Bundesliga-Sommertransfers: Teure Flops und Super-Schnäppchen
zuletzt aktualisiert: 15.10.2010 - 07:03Hamburg (RPO). Nach sieben Spieltagen in der Bundesliga haben sich einige teure Neuzugänge als Flops erwiesen, einige Schnäppchen dagegen als Volltreffer. Insbesondere Schalke 04 scheint diesmal mit seiner Personalpolitik danebenzuliegen.
Einige hatten einfach Pech, manche großes Glück. Einige haben vieles richtig gemacht und viele einiges falsch. Sieben Spieltage ist die Bundesliga jetzt alt, da kann man schon mal eine erste Transferbilanz ziehen. Welcher Neuzugang ist top und wer ist ein Flop? Wo hat sich ein teurer Spieler als wertloser Mitläufer erwiesen und wo ein Schnäppchen als Volltreffer?
Der Blick auf die Tabelle ist da durchaus ein guter Indikator. Beim Vorletzten Schalke 04 fragt sich mancher Fan schon, wo Felix Magath sein sonst so gutes Gespür für Neuzugänge verloren hat. 36 Millionen insgesamt hat Magath für Spieler ausgegeben, Erfolg hat sich aber noch nicht eingestellt.
Während der 13 Millionen Euro teure Zugang Jose Manuel Jurado im Mittelfeld noch keine Akzente setzen konnte, führte Lewis Holtby Mainz 05 an die Spitze. Der 20-Jährige wurde von Magath für 100.000 Euro verliehen. Da stimmt was nicht.
In der Schalker Innenverteidigung präsentierte sich Christoph Metzelder bislang als Unsicherheitsfaktor, während der an den FC St. Pauli verliehene Carlos Zambrano beim Aufsteiger ein Garant für die sichere Abwehrarbeit ist. Lediglich die 14 Millionen für Torjäger Klaas-Jan Huntelaar scheinen gut angelegt, der ablösefreie Raul dagegen demonstriert Woche für Woche, warum er bei Real Madrid seinen Stammplatz verloren hatte.
Schalke wird nur vom VfL Wolfsburg getoppt, der knapp 39 Millionen Euro für neue Spieler raushaute. Darunter die 15,5 Millionen Euro teure Rückholaktion des bei Juventus Turin gescheiterten Diego, der in der Bundesliga bisher auch vor allem durch Jähzorn aufgefallen ist. Pech hatte der VfL bei den zwei Millionen für den WM-Dritten Arne Friedrich, der wegen eines Bandscheibenvorfalls noch keine Minute für die Niedersachsen gespielt hat. Der zwölf Millionen Euro teure Verteidiger Simon Kjaer hat auch noch keinen überragenden Eindruck hinterlassen.
Der Hamburger SV hat versucht, durch ein privates Investorenmodell Geld für Verstärkungen locker zu machen. Doch die Millionen von Klaus-Michael Kühne versickerten bislang im Durchschnitt. Weder Heiko Westermann (7,5) noch Gojko Kacar (5,5) konnten schon überzeugen. Kühne wird kein weiteres Geld mehr investieren, ist enttäuscht darüber, das kein Topstar geholt wurde. Das Modell ist - auch am Widerstand der Fans - gescheitert.
Beim VfB Stuttgart ist nun bereits nach sieben Spieltagen Trainer Christian Gross Opfer des missglückten Saisonstarts geworden. Johan Audel, Mauro Camonaresi und Christian Gentner gehören zu den Neuzugängen, die mit für den letzten Tabellenplatz verantwortlich sind. Der hochveranlagte Sebastian Rudy durfte dafür für vier Millionen Euro nach Hoffenheim wechseln.
Alles richtig gemacht hat dagegen offenbar Mainz 05. Dort hat man für fünf Millionen Euro Stürmer Aristide Bance verkauft, der außerhalb des Platzes oft genug negative Schlagzeilen gemacht hat, und 3,5 Millionen ausgegeben. Christian Fuchs, Adam Szalai, Morten Rasmussen und vor allem Holtby sind echte Volltreffer ihn einem glänzend funktionierenden Kollektiv.
Das absolute Super-Schnäppchen aber scheint dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund gelungen zu sein. Der 23 Jahre alte Shinji Kagawa kam für 350.000 Euro vom japanischen Erstligisten Cerezo Osaka und mischt mit seinem Spiel die Liga auf. Auf fünf Millionen ist sein Marktwert laut Transfermarkt.de schon nach sieben Spielen gestiegen.
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