Bundestrainer-Posten vorstellbar: Van Gaal: "Bin fast ein Deutscher"
zuletzt aktualisiert: 09.05.2010 - 12:00München (RPO). Meister-Trainer Louis van Gaal spielt erneut mit dem Gedanken, nach seiner Zeit beim FC Bayern die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu übernehmen. Er wolle "Nationaltrainer eines Landes werden, das eine Chance hat, ein Turnier zu gewinnen. Ich bin ein Gewinner. Deshalb werde ich nicht mit Costa Rica oder Island antreten", sagte der 58 Jahre alte Niederländer.
Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sei eine jener Mannschaft, die zu trainieren er sich vorstellen könne, sagte van Gaal. Das Argument, Deutschland sei noch nie von einem Ausländer trainiert worden, lässt er nicht gelten. "Wenn ich zwei oder drei Jahre hier arbeite, bin ich fast ein Deutscher. Ich würde mich nicht einbürgern lassen. Man muss mich nehmen, wie ich bin. Das musste Bayern München auch. Und die haben sich auch daran gewöhnt", sagte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus".
Van Gaal lobte zugleich Bundestrainer Joachim Löw für seinen Verzicht auf Kevin Kuranyi für die WM 2010 in Südafrika. "Als Kuranyi das Team in Dortmund gegen Russland in der Halbzeitpause verließ, hat er das gleiche gemacht wie Luca Toni bei uns. Wenn sich ein Spieler nicht in den Dienst der Mannschaft stellt, kann ein Trainer das nicht hinnehmen. Ein Spieler kann böse sein und schimpfen. Aber er darf sich nicht wichtiger als das Team nehmen und sich vom Team entfernen. Dann ist keine Kommunikation möglich", sagte van Gaal.
Als eine seiner Stärken bezeichnete Van Gaal seine Art der Menschenführung. "Man muss Dinge mit sozialer Intelligenz angehen. Wenn Sie das nicht tun, hören Ihnen die Leute nach einiger Zeit nicht mehr zu. Neun Jahre Ajax, drei Jahre Barcelona, vier Jahre AZ Alkmaar - ich kann viele Jahre in Folge mit derselben Mannschaft arbeiten. Weil ich an jedem Tag dieselbe Persönlichkeit bin."
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