Transfer-Hammer in der Bundesliga: Tauscht Bayern Gomez gegen Dzeko?
zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 16:01Düsseldorf (RPO). Wortbruch oder perfekter Deal? Die Personalie Edin Dzeko stellt Dieter Hoeneß vor immer größere Probleme. Erst erklärte der Manager des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg das Stürmer-Juwel für unverkäuflich, nun könnte ihn ausgerechnet sein Bruder Uli, Präsident von Bayern München, zum Wortbruch treiben.
Bei den Bayern nimmt die Verpflichtung des letztjährigen Bundesliga-Torschützenkönigs immer mehr Konturen an. "Ich gebe keine Stellungnahme zu Spielern ab, die ich noch nicht gecoacht habe. Aber Edin ist ein wertvoller Stürmer, ich interesse mich für ihn", sagte Münchens Trainer Louis van Gaal und bestätigte das Interesse des Double-Gewinners.
Sportdirektor Christian Nerlinger bekräftigte die Aussagen des Trainers. "Louis van Gaal hat das so gesagt. Er hat gesagt, dass Dzeko ein interessanter Spieler ist - und das ist ja auch umstrittig", sagte Nerlinger im kicker.
Dzeko soll zum Rekordmeister wechseln, im Gegenzug soll Wolfsburg in Angreifer Mario Gomez und Mittelfeldspieler Anatolij Timoschtschuk prominenten Ersatz erhalten. Zumindest im Falle von Gomez bestehen allerdings Zweifel. Seine Begeisterung für einen Umzug in die Autostadt hält sich in Grenzen. "Ich bin glücklich in München", hatte der WM-Teilnehmer schon früher über einen möglichen Wechsel zum VfL gesagt.
Neue Chance für Timoschtschuk?
Timoschtschuk indes könnte beim VfL das Profil des gesuchten Führungsspielers mit Offensivpotenzial im defensiven Mittelfeld erfüllen. Hoeneß weiß sehr wohl, dass der Ukrainer in seiner Zeit bei Zenit St. Petersburg den offensiveren Mittelfeldpart übernommen hatte.
Allerdings steht Hoeneß im Wort. Am vergangenen Donnerstag ließ der Manager im Trainingslager per Pressemmitteilung klarstellen, dass Dzeko - genauso wie Spielmacher Zvjezdan Misimovic - in der neuen Saison definitiv für Wolfsburg spielen werden, "egal welche Angebote noch kommen". Damit wollte der Manager den ständigen Nörgeleien und Abwanderungswünschen seiner Stars ein Ende bereiten. Auch am Donnerstag blieb Hoeneß standhaft: "Wir ändern unsere Meinung nicht jeden Tag. Dzeko bleibt beim VfL Wolfsburg", sagte er dem SID.
Brüderzwist vorprogrammiert
Doch vielleicht hat Hoeneß im Falle von Dzeko die Rechnung ohne seinen Bruder Uli gemacht. Der Präsident will den Torschützenkönig der vergangenen Bundesliga-Saison offenbar nach München lotsen und könnte seinen Bruder geschickt ausbremsen. Bayern könnte die Verhandlungen an Dieter Hoeneß vorbei mit Volkswagen-Chef Martin Winterkorn führen. Der sitzt passenderweise auch im Aufsichtsrat der Bayern.
Dzeko hatte in der Vergangenheit mehrfach geäußert, dass er unbedingt zu einem europäischen Top-Klub wechseln wolle. Angeblich waren der AC Mailand und Juventus Turin an dem 24-Jährigen interessiert, auch wenn Dieter Hoeneß zuletzt erklärte, dass kein ernstzunehmendes Angebot für den Bosnier vorliege. Der Vertrag von Dzeko läuft in Wolfsburg bis 2013. Am 1. Juni war eine Ausstiegsklausel verstrichen, nach der der Top-Stürmer für eine festgeschriebene Summe von 40 Millionen Euro den Klub hätte verlassen können.
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