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Trauer um Ex-Borusse Gohouri
"Er hat immer nur gelacht"

Steve Gohouri: Yaya Toure und weitere Mitspieler trauern um Ex-Profi
Steve Gohouri ist tot im Rhein gefunden worden. FOTO: dpa, fg_hae tmk
Düsseldorf. Die "entsetzliche Tragödie" um Steve Gohouri erschüttert Borussia Mönchengladbach und viele ehemalige Weggefährten aus der Fußball-Welt. Der beliebte und stets lebenslustige frühere Nationalspieler der Elfenbeinküste, der vor Wochen spurlos verschwunden war, wurde am Silvestertag tot im Rhein bei Krefeld gefunden. Fast alles spricht für eine Verzweiflungstat – die Obduktion ergab laut Mitteilung der Düsseldorfer Polizei vom Samstag "keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung Dritter".

Borussia-Manager Max Eberl kondolierte umgehend ("Unsere Gedanken sind bei seiner Familie"), und auch Gohouris letzter Trainer Thomas Brdaric war am Sonntag noch tief betroffen. "Das ist eine ganz schreckliche Nachricht. Die traurige Gewissheit, von der wir alle befürchtet haben, dass sie kommen wird, macht uns sehr, sehr nachdenklich", sagte der frühere deutsche Nationalspieler. "Wir sind wie vor den Kopf gestoßen."

Brdaric hat Gohouri, der nur 34 Jahre alt wurde, bis vor wenigen Wochen beim Südwest-Regionalligisten TSV Steinbach betreut. Dort wollte der Wandervogel des Fußballs, der in acht Ländern und noch mehr Profi-Ligen gespielt hat, seine Karriere ausklingen lassen.

"Als klar wurde, dass Steve nicht aufzufinden war, haben wir schon mit dem Schlimmsten gerechnet, hatten aber immer noch Hoffnung", berichtete Brdaric. "Das ist jetzt vorbei."

Gohouris Angehörige waren eigens nach Deutschland gereist, um am 12. Dezember in Düsseldorf eine Vermisstenanzeige aufzugeben. Brdaric und der Verein wollen die Familie nun unterstützen: "Wenn wir etwas tun können, werden wir das tun. Wir machen alles, was Steves Familie wünscht."

Gohouri hat von 2007 bis 2009 in Mönchengladbach gespielt, er kam auf insgesamt 46 Einsätze in der Bundesliga und der 2. Liga. Einer seiner Mitspieler damals: Oliver Neuville. "Das ist eine entsetzliche Tragödie", sagte der Vize-Weltmeister von 2002. "Er war ein lustiger Typ, der immer nur gelacht hat. Das ist sehr, sehr traurig."

Wo man auch nachfragt: Gohouri war überall geschätzt für seine Freundlichkeit und seinen Humor, "er war ein zuvorkommender, sehr dankbarer Mensch", sagt Brdaric. Allerdings habe es private Probleme gegeben, was der Trainer mit "Beziehungsstress" umschreibt. Am Ende, so berichtet der "Express", sollen Drogen im Spiel gewesen sein.

Erst vor kurzem hatte Gohouri beim TSV Steinbach unterschrieben, am 5. Dezember stand er zum ersten und einzigen Mal für den Viertligisten auf dem Platz: Beim 0:4 beim 1. FC Saarbrücken spielte er in der Abwehr, auf seiner Stammposition.

Nach seiner Zeit in Mönchengladbach war Gohouri zu Wigan Athletic nach England gewechselt, zu späteren Stationen gehörte auch der Drittligist Rot-Weiß Erfurt. Steve Gohouri spielte in Tel Aviv, bei Wigan Athletic, in Italien, der Schweiz, Liechtenstein, Griechenland und Frankreich – entsprechend groß war die Anteilnahme.

Der ivorische Superstar Yaya Toure von Manchester City, einst Nationalmannschaftskollege Gohouris, twitterte: "Meine Gedanken und Gebete sind bei seiner Familie. Es ist eine sehr traurige Nachricht, dass er nicht mehr bei uns. RIP." Auch Borussia-Profi Ibrahima Traore verabschiedete sich traurig via Twitter: "Ruhe in Frieden, mein Bruder. Für solch ein Drama gibt es keine Worte."

 

(seeg/sid)