und früherer Verteidiger Gary Caldwell, der mit Gohouri für den englischen Klub gespielt hatte, sagte: "Es ist sehr traurig, wenn ein so junger Mensch sein Leben verliert. Es ist tragisch, zu erfahren, dass ein früherer Teamkollege verstorben ist."

(areh)
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