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Rostock - Berlin 0:0: Trostlose Nullnummer

zuletzt aktualisiert: 15.03.2008 - 17:47

Rostock (RPO). Hansa Rostock hat sich in der Bundesliga nicht entscheidend von der Abstiegszone absetzen können. Die Mecklenburger spielten im Duell mit Hertha BSC Berlin nur 0:0, verzeichnen aus sieben Partien der Rückrunde weiterhin nur einen Sieg und haben nach wie vor große Abstiegssorgen.

Der Berlin Fabian Lustenberger (links) im Kopfballduell mit Rostocks Marc Stein.  Foto: ddp, ddp
Der Berlin Fabian Lustenberger (links) im Kopfballduell mit Rostocks Marc Stein. Foto: ddp, ddp

Verraten und verkauft fühlte sich Trainer Frank Pagelsdorf von Hansa Rostock nach dem mageren 0:0 im Ostderby gegen Hertha BSC Berlin. Der Coach schnaubte wegen einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) noch Minuten nach dem Abpfiff vor Wut und sprach sich eindringlich für den Videobeweis aus, dessen Einführung zuletzt der frühere FIFA-Schiedsrichter Markus Merk gefordert hatte.

"Wenn die Situation so klar ist, muss man die Möglichkeit eines Videobeweises nutzen", meinte Pagelsdorf und verwies auf die 31. Minute. Da hatte Hansa-Kapitän Enrico Kern den Ball aus kurzer Distanz ins Netz gelupft und ein reguläres Tor erzielt. Gagelmann verweigerte dem Treffer wegen Abseits die Anerkennung und lag falsch - wie die TV-Kameras belegen konnten. "Vielleicht wäre das Spiel ganz anders verlaufen, wenn der Treffer gegolten hätte", meinte Kern.

"Es ist für mich wahnsinnig ärgerlich, dass jetzt zum fünften Mal eine Entscheidung gegen uns getroffen wurde, wo wir ein klares Tor erzielt haben", meckerte Pagelsdorf weiter und zählte die Partien gegen Duisburg, München, Bielefeld und Dortmund auf.

Die Notwendigkeit des TV-Beweises sei so groß, dass auch die von Kritikern angeführten Spielverzögerungen nicht in Betracht fallen dürften, meinte Pagelsdorf: "Dann wird die Partie eben einige Male unterbrochen, um die Szene zu prüfen. Das ist doch in Ordnung", sagte der 50-Jährige, der davon ausging, dass das Thema bei der nächsten Trainertagung auf den Tisch kommt.

Keinerlei Kritik übte der Trainer indes an seiner Mannschaft, die in den vergangenen vier Spielen nicht gewinnen konnte und durch die Punktgewinne der Konkurrenz im Abstiegskampf an Boden verlor. "Die Spieler haben sich bemüht, und deshalb bin ich mit ihnen einverstanden", sagte "Pagel", dessen Team in den sieben Spielen der Rückrunde nur einmal gewinnen konnte.

Deutlicher wurde da schon Marc Stein: "Das war ein Spiel, in dem wir drei Punkte holen mussten. Deshalb ist die Situation auch enttäuschend." Der Abwehrspieler, der in der kommenden Saison für Hertha spielt, sprach von fehlernder Cleverness. Durch Victor Agalis Schuss aus kurzer Distanz (3.) und Orestes Kopfball Mitte der zweiten Halbzeit hatten die Rostocker zwei hochkarätige Chancen, doch im Abschluss fehlte wieder einmal das Glück, so dass die Mecklenburger mit 21 Toren aus 24 Spielen den schwächsten Angriff der Liga aufweisen.

Hertha konnte im 900. Bundesligaspiel ebenfalls nicht überzeugen, die Enttäuschung hielt sich jedoch in Grenzen. "Mit dem Ergebnis können wir leben", sagte Trainer Lucien Favre, der mit der spielerischen Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden war. "Uns fehlte im Sturm die Durchschlagskraft. Daran müssen wir unbedingt arbeiten", forderte Manager Dieter Hoeneß.

An allen Ecken und Enden vermisst wurde Torjäger Marko Pantelic, der wegen einer Verletzung in der linken Wade kurzfristig ausfiel. Sowohl Solomon Okoronkwo in der ersten Halbzeit als auch der Brasilianer Lima nach dem Wechsel konnten den Serben nicht ersetzen. Im aktuellen Poker um einen neuen Vertrag dürfte "Pante" gepunktet haben, obwohl er in Rostock nicht auf dem Platz stand. "Wir sind sehr bemüht, mit ihm zu verlängern", beteuerte Hoeneß.

Nach Medienberichten soll Pantelic, der in der laufenden Saison elf der 26 Hertha-Tore erzielt hat, einen Vierjahresvertrag mit einem Jahresgehalt von rund vier Millionen Euro fordern.

Hoeneß wollte zu den Spekulationen keine Stellung nehmen: "Dazu sage ich nichts." Der Manager bestätigte indes, dass sich Pantelic von seinen Beratern getrennt habe und neuerdings von einem Berliner Anwalt vertreten wird.

Bei den Hausherren gefielen neben dem starken Keeper Wächter der zukünftige Berliner Marc Stein sowie Kapitän Kern. Auf Seiten der Berliner gehörten Mittelfeldspieler Gojko Kacar und Abwehrspieler Josip Simunic.


Statistik

Rostock: Wächter - Langen, Orestes, Sebastian, Stein - Bülow, Rathgeb - Kern, Bartels - Agali (78. Shapourzadeh), Menga (78. Rydlewicz). - Trainer: Pagelsdorf

Berlin: Drobny - Friedrich, Simunic, von Bergen - Chahed, Lustenberger (80. Mineiro), Kacar, Skacel - Raffael, Ebert (73. Piszczek) - Okoronkwo (46. Andre Lima). - Trainer: Favre

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer: 22.500

Beste Spieler: Wächter, Stein, Kern - Kacar, Simunic

Rote Karten: keine

Gelb-Rote Karten: keine

Gelbe Karten: Bülow - Mineiro (3), Simunic (4)


 
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