1. Bundesliga 17/18
| 11.09 Uhr

Sommer-Transfermarkt
Bundesligisten auf Rekordkurs – auch ohne "Granaten"

Fotos: Die Rekord-Transfers des FC Bayern München
Fotos: Die Rekord-Transfers des FC Bayern München FOTO: ap, LR
Frankfurt/Main. Das Transfer-Karussell dreht sich in der Bundesliga immer schneller. Am Dienstag gab Borussia Mönchengladbach die Verpflichtung von Weltmeister Matthias Ginter von Borussia Dortmund für 17 Millionen Euro bekannt.

Wir haben's ja! Dank des milliardenschweren TV-Vertrags können die Bundesligisten in diesem Sommer so viel Geld wie noch nie ausgeben - und angeführt von Meister Bayern München steuern die Klubs auf einen Transferrekord zu. Doch auch die Weltmeister-Liga muss sich dem weltweiten Trend beugen, dass selbst für hohe Ablösesummen längst keine "Granaten" mehr zu bekommen sind.

Zweistellige Millionenbeträge sind im noch über 50 Tage laufenden Sommer-Transferfenster mehr die Regel als Ausnahme geworden. Mit der Verpflichtung des Franzosen Corentin Tolisso von Olympique Lyon für 41,5 Millionen Euro stellten die Bayern bereits einen Rekord auf. Borussia Mönchengladbach pulverisierte mit den 17 Millionen Euro für den frisch gebackenen Confed-Cup-Sieger Matthias Ginter am Dienstag die vereinsinterne Bestmarke.

Möglich machen das auch die rund 1,5 Milliarden Euro pro Saison, die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) in den kommenden Jahren an die Klubs verteilt werden. Auch wenn das die Verhandlungen nicht immer einfacher macht - schließlich treibt die neue deutsche Kaufkraft die Preise in die Höhe.

Ancelotti spricht von "verrücktem" Markt

Der BVB überwies 20 Millionen für U21-Europameister Maximilian Philipp an den SC Freiburg, der 1. FC Köln 17 Millionen für Stürmer Jhon Cordoba an den FSV Mainz 05. Für die gleiche Summe wechselte John Anthony Brooks von Hertha BSC zum VfL Wolfsburg. Vizemeister RB Leipzig schnappte sich einen gewissen Bruma für zwölf Millionen Euro von Galatasaray Istanbul.

"Der Markt ist im Moment etwas verrückt", sagte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti, der wie kein Zweiter einkaufen darf. Über 100 Millionen Euro verteilte der Rekordmeister bislang. Ligarivale 1899 Hoffenheim freute sich über 20 Millionen für Niklas Süle, Serge Gnabry kostete die Münchner acht Millionen. Dazu Tolisso und 21 Millionen für den bislang nur ausgeliehenen Kingsley Coman (Juventus Turin). Und eigentlich waren die Bayern (noch) sparsam.

Mehr als 100 Millionen Euro Ablöse für einen Marco Verratti von Paris St. Germain oder 25 Millionen Jahresgehalt für Alexis Sanchez vom FC Arsenal wollte der Branchenführer nämlich nicht bezahlen. "Wenn wir es erzwingen wollen, dass wir Champions-League-Sieger werden, müssen wir viel Geld rausschmeißen. Von Alibikäufen halte ich aber nichts", sagte Klub-Präsident Uli Hoeneß, der jungen Spielern "viel mehr Vertrauen" schenken will.

Rekord könnte geknackt werden

Den bisherigen Transferrekord hatten die 18 Bundesligisten im vergangenen Sommer aufgestellt, als rund 540 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben wurden (Quelle: transfermarkt.de) - aktuell stehen rund 380 Millionen zu Buche. Rote Zahlen bedeutet der neue Trend aber nicht zwangsläufig, weil auch die Einnahmen steigen.

Abgesehen von den Transfers innerhalb der Liga bekam Bayer Leverkusen 20 bis 25 Millionen für Hakan Calhanoglu, der zum AC Mailand wechselte. Ricardo Rodríguez verließ die beinahe abgestiegenen Wolfsburger ebenfalls Richtung Mailand für 18 Millionen. Luiz Gustavo brachte den Wölfen noch einmal 10 Millionen von Olympique Marseille ein. Die Bayern bekamen für den vormals ausgeliehen Ersatzspieler Medhi Benatia 17 Millionen von Juventus Turin.

(sid)
 
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