1. Bundesliga 16/17
| 15.12 Uhr

Auschreibung der TV-Rechte
DFL bestätigt fünf Montagsspiele in der Bundesliga

Die TV-Rechtepakete ab 2017
Die TV-Rechtepakete ab 2017
Frankfurt/Main. Mit der Vorstellung der Ausschreibung hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die heiße Phase im TV-Rechte-Poker eingeläutet. Bei den Fans könnten die Veränderungen auf wenig Gegenliebe stoßen.

Auf dem Weg zur erhofften Milliarde im TV-Rechte-Poker bietet die Deutsche Fußball Liga (DFL) ihr Premiumprodukt in ganz kleinen Häppchen an und zwingt die Fans zu Reisen am Montagabend. Erstmals wird ab der Saison 2017/18 fünfmal pro Spielzeit zum Wochenstart gespielt - unabhängig davon, ob das sportlich sinnvoll ist oder nicht. Attraktiv ist das vor allem für die TV-Sender, die sich in den Augen der Liga-Macher in den kommenden Wochen ein Wettbieten sondergleichen liefern sollen.

"Wir leben nicht auf einer einsamen Insel. Die Erlöse sind ein unverzichtbarer Baustein, wenn es um die Zukunft der Bundesligen geht", sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), bei der Vorstellung der Ausschreibung am Dienstag in Frankfurt/Main: "Wir reden über das mit Abstand attraktivste Medienrecht in Deutschland und eins der wichtigsten der Welt."

Auf insgesamt acht Live-Pakete kann ab sofort geboten werden, die DFL strebt einen Abschluss bis kurz vor der EURO 2016 Anfang Juni an. In der Theorie könnten in der kommenden Rechteperiode (bis 2020/21) so mehrere Sender verschiedene Partien übertragen, derzeit zeigt der Abo-Sender Sky als einziger Anbieter alle Spiele live. Erhält nur ein Sender bei allen Bundesliga-Rechten den Zuschlag, greift das Alleinerwerbsverbot des Bundeskartellamts ("No Single Buyer Rule"), und ein weiteres Paket mit speziellen Rechten für das Internet geht an einen Zweitanbieter.

Gestärkt wird dadurch in jedem Fall das Angebot auf mobilen Geräten und im Internet, dass die Rechteinhaber massiv erweitern können. Für die Highlight-Berichterstattung, die derzeit vor allem von der ARD mit ihrer Sportschau angeführt wird, gibt es ebenfalls acht verschiedene Varianten, die sich vor allem im Sendeplatz unterscheiden.

Die DFL hat für die Erlöse aus den nationalen und internationalen Medienrechten einen Zielkorridor zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. "Das ist die Voraussetzung dafür, um weiterhin zu den Top-3-Ligen in Europa zu zählen", sagte Seifert. Die Voraussetzung für eine signifikante Steigerung bei den nationalen Medien-Rechten sind wohl prallgefüllte Kassen bei möglichst vielen Sky-Konkurrenten.

Die US-Riesen Amazon und Discovery, die Telekom, die Perform-Group, RTL - die Liste der vermeintlichen Bieter ist lang. Namen nennt oder kommentiert die DFL bewusst nicht. Nur: "Die Anzahl der interessierten Unternehmen ist eine ordentliche Zahl", sagte Seifert: "Ziel ist es, die seit Jahrzehnten erfolgreiche Institution Bundesliga weiter zu stärken - sportlich, wirtschaftlich und mit Blick auf die Fans in den Stadien und einem Millionenpublikum vor den Bildschirmen."

Dass der Spagat nicht einfach wird, hatte sich aber schon an den vergangenen Spieltagen gezeigt, als mehrere Fangruppen gegen die Montagspläne auf die Barrikaden gegangen waren. Die DFL versucht zu schlichten. "Wir reden über fünf von 306 Spielen. Es ist ausdrücklich nicht geplant, künftig noch mehr Montagsspiele durchzuführen", sagte Seifert: "Das macht auch sportlich keinen Sinn."

Grundsätzlich werde es ja auch "kaum Veränderungen" beim Spielplan geben, sagte Seifert. In der Bundesliga wird das zweite Sonntagsspiel erst um 18.00 statt wie bisher um 17.30 Uhr beginnen. Insgesamt wird es zehn "Ausweichspiele" für die Europapokal-Starter geben (fünf am Montag, fünf am Sonntag), die aber in jeden Fall stattfinden - unabhängig davon, wie viele Bundesligisten im Laufe der Saison international noch vertreten sind.

Die fünf Ausweichpartien am Sonntag beginnen um 13.30 oder 18.00. Bundesliga-Anstoß am Montagabend ist um 20.30 Uhr, die Montagspartie der 2. Liga wird dann auf Samstag verschoben. Statt vier wird es nur noch zwei englische Wochen geben. Zudem rückt eines der drei Freitagsspiele der 2. Liga auf Samstag (Anstoß 13.00).

(areh/sid)
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